Dienstag, 13. Juli 2010
Dunkle Schuldenwolken: ZEW-Index gibt nach
Die Anzeichen einer anhaltenden Konjunkturerholung können die professionellen Marktteilnehmer nicht trösten: Sie blicken laut einer regelmäßigen Umfrage Mannheimer Wirtschaftsforscher unter Anlegern und Analysten mit zunehmender Skepsis in die Zukunft.
Kehrseiten des Konsums: Abstrakte Risiken können konkrete Chancen verdecken.
(Foto: picture alliance / dpa)
Trotz der Konjunkturerholung sehen die Börsenprofis die Zukunft mit wachsenden Sorgen. Das ZEW-Barometer für die Aussichten in den kommenden sechs Monaten sank im Juli auf 21,2 Punkte von 28,7 Zählern im Vormonat. Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).
Der Index basiert auf den Ergebnissen einer regelmäßigen Umfrage unter rund 300 Anlegern und Analysten. Im Vorfeld befragte Experten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 25,0 Punkte gerechnet. "Ausschlaggebend für die gedämpften Erwartungen dürften die Schuldenkrise und die daraus resultierenden Sparmaßnahmen in verschiedenen Ländern gewesen sein", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.
Die Lage bewerteten die Börsianer dagegen deutlich besser. Dieses Barometer kletterte um 22,5 auf plus 14,6 Punkte. Experten hatten hier einen Anstieg auf minus 1,5 Zähler vorausgesagt.
Die Bundesbank rechnet für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent. Viele Bankenvolkswirte sind noch optimistischer. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist hingegen pessimistischer und erwartet lediglich ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,4 Prozent.
Zugleich hat der Fonds jüngst seine Prognose für das deutsche Wachstum im kommenden Jahr um 0,1 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent nach unten korrigiert. Dabei wiesen die IWF-Experten auf die Konjunkturrisiken hin, die sich aus der Schuldenkrise für die international stark verflochtenen Volkswirtschaften Europas ergeben könnten.
rts
Hintergründe zur Nachricht
Wirtschaft
-
"Das Urteil ist gefallen"
Schlecker steht vor dem Aus
-
Defizitabbau darf länger dauern
EU kommt Spanien entgegen
-
Zwischen Krisenangst und Optimismus
Konjunktur bleibt wackelig
-
Rätselraten um Bankia-Hilfen
EZB wurde gar nicht gefragt
-
Spanien-Angst wächst
Euro sackt auf Zweijahrestief
-
Im Sog des schwachen Euro
Rohstoffpreise fallen
-
Hype, Optionen, Börsenpsychologie
Wie tief fällt Facebook noch?
-
Banken kehren Europa den Rücken
China scheut das Risiko
-
(Turbo)-Calls auf Silber
143% Gewinn bei 32 $ möglich
-
Deal mit Booker
Metro schlägt britische Märkte los
-
Madrid wagt sich zu weit vor
EZB will Bankia nicht helfen
-
Schuldenkrise belastet
Asien-Börsen kommen zurück
