Wirtschaft
89 Filialen werden nicht mehr von Burger King beliefert und sind seitdem geschlossen.
89 Filialen werden nicht mehr von Burger King beliefert und sind seitdem geschlossen.(Foto: picture alliance / dpa)

Recherchen bei Burger King: Zustände in Yi-Ko-Filialen blieben schlimm

Abgelaufene Lebensmittel, Mangel bei der Arbeitssicherheit, Schikane der Mitarbeiter: Dem größten Franchisenehmer der Burger-King-Kette wurde gekündigt, weil sich an unhaltbaren Zuständen nichts geändert hat.

Seit den ersten Enthüllungen des Teams um den Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff über die Zustände in Burger King Restaurants der Yi-Ko-Holding haben sich diese im Grunde nicht verändert. Das zeigen seine jüngsten Recherchen, die bei RTL ausgestrahlt wurden.

Im Frühjahr 2014 hatte sich ein Mitarbeiter Wallraffs bei der Fastfoodkette eingeschlichen und dokumentierte prekäre Zustände bei der Hygiene, der Sicherheit und des Arbeitsrechtes. Darmbakterien und Keime wurde in extremen Mengen festgestellt. In der Konsequenz schloss Burger King zwei Filialen, Stefan Bork, Deutschland-Chef des Unternehmens kündigte an, die Restaurants der Yi-Ko-Holding strengen Kontrollen zu unterziehen.

Weiter abgelaufene Lebensmittel verkauft

Geändert hat sich dennoch nichts. Im Interview mit Günter Wallraff (Sendung vom 24.11.2014) schildert Bork, Yi-Ko habe die Bemühungen des Konzerns torpediert. "Letztlich gab es keinen anderen Ausweg, als dem Franchisenehmer zu kündigen", sagt Bork

Auch das Team Wallraff hat die Zustände in den Restaurants noch einmal überprüft und kam zu dem selben Schluss: An den mangelhaften Zuständen hat sich nichts geändert. Als Studentin Sabine getarnt, heuerte eine Mitarbeiterin Wallraffs bei Restaurants der Yi-Ko-Holding in verschiedenen Städten an.

Schon bei ihrem ersten Einsatz in einem Restaurant in Bochum wurden Etiketten vertauscht, um bei möglichen Kontrollen eine längere Haltbarkeit der Lebensmittel zu suggerieren. Beim zweiten Einsatz in einer Wiesbadener Filiale wurden alte Brötchen in Tüten mit einem falschen Haltbarkeitsdatum gefüllt, in Köln verarbeiteten Mitarbeiter massenhaft Brötchen, die bereits das Mindesthaltbarkeitsdatum um mehrere Tage überschritten hatten.

Auch die Arbeitssicherheit hatte sich nicht verbessert. Wie bereits im Frühjahr trugen die Angestellten beim Bedienen gefährlicher Schneidegeräte keine Schutzhandschuhe. Der Höhepunkt des Ekels: In einer Filiale tropfte Toilettenwasser aus dem ersten Stock in die Küche im Erdgeschoss. Die Yi-Ko-Holding - so geht es aus einem Schreiben hervor - wollte für die Reparatur des gravierenden Mangels nicht mehr als 150 Euro zahlen.

Von der Kündigung sind rund 3000 Mitarbeiter betroffen. Sie stehen nun vor einer unsicheren Zukunft.

Quelle: n-tv.de

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