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Volkswagen: "Die Marge": VW fährt ganz groß auf

Bei Volkswagen laufen die Geschäfte. Der Umsatz klettert und wird von einem Gewinnsprung noch getoppt. Die wichtigste Kennzahl ist aber eine andere, und auch die legt zu. Allerdings bleiben die Anleger skeptisch.

Europas größter Autobauer Volkswagen blickt auf einen überaus gelungenen Jahresauftakt. Das operative Ergebnis sei im Zeitraum Januar bis März binnen Jahresfrist um mehr als ein Fünftel auf 2,855 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Dax-Konzern mit. Hinzu kommen anteilig noch 1,24 Milliarden Euro (plus 7 Prozent) aus den wichtigen chinesischen Gemeinschaftsunternehmen, die VW getrennt in der Bilanz ausweist.

Unterm Strich blieb ein Gewinn von 2,4 Milliarden Euro (plus 18 Prozent). Damit übertraf VW die Erwartungen. Analysten hatten im Schnitt für das erste Quartal mit einem Betriebsgewinn von 2,744 Milliarden Euro gerechnet.

Ausblick bekräftigt

Volkswagen in Zahlen

Wichtige Kennzahlen für das erste Quartal 2014:

 - Umsatz: 47,831 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 46,565 Milliarden Euro)

- Absatz (inklusive MAN und Scania): 2,562 Millionen (+ 7,9 Prozent)

- Gewinn nach Steuern: 2,395 Milliarden Euro (2,026 Milliarden Euro)

- Mitarbeiterzahl: (31.03.14/31.12.13) 574.900 (+0,4 Prozent)

An der Prognose für das Gesamtjahr hält Volkswagen trotz des guten Jahresauftaktes fest. Demnach peilt das Management eine operative Rendite in einer Spanne zwischen 5,5 und 6,5 Prozent an. 2013 hatte die Marge bei 5,9 Prozent gelegen.

Der Konzernumsatz soll sich in einer Bandbreite von drei Prozent um den Vorjahreswert bewegen. Damit hält der Vorstand sowohl einen Anstieg als auch einen Rückgang der Erlöse für möglich. Im abgelaufenen Jahr war der Konzernumsatz auf 197 Milliarden Euro geklettert. Im ersten Quartal lag der Umsatz bei 47,8 Milliarden Euro, ein Plus von 2,7 Prozent.

Schwieriges Umfeld bleibt

Unklar ist noch, ob VW die Komplettübernahme der schwedischen Lkw-Tochter Scania glückte. Nach dem Ablauf der Angebotsfrist vergangenen Freitag will sich der Konzern diese Woche äußern, ob die Offerte Erfolg hat. Zuletzt hatte sich eine Zitterpartie abgezeichnet, nachdem einige Scania-Aktionärsgruppen das Angebot als zu niedrig abgelehnt hatten.

Zum Ende seines Quartalsberichts schrieb VW zum Übernahmepoker lediglich: "Die mit der Abwicklung beauftragte Bank prüft derzeit die Angebotsannahme. Die finalen Ergebnisse und weiteren Entscheidungen werden in Kürze vorliegen und gesondert mitgeteilt."

 Trotz des positiven Trends mahnte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch in einer Mitteilung, das weltweit weiter schwierige Umfeld nicht aus den Augen zu verlieren. Er forderte unter anderem "Kostendisziplin", eine nötige "Fokussierung auf unsere Renditeziele" und «gesteigerte Profitabilität in allen Regionen». Die Herausforderungen ließen nicht nach. 2018 will der VW-Konzern vor Toyota und General Motors (GM) weltgrößter Autobauer sein. 2013 war bereits nur noch Toyota vor VW.

Anleger nicht zufrieden

Die Anleger trennten sich dennoch von Volkswagen. Die Aktien des Autobauers gaben 1,3 Prozent auf 192 Euro nach und waren damit größter Dax-Verlierer. Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Zahlen hatten die Titel zunächst noch zugelegt.

"Die Bilanz zeigt Licht und Schatten", sagte ein Händler. "Dass die weltweite Pkw-Nachfrage im ersten Quartal gestiegen ist, ist eine gute Nachricht. Allerdings entwickeln sich die Märkte regional uneinheitlich - vor allem die schwächere Nachfrage in Südamerika dämpft die Stimmung."

Ein zweiter Börsianer erklärte, VW habe sich trotz der insgesamt guten Zahlen zum Teil sehr vorsichtig geäußert - "die Investoren stimmen sich daher künftig auf ein moderateres Wachstum ein".

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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