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GfK-Studie gibt Krisen die Schuld: Vertrauen in deutsche Konjunktur schwindet

Die Sorge vor wirtschaftlichen Auswirkungen der Ukraine-Krise verpasst dem Konsumklima in Deutschland einen Dämpfer: Vor allem bei der Entwicklung der Konjunktur verlieren Bundesbürger die Zuversicht. Die Kauflaune hingegen zeigt sich sich robust.

Trotz aller Turbulenzen ist die Verbraucherstimmung in Deutschland lange Zeit immer weiter in die Höhe geklettert - nun hat ihr die Eskalation der internationalen Krisen einen ersten Dämpfer verpasst. Vor allem das Vertrauen der Bürger in eine schwungvolle Entwicklung der Konjunktur ist im August massiv geschwunden, wie das Marktforschungsunternehmen GfK mitteilte. Der Konsumklimaindex ging von revidiert 8,9 Zählern im August auf 8,6 Punkte für September zurück. Das ist der niedrigste Stand seit Juni und zugleich der kräftigste Rückgang seit Mai 2011.

Der Bereitschaft, teure Güter wie Möbel oder Autos zu kaufen, tun die Krisen-Sorgen jedoch keinen Abbruch.
Der Bereitschaft, teure Güter wie Möbel oder Autos zu kaufen, tun die Krisen-Sorgen jedoch keinen Abbruch.(Foto: picture alliance / dpa)

"Die Verunsicherung der Verbraucher im Hinblick auf die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist spürbar angestiegen", erläuterte die GfK mit Blick auf die aktuellen Konjunkturerwartungen der Bürger. Sie waren im August so stark eingebrochen wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 1980. Dadurch büßte der Teilindikator den Zugewinn aus dem vergangenen Jahr fast komplett wieder ein.

Bereitschaft zu größeren Anschaffungen bleibt sehr hoch

Auch die Einkommenserwartungen erreichten nicht mehr den Rekordwert aus dem Vormonat, sanken aber nur moderat und sind weiterhin überaus hoch. "Offenbar sorgen die anhaltend stabilen inländischen Rahmenbedingungen, wie stabile Beschäftigung, gute Einkommensentwicklung und geringe Inflation, dafür, dass sich der stark geschwundene Konjunkturoptimismus nur begrenzt auf die Einkommensaussichten auswirkt", analysierte die GfK die Ergebnisse der monatlichen repräsentativen Umfrage.

Auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen blieb weiterhin sehr hoch. Allerdings stieg die historisch niedrige Sparneigung im August deutlich an - laut GfK möglicherweise ein erster Hinweis darauf, dass die Verbraucher ihr Geld künftig mehr zusammenhalten. Insgesamt aber gehen die Nürnberger Konsumexperten weiterhin davon aus, dass der private Verbrauch in diesem Jahr um 1,5 Prozent steigen wird.

Quelle: n-tv.de

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