Wirtschaft
Die Bank verdient vor allem mit Krediten weniger.
Die Bank verdient vor allem mit Krediten weniger.(Foto: REUTERS)

Mauer Auftakt der Banken-Berichte: Wells Fargo überrascht nicht

Mit dem größten Hypothekenfinanzierer der USA beginnt die Berichtssaison bei den Banken. Allerdings überdeckt der gestiegene Gewinn bei Wells Fargo Einiges: So sinken zwar die Rückstellungen - doch die Einnahmen auch.

Der Auftakt der Bilanzsaison der großen US-Banken fällt verhalten aus. Als erstes Institut präsentierte der größte amerikanische Hypothekenfinanzierer Wells Fargo für das zweite Quartal zwar einen Gewinnanstieg um drei Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar. Doch war dies vor allem dem Sparkurs geschuldet, den die Bank seit einiger Zeit fährt. Die Einnahmen sanken dagegen leicht.

Vorstandschef John Stumpf zeigte sich dennoch zufrieden. Die Wirtschaft sei klar auf Erholungskurs und die Kreditqualität verbessere sich. Deshalb könnten weitere Rückstellungen aufgelöst werden. Sie betrugen im zweiten Quartal nur noch 217 Millionen Dollar nach 652 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Im Auftaktvierteljahr hatte sich der Wert auf 325 Millionen belaufen.

Normalerweise legt die größte US-Bank JP Morgan als erstes ihre Quartalszahlen vor. Sie folgt dieses Mal erst kommende Woche. Auch die Ergebnisse von Bank of America, Citigroup und Goldman Sachs stehen dann an. Während sich die Rivalen stark auf das schwankungsanfällige Investmentbanking fokussieren, steuerte Wells Fargo mit einem starken Privatkundengeschäft vergleichsweise gut durch die Finanzkrise. Inzwischen ist das im kalifornischen San Francisco ansässige Institut die Nummer vier auf dem heimischen Markt.

Kreditgeschäft schwächelt

Das Wachstum kam in den vergangenen Jahren vornehmlich aus dem Geschäft mit Immobilienkrediten. Doch das Frühjahrsgeschäft verlief schwächer als erwartet. Insgesamt reichte Wells Fargo im zweiten Quartal Hypotheken im Volumen von nur noch 47 Milliarden Dollar aus, vor einem Jahr waren es noch 112 Milliarden. Ein Ende des Booms zeichnete sich schon länger ab, auch bei der Konkurrenz. Denn viele Familien haben die rekordniedrigen Zinsen frühzeitig genutzt, um alte Kredite zu refinanzieren oder sich ein neues Haus zu leisten. Längst wird in den USA offen über ein Ende der Niedrigzinsen und der ultralockeren Geldpolitik debattiert. Vor diesem Hintergrund sanken die Einnahmen im wichtigen Hypothekengeschäft um 39 Prozent auf 1,72 Milliarden Dollar.

Darüber, wie das Investmentbanking in den Frühjahrsmonaten gelaufen ist, dürfte vor allem JP Morgan Aufschluss geben. Die Zinsflaute sorgt nun schon seit mehreren Quartalen in Folge bei allen Geldhäusern für enttäuschende Geschäfte im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, der auch für die Deutsche Bank wichtig ist. Der hiesige Branchenprimus hatte bereits Anfang Juni vor zu hohen Erwartungen im Kerngeschäft im zweiten Quartal gewarnt. Die Zwischenbilanz wird am 29. Juli erwartet.

Quelle: n-tv.de

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