Wirtschaft
Die Daten für Industrie und Bauwirtschaft für Oktober korrigierten die Statistiker nach oben.
Die Daten für Industrie und Bauwirtschaft für Oktober korrigierten die Statistiker nach oben.(Foto: dpa)
Montag, 09. Januar 2017

Exporte kräftig im Aufwind: Wirtschaft schaltet einen Gang höher

Das Statistische Bundesamt überrascht mit den Export-Zahlen für November. Denn zum Jahresende hat die deutsche Wirtschaft wohl noch einmal kräftig an Schwung gewonnen.

Die deutsche Wirtschaft kommt offenbar überraschend deutlich in Schwung: Im November haben die Exporte laut Statistischem Bundesamt noch einmal zugelegt, sodass Analysten nun auch für das gesamte Schlussquartal optimistischer gestimmt sind. Beispielsweise rechnen die Volkswirte der Commerzbank damit, dass sich das Wachstum der hiesigen Wirtschaft zwischen Oktober und Dezember auf 0,5 Prozent beschleunigt hat. Im Quartal zuvor ging es nur mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent aufwärts.

Gerade Industrie und Bauwirtschaft hatten zwar im November geschwächelt und lagen mit 0,4 Prozent hinter den Erwartungen zurück, weil aber die Statistiker auch das Plus im Oktober von 0,3 auf 0,4 Prozent nach oben revidierten, zeigen sich die Analysten zuversichtlich. "Zusammen mit dem starken Anstieg der Exporte im November um 3,9 Prozent gegenüber dem Vormonat deutet dies auf einen starken Jahresausklang für die deutsche Wirtschaft", sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.

Trotz internationaler Krisen floriert der Außenhandel. In unbereinigter Rechnung betrugen die Exporte im November 108,5 Milliarden Euro und die Importe 85,8 Milliarden Euro. "Das ist in beiden Verkehrsrichtungen der jeweils höchste bisher gemessene Monatswert", erklärte das Statistische Bundesamt.

Binnennachfrage bleibt Haupttreiber der Konjunktur

Analysten sind zuversichtlich. "Die Daten liefern einige Anhaltspunkte dafür, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal an Schwung gewonnen hat", bewertete ING-Volkswirt Carsten Brzeski die Entwicklung. Der Haupttreiber der Konjunktur werde aber die Binnennachfrage bleiben.

Brzeskis Kollege Stefan Kipar, Analyst bei der Bayern LB, sieht die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone wegen der guten Auftragseingänge in der Industrie mit Rückenwind in das neue Jahr gehen. "Angesichts der großen Zahl an potenziellen Belastungsfaktoren für die Konjunktur 2017, wie Brexit und die Wahlen in Frankreich und Deutschland, ist ein guter Start der Konjunktur aber auch nötig", so Kipar.

Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet wegen verbesserter Stimmungsindikatoren und Auftragseingänge ebenfalls mit einem soliden Winterhalbjahr. "In der Industrie und im Baugewerbe hat sich die Produktion nach einem schwachen Sommerhalbjahr spürbar belebt", erklärte das Haus von Minister Sigmar Gabriel bei der Vorlage der Daten zur Produktion.

Am Donnerstag wird das Statistische Bundesamt die Daten zum Wirtschaftswachstum im abgelaufenen Jahr und eventuell eine erste Schätzung zum vierten Quartal vorlegen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen