Wirtschaft
In Asien brummt die Luftfahrt. Airbus schätzt, dass China in den nächsten Jahren 5000 neue Flugzeuge braucht.
In Asien brummt die Luftfahrt. Airbus schätzt, dass China in den nächsten Jahren 5000 neue Flugzeuge braucht.(Foto: REUTERS)

Fast 20 Milliarden Gewinn erwartet: Weltweite Luftfahrt erwartet rosige Zeiten

Der Luftfahrt geht es blendend: Der Airline-Verband Iata rechnet vor, dass die Branche 2014 fast 2 Milliarden Dollar mehr Gewinn machen wird, als erwartet. Und 2015 soll es noch besser werden - allerdings nicht in Europa.

Der Ölpreisverfall verhilft der Luftfahrtbranche in diesem Jahr zu einem überraschend hohen Gewinn. Der Überschuss werde voraussichtlich 19,9 Milliarden Dollar betragen, erklärte der internationale Airline-Verband Iata. Bisher hatte er mit einem Anstieg auf 18 Milliarden Dollar gerechnet. Für das kommende Jahr erwartet die Iata sogar einen Nettogewinn von insgesamt 25 Milliarden Dollar. "Die Aussichten für die Branche verbessern sich", erklärte Iata-Chef Tony Tyler.

Dazu trage neben dem gesunkenen Ölpreis auch die Erholung der Weltkonjunktur bei. Seit Ende Juni hat sich Öl wegen eines weltweiten Überangebotes um mehr als 40 Prozent verbilligt. Das macht sich auch bei Kerosin bemerkbar: Die Tankrechnung der Branche soll laut Iata im kommenden Jahr auf 192 Milliarden Dollar von voraussichtlich 204 Milliarden Dollar 2014 sinken.

Auch den beiden deutschen Marktführern dürfte die Entwicklung entgegenkommen: Während die Lufthansa in einem erbitterten Tarifkonflikt mit ihren Piloten feststeckt, schrieb Air Berlin wegen eines Sanierungsprogramms zuletzt einen Rekordverlust. Zur Entwicklung in Europa äußerte sich die Iata aber eher kritisch: Obwohl die Flugzeuge dort vergleichsweise gut ausgelastet seien, entwickele sich der Gewinn nur schleppend.

17 Prozent aller neuen Flugzeuge für China

Er soll der Prognose zufolge 2015 auf vier Milliarden Dollar von 2,7 Milliarden Dollar in diesem Jahr steigen. Damit sagt die Iata eine Gewinnmarge von 1,8 Prozent voraus. Weltweit liegt diese Kennziffer nach Steuern bei 3,2 Prozent. Für die Schwäche der europäischen Branche machte die Iata Vorgaben der Behörden, eine ineffiziente Infrastruktur und hohe Steuern verantwortlich.

Die stärkste Entwicklung erwartet die Iata 2015 in Nordamerika. Laut Prognose werden die Gewinne dort auf 13,2 Milliarden Dollar steigen von 11,9 Milliarden in 2014. Auch in Asien geht der Luftfahrtverband von einer Steigerung auf 5 Milliarden Dollar von 3,5 Milliarden Dollar aus

Besonders China bleibt auch für die Flugzeughersteller ein hochinteressanter Markt: Das Land braucht nach Airbus-Schätzungen in den nächsten zwei Jahrzehnten über 5300 neue Flugzeuge für Passagiere und Fracht im Gesamtmarktwert von 820 Milliarden Dollar (664 Milliarden Euro). Das sind 17 Prozent der gesamten weltweiten Nachfrage nach mehr als 31.000 neuen Flugzeugen in diesem Zeitraum, hält Airbus in einer globalen Marktvorhersage für die Jahre bis 2033 fest.

China werde in den nächsten zehn Jahren zum führenden Land beim Inlandsflugverkehr und damit die USA überrunden. Das aufstrebende Land mit dem riesigen und dynamischen Markt brauche mehr als 3500 einstrahlige Flugzeuge, knapp 1500 zweistrahlige und 319 sehr große Maschinen. Airbus will zu einer nachhaltigen Entwicklung des Luftverkehrs in China beitragen.

Quelle: n-tv.de

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