Wirtschaft

Der große Bruder hilft: Weißrussland erhält Kredit

Das finanziell stark angeschlagene Weißrussland bekommt Unterstützung bei der Bewältigung seiner Krise. Russland greift dem kleinen Nachbarn mit umgerechnet fünf Milliarden Euro unter die Arme. Allerdings stellt Moskau knallharte Forderungen: Die Regierung in Minsk soll ihre Staatsbetriebe privatisieren.

Es gab lange Schlangen vor den Wechselstellen.
Es gab lange Schlangen vor den Wechselstellen.(Foto: picture alliance / dpa)

Weißrussland erhält einen Kredit über umgerechnet rund zwei Milliarden Euro von Russland und hat damit einen ersten Schritt zur Bewältigung seiner schweren Haushaltskrise geschafft. Die Regierung in Minsk erklärte jedoch, das Land benötige zusätzlich noch rund fünf Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF).

In der ehemaligen Sowjetrepublik wird gehofft, dass die Gelder im Gesamtumfang von einem Fünftel der Wirtschaftsleistung des Landes ein wirtschaftliches Chaos verhindern und die Landeswährung Rubel stabilisieren können. Wegen der internationalen Kritik an dem harten Vorgehen des autoritären Präsidenten Alexander Lukaschenko gegen die Opposition hegen viele Experten jedoch Zweifel, ob der IWF dem Land das benötigte Geld zusagen wird.

Weißrussland wertete im vergangenen Monat den Rubel um mehr als ein Drittel ab und fror gleichzeitig die stark steigenden Preise vieler Grundnahrungsmittel ein. Dies führte zu Hamsterkäufen der Bevölkerung sowie langen Schlangen vor Devisen-Wechselstellen.

Bedingungen für den Kredit

Die erste Tranche des Kredites aus Russland im Umfang von gut 500 Millionen Euro soll noch in diesem Monat ausgezahlt werden. Das Geld werde in Raten über die nächsten drei Jahre ausgezahlt, ließ der russische Ministerpräsident Wladimir Putin mitteilen.

Die Entscheidung für den von Weißrussland dringend benötigten Kredit hätten die Finanzminister mehrerer Ex-Sowjetrepubliken getroffen. Das Geld kommt von einer gemeinsamen Bank dieser Staaten. An die Vergabe des Kredits sind Bedingungen geknüpft. Dabei ist Weißrussland vor allem zu einer Privatisierung seiner Staatsbetriebe aufgefordert.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen