Wirtschaft

Neu als Senior Manager: Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden

Der Wechsel in eine neue Firma ist oft auch ein Karrieresprung. Wenn man als Führungskraft neues Terrain betritt, wird das Auftreten natürlich besonders kritisch beäugt. Fehler, die man am Anfang macht, lassen sich hinterher nur schwer wieder ausbügeln.

(Foto: imago/Westend61)

Kollegen, Vorgesetzte, Umgebung – alles ist neu. Sogar die Kaffeemaschine funktioniert ganz anders als der Vollautomat, der in der alten Firma stand. Wer einen Jobwechsel hinter sich hat, muss sich erst einmal etwas eingewöhnen. Und als wäre das nicht schon stressig genug, muss man auch noch einen guten ersten Eindruck hinterlassen. Hier erfahren Sie, wie Sie diese Herausforderung meistern können.

Reden ist Gold, Zuhören auch

Wer verschüchtert und zurückhaltend wirkt, erzeugt bei den neuen Mitarbeitern eher Mitleid als Interesse. Klar müssen Sie sich einarbeiten, trotzdem sollten Sie nicht bis Feierabend  nur still auf dem Bürostuhl sitzen. Sprechen Sie aktiv Ihre neuen Kollegen an, stellen Sie Fragen, wenn Ihnen etwas unklar sein sollte und vergessen Sie auf keinen Fall gelegentliche Smalltalks. Auch wenn Sie viel zu sagen hätten, geraten Sie nicht ins Monologisieren. Wer pausenlos redet, wird anderen früher oder später auf die Nerven gehen. Üben Sie sich auch im Zuhören. Vielleicht haben Ihre Kollegen interessante Vorschläge? Oder Sie entdecken gemeinsame Ansichten und Interessen?

Setzen Sie Ihre Expertise gezielt und lösungsorientiert ein

Mögen Sie Besserwisser? Vermutlich nicht. Und mit Sicherheit wird Ihrem neuen Team auch nicht daran gelegen sein, ständig über Defizite belehrt zu werden. Wenn Sie für ein Projekt verantwortlich sind, ist es natürlich Ihre Pflicht, Verbesserungsvorschläge zu formulieren. Wer jedoch den eigenen Mitarbeitern ständig ins Wort fällt und sich womöglich auch noch selbst beweihräuchert, der wird sich bei anderen schnell unbeliebt machen. Gehen Sie auch hier den goldenen Mittelweg: Bringen Sie Ihre Expertise, der Sie letztlich Ihre jetzige Position zu verdanken haben, gezielt ein. Argumentieren Sie lösungsorientiert und vermeiden Sie selbstreferenzielle Begründungen. Ein Beispiel: "Vom Projektmanagement habe ich als ehemaliger Projektleiter bei YX die meiste Ahnung, deswegen hört auf mich und verschiebt die Deadline" kommt nicht so gut an. Besser: "Dieser Zeitplan ist schwer umsetzbar, weil unsere Ressourcen zu diesem Zeitpunkt bereits ausgelastet sind. Wir könnten die Deadline um zwei Wochen verschieben und hätten dann ausreichend Ressourcen frei."

Vermeiden Sie Nostalgie

"In meiner alten Firma gab es täglich frisches Obst gratis." Das ist sicher schön, trotzdem sollten Sie Ihren Kollegen solche Anekdoten lieber ersparen. Warum? Weil Sie nun in einem anderen Unternehmen tätig sind und sich auf die Gegenwart konzentrieren sollten. Ziehen Sie eine klare Schlusslinie und verherrlichen Sie Ihren alten Job auf keinen Fall. Wer zu sehr in Erinnerungen schwelgt, wirkt unzufrieden auf andere. Zeigen Sie lieber, dass Sie im neuen Unternehmen gut angekommen sind. Konzentrieren Sie sich auf die positiven Dinge im neuen Job und versuchen Sie es statt ewigen Vergleichen lieber mit einem gelegentlichen Lächeln und positiven Bemerkungen über Ihr neues Unternehmen.

Nehmen Sie die Menschen in Ihrer Umgebung wahr

Ein Führungsstil, bei dem Projekte im Befehlston durchgesetzt werden und das Team nur ordentlich spuren soll, ist aus der Mode gekommen. Aus gutem Grund. Wenn Sie Unternehmensziele erreichen wollen, sind Sie auf die Mitarbeit Ihres Teams angewiesen. Und dessen Sympathien werden Sie sich mit zu viel Selbstgefälligkeit definitiv verspielen. Wahrscheinlich haben Sie sich Ziele in der neuen Firma gesetzt: Ob Sie eine Umsatzsteigerung erzielen oder den Workflow optimieren wollen – hören Sie sich bei Ihren Mitarbeitern um, bevor Die Beschlüsse fassen. Lernen Sie ihr Feedback zu schätzen und sehen Sie dieses als Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Und natürlich kann es auch nicht schaden, der Mitarbeiterin zum Geburtstag zu gratulieren, wenn man nächste Woche auf ihre Zustimmung zum neuen Projekt hofft.

Haushalten Sie mit Ihren Kapazitäten

Sie wollen sich besonders engagiert zeigen. Deshalb haben Sie angeboten, die Präsentation für das nächste Teammeeting zu erstellen, die Bilanzen vom letzten Monat noch einmal durchzurechnen und auch bei der Organisation des Sommerfestes wollen Sie nur zu gerne mitwirken. Moment! Gerade wer neu ist, möchte sich durch Eigeninitiative und Engagement hervortun. Allerdings sollten Sie sich am Anfang nicht mit Aufgaben überladen. Zeigen Sie Initiative – aber besser in Maßen. Schließlich bringt es nichts, wenn Sie mit Ihren selbstgewählten Missionen so viel zu tun haben, dass Sie mit Ihren neuen Aufgaben als Senior Manager nicht mehr zu Rande kommen.

Wie geht es weiter?

Wenn die erste Zeit überstanden ist, können Sie Ihr Aufgabenfeld selbstständig erweitern. In der Eingewöhnungsphase haben Sie Ihr Team kennengelernt. Inzwischen können Sie die Stärken und Schwächen des Einzelnen gut einschätzen. Ein sinnvoller nächster Schritt kann sein, die Produktivität des Teams und das Arbeitsklima zu optimieren. Anregungen finden Sie beispielsweise beim Karrieredienst Experteer. Im Online-Magazin erfahren Sie beispielsweise, wie Sie ein gutes Arbeitsklima schaffen und dabei Ihre Mitarbeiter motivieren.

Quelle: n-tv.de

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