Wirtschaft
Dienstag, 25. Mai 2010

Selbstmordserie in China: Weiterer Todesfall bei Foxconn

Ein weiterer Mitarbeiter des weltweit größten Elektronik-Herstellers und Apple-Lieferanten hat sich vermutlich selbst getötet. Insgesamt sind bereits neun Mitarbeiter vom Dach des Werks in den Tod gesprungen.

Demonstranten verbrennen symbolisch Papier mit dem Aufdruck des Displays eines iPhones.
Demonstranten verbrennen symbolisch Papier mit dem Aufdruck des Displays eines iPhones.(Foto: REUTERS)

Eine Serie von Selbstmorden unter seinen Arbeitern plagt den weltweit größten Elektronik-Hersteller Foxconn. Erneut starb ein Mitarbeiter, nachdem er vom Dach des Werkes im südchinesischen Shenzhen gestürzt war, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Es war der neunte Todesfall und elfte Sturz dieser Art in der Fabrik in diesem Jahr. Zwei Mitarbeiter wurden bei versuchten Selbstmorden schwer verletzt.

Die Selbstmorde lösten eine heftige Diskussion über die Arbeitsbedingungen bei dem taiwanesischen Hersteller aus, der für Weltkonzerne wie Apple, Hewlett-Packard, Dell, Sony oder Nokia produziert. Der Vorsitzende der Hon Hai-Gruppe, zu der Foxconn gehört, bestritt am Montagabend in Taipeh, dass schlechte Behandlung der Beschäftigten hinter den Selbstmorden stecken könnte

Ursachenforschung

"Foxconn ist kein Ausbeuterbetrieb", sagte Terry Kuo. Das Unternehmen versuche aktiv, Selbstmorden vorzubeugen. Details nannte er nicht. Kuo hob hervor, dass die breite Berichterstattung über die Fälle möglicherweise zur Nachahmung angeregt haben könnte. Erst am Freitag hatte sich ein Mitarbeiter des Werkes in Shenzhen umgebracht. In der Fabrik arbeiten allein 300.000 Menschen. Foxconn beschäftigt in China insgesamt 800.000 Mitarbeiter.

Während das Unternehmen schlechte Arbeitsbedingungen bestreitet, klagen Beschäftigte über lange Arbeitszeiten, hohen Druck, niedrige Bezahlung, strenge Disziplin und schlechte Behandlung durch Vorgesetzte. Viele leben isoliert in Wohnheimen auf dem Werksgelände.

Foxconn fertigt im Auftrag Apples das iPhone und wurde auch mit der Produktion der kommenden iPhone-Generation beauftragt. Noch im ersten Halbjahr 2010 will Foxconn 4,5 Mio. Geräte produzieren. Im zweiten Halbjahr 2010 wird dann die Fertigung von 19,5 Mio. iPhones der nächsten Generation angepeilt, so dass im Gesamtjahr 24 Mio. von Apples kommendem Mobiltelefon produziert werden.

Quelle: n-tv.de

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