Wirtschaft

Hohe Geldstrafen für teure Wurst: Wurstkartell muss büßen

Die fetten Jahre in der Wurstbranche sind vorbei. Das Kartellamt will demnächst die ersten Millionenbußen wegen Preisabsprachen verhängen. Fast alle namhaften Fabrikanten waren beteiligt. Mancher fürchtet jetzt um seine Existenz.

Die teure Wurst kommt die Produzenten jetzt teuer zu stehen.
Die teure Wurst kommt die Produzenten jetzt teuer zu stehen.(Foto: picture alliance / dpa)

Das Bundeskartellamt präsentiert demnächst rund zwei Dutzend Wurstfabriken die Quittung für Kartellabsprachen in Deutschland. Den Beschuldigten drohen für die Preisabsprachen Strafen in insgesamt dreistelliger Millionenhöhe, wie der "Spiegel" berichtet.

Das Kartellverfahren begann demnach mit einer anonymer Anzeige gegen die Firma Heinrich Nölke, besser bekannt als Gutfried. Wie es heißt, durchsuchte die Bonner Behörde im Jahr 2009 insgesamt 19 Wurstfabriken, um Beweise für illegale Preisabsprachen in der Branche zu finden. Inzwischen hat sich die Zahl der Beschuldigten auf zwei Dutzend Firmen erhöht, wie der "Spiegel" schreibt. Darunter seien so gut wie alle namhaften Hersteller.

Erste Gespräche habe das Kartellamt mit betroffenen Firmen bereits geführt, heißt es. Die Branche sei beim Thema Preisabsprachen jahrelang "ziemlich sorglos" gewesen, räumte ein Manager der Wurstbranche ein.

Verbandschef: Manchen droht der Bankrott

Mehrere Wurstfabrikanten gaben ein Fehlverhalten zu: "Dass es in einzelnen Fällen Preisabsprachen gegeben hat, das wird auch von den Unternehmen eingeräumt", sagte Wolfgang Ingold, Präsident des Verbandes der Deutschen Fleischwarenindustrie, dem Hamburger Magazin. Allerdings seien nicht alle Vorwürfe zweifelsfrei belegt.

Ingold befürchtet Unternehmenspleiten, sollte das Kartellamt die traditionell profitschwache Wurstindustrie mit Millionenbußen überziehen. "Für manche Firma wird das existenzbedrohend", warnte Ingold demnach.

Das Bundeskartellamt muss sich immer wieder mit Preisabsprachen bei Lebensmitteln befassen. Im laufenden Jahr hob die Behörde bereits ein Schokoladen- sowie ein Kartoffelkartell aus.

Quelle: n-tv.de

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