Wirtschaft
Der Weltbild-Verlag befindet sich im Umbau.
Der Weltbild-Verlag befindet sich im Umbau.(Foto: picture alliance / dpa)

"Vorübergehende Verlustsituation": Weltbild sieht Existenz nicht gefährdet

Die von der katholischen Kirche getragenen Verlagsgruppe Weltbild ist einem Zeitungsbericht zufolge akut bedroht. Das Unternehmen dementiert und will von einem angeblich bevorstehenden Aus nichts wissen.

Der defizitäre Weltbild-Verlag mit fast 7000 Mitarbeitern hat einem Zeitungsbericht über ein drohendes Aus widersprochen. "Aus Sicht der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Weltbild ist der Fortbestand des Unternehmens in keiner Weise gefährdet", sagte eine Sprecherin. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ")hatte zuvor berichtet, die Existenz der von der katholischen Kirche in Deutschland getragenen Mediengruppe sei akut bedroht. Dies liege am Verhalten der Banken angesichts offener Fragen hinsichtlich der künftigen Eigentümerstruktur.

Laut "FAZ" liegen die Gesellschafter - zwölf Diözesen, die Soldatenseelsorge Berlin sowie der Verband der Diözesen Deutschlands - seit Jahren im Streit. Ein Beschluss, die Anteile in eine Stiftung zu überführen, sei nicht verwirklicht worden. Unter Führung des Erzbistums Köln betrieben vier Gesellschafter den Verkauf des Medien- und Versandunternehmens, hieß es in dem Bericht.

Die katholische Kirche will sich seit 2011 von dem Augsburger Verlag trennen, weil die Geschäftsführung der Glaubwürdigkeit der Kirche geschadet habe. Zuvor hatte es jahrelang immer wieder vor allem aus konservativen katholischen Kreisen Kritik an Weltbild gegeben, weil es dort auch weltliche Literatur aus dem Erotik- und auch Esoterikbereich zu kaufen gibt.

Hohe Investitionen

Wie viele andere Medienunternehmen befindet sich Weltbild im Umbau zum Online- und Digitalgeschäft. "Dieser Umbau des Unternehmens führt zu einer vorübergehenden Verlustsituation", räumte die Sprecherin ein. Grund sei die Verringerung von Altgeschäften mit Filialen und Katalogen auf einen sinnvollen Kern. Zugleich müsse das Unternehmen hohe Investitionen stemmen, die sich erst später auszahlten. "Die Parallelität von Rückbau einerseits und Neuaufbau andererseits stellt in seiner Dimension eine enorme Herausforderung und Anstrengung dar."

Weltbild erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro. Die Augsburger Gruppe hat ihre Buchläden vor einigen Jahren mit den Filialen des früheren Rivalen Hugendubel in einem Gemeinschaftsunternehmen gebündelt. Mit rund 400 Läden zählt die Handelskette mit beiden Marken zu den Marktführern in Deutschland. Online ist Weltbild mit dem Portal weltbild.de und dem zusammen mit Axel Springer und Georg von Holtzbrinck betriebenen Shop buecher.de einer der größten Konkurrenten von Amazon in Deutschland.

Quelle: n-tv.de

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