Wirtschaft
Die verspätete Anbindung von Windparks in der Nordsee an das Stromnetz belastete das Siemens-Ergebnis.
Die verspätete Anbindung von Windparks in der Nordsee an das Stromnetz belastete das Siemens-Ergebnis.(Foto: picture alliance / dpa)

Kräftiger Gewinn trügt: Windpark-Ärger lähmt Siemens

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen gut aus: Um mehr als eine Drittel kann der Dax-Konzern seinen Gewinn steigern - allerdings nur, weil die Sonderkosten diesmal geringer ausfallen. Gleichzeitig sinkt der Umsatz, auch bei den Aufträgen sieht es mau aus.

Siemens wird die Belastungen wegen zu spät fertiggestellter Großprojekte nicht los: Im zurückliegenden dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres traf es vor allem den Energiesektor. Dass die Ergebnisse insgesamt trotzdem über dem Vorjahr lagen, ist den noch höheren Restruktukturierungskosten geschuldet, die ein Jahr zuvor gebucht wurden. Rückgänge gab es indes bei Auftragseingang und Umsatz.

Insgesamt lag das Ergebnis der vier Unternehmensbereiche Energie, Gesundheit, Industrie und Infrastruktur im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bei 1,74 Milliarden Euro - und damit 37 Prozent höher als der Vorjahreswert. Der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten kam bei 1,37 Milliarden nach 1,01 Milliarden Euro heraus.

"Während wir in den meisten Bereichen gute Fortschritte erzielt haben, steht der Sektor Energy vor anhaltenden Herausforderungen in den nächsten Quartalen," sagte Siemens-Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser, der mittlerweile bereits ein volles Jahr lang an der Spitze des größten deutschen Industriekonzerns steht.

Weniger Aufträge und Umsatz als im Vorjahr

Die verspätete Anbindung von Windparks in der Nordsee an das Stromnetz belastete im abgelaufenen Quartal mit 128 Millionen Euro das Ergebnis. Bei einem Projekt in Großbritannien liefen 27 Millionen Euro Kosten auf. Im Vorjahreszeitraum wurden indes 418 Millionen an Restrukturierungskosten für das Sparprogramm 2014 gebucht, was die Ergebnisziffern in diesem Jahr besser aussehen lässt.

Rückläufig entwickelte sich jedoch der Auftragseingang. Er lag bei 19,41 Milliarden Euro, drei Prozent weniger als im Vorjahr. Ein Jahr zuvor waren es noch 20,11 Milliarden Euro - damals war aber ein 3 Milliarden schwerer Aufrag für neue Regionalzüge für London in den Zahlen enthalten.

Der Umsatz sank um 4 Prozent auf 17,92 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2013/14 geht Siemens nach wie vor von einem 15 Prozent höheren Ergebnis je Aktie aus, und will das Umsatzniveau des Vorjahres halten.

Analysten waren im Vorfeld von einem Auftragseingang von 19,26 Milliarden Euro und einem Umsatz von 18,66 Milliarden Euro ausgegangen. Das Nachsteuerergebnis aus fortgeführten Aktivitäten wurde bei 1,3 Milliarden Euro und das Ergebnis je Aktie bei 1,54 Euro gesehen.

Quelle: n-tv.de

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