Wirtschaft
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Freitag, 09. Oktober 2009

CFD-Strategien: Hedging einer Aktienposition

Kolja Gauer

Allgemein bezeichnet Hedging das Absichern von Finanzgeschäften gegen Risiken, wie Kurs- oder Wechselkursänderungen, mittels entsprechenden Wertpapiertransaktionen. Dazu wird eine Hedgingposition aufgebaut, die mit der abzusichernden Anlageposition gekoppelt ist. So lässt sich z.B. eine Aktienposition (long) mit Short-CFDs hedgen, die sich auf dieselbe Aktie beziehen. Vereinfacht ausgedrückt steigt dann die Hedgingposition im selben Umfang, in dem die Anlageposition fällt und umgekehrt. Zur exakten Berechnung der Kursveränderungen müssen Transaktions- und Finanzierungskosten bzw. –erträge, sowie ggf. Zins- und Dividendenzahlungen berücksichtigt werden. Da das Hedging Gewinne und Verluste neutralisiert, wird der Wert der Anlageposition gegen die Transaktions- und Finanzierungskosten des Hedginginstruments eingefroren. Es ist ratsam die Hedgingposition erst wieder aufzulösen, wenn der abzusichernde Risikofaktor beherrschbar erscheint.

Beispiel zum Hedging einer Aktienposition (long) mittels CFDs

Ein Anleger hält 97 Siemens-Aktien und möchte darin langfristig investiert bleiben. Seiner Einschätzung nach besteht beim aktuellen Aktienkurs von 61,36 Euro ein Rückschlagrisiko. Daher entschließt er sich die Siemens-Position abzusichern. Um den Hedge aufzubauen, erteilt er eine Market-Order über den Kauf von 97 Short-CFDs auf die Siemens-Aktie. Seine Order wird zum Kurs von 61,35 Euro ausgeführt. Die Einschätzung des Anlegers bewahrheitet sich und der Kurs fällt bis auf 54,82 Euro. Als die Siemens-Aktie wieder zu steigen beginnt und die Marke von 55,00 Euro nachhaltig überschreitet, beschließt der Anleger den Hedge aufzulösen, um vom erwarteten weiteren Kursanstieg zu profitieren. Sieben Tage nach ihrer Eröffnung stellt er daher die CFD-Shortposition per Market-Order glatt. Die Order wird zum Kurs von 55,12 Euro ausgeführt. Obwohl der Anleger die Siemens-Aktien noch länger hält, endet die Betrachtung dieses Beispiels bei einem Aktienkurs von 55,11 Euro.

Durch das Halten der Shortposition über Nacht entstehen Finanzierungserträge von 1,26 Prozent. Bei unterstellten Transaktionskosten in Höhe von 0,15 Prozent, stellt sich der Profit & Loss Account des Anlegers wie folgt dar:

Transaktionskosten

Eröffnung der Shortposition: 97 CFDs x 61,35 Euro x 0,15 Prozent = 8,93 Euro

Glattstellung der Shortposition: 97 CFDs x 55,12 Euro x 0,15 Prozent = 8,02 Euro

Transaktionskosten gesamt: 8,93 Euro + 8,02 Euro = 16,95 Euro

Finanzierungserträge

In diesem Beispiel: vereinfachte Berechnung mit konstanten Finanzierungskosten auf Durchschnittskursbasis.

Realität: tägliche Berechnung mit dem aktuell gültigen Finanzierungskostensatz auf Tagesschlusskursbasis.

Shortposition: 97 CFDs x (61,35 Euro + 55,12 Euro) / 2 x 1,26 Prozent x 7 Tage / 360 Tage = 1,38 Euro

Bruttogewinn / -verlust

Shortposition (realisierter Gewinn): (61,35 Euro – 55,12 Euro) x 97 CFDs = 604,31 Euro

Anlageposition (Buchverlust): (55,11 Euro - 61,36 Euro) x 97 Aktien = -606,25 Euro

Nettoverlust: 604,31 Euro – 606,25 Euro + 1,38 -16,95 Euro = 17,51 Euro

Mit einem Nettokapitaleinsatz von 17,51 Euro hat der Anleger seine Anlageposition im Volumen von 5.951,92 Euro (= 97 Aktien x 61,36 Euro) über sieben Tage hinweg abgesichert.

Quelle: n-tv.de