Wirtschaft
Mittwoch, 08. Oktober 2014

Nicht auf den Zufall warten: So bekommen Sie mehr Geld

Ihre gute Arbeit schlägt sich nicht auf Ihrem Konto nieder? Das wirkt auf Dauer frustrierend und bremst die Motivation. Wenn Sie mehr aus Ihrer Karriere herausholen wollen, sollten Sie strategisch vorgehen.

Große Gehaltssprünge sind bei einem Jobwechsel möglich.
Große Gehaltssprünge sind bei einem Jobwechsel möglich.(Foto: imago/Westend61)

Geld allein mag nicht glücklich machen, trotzdem hätte fast jeder gerne mehr davon. Doch gute Arbeit allein macht nicht reicher. Selbst wenn Sie für die Firma unentbehrliche Dienste leisten, dürfen Sie nicht hoffen, dass man Ihnen aus freien Stücken üppige Gehaltserhöhungen hinterherwirft. Wie also kommt man zu mehr Geld? Sie müssen sich bewegen, so viel ist klar. Warten Sie also nicht auf den Zufall, sondern nehmen Sie Ihre Karriere selbst in die Hand. Hier einige Tipps:

1. Erkennen Sie Ihren Marktwert

Für den Wachmann sind 1000 Euro ein Monatslohn, für den erfolgreichen Berater ein Tagessatz – die Definition von "mehr Geld" ist also immer subjektiv. In welchem Rahmen sich Ihre Vorstellung bewegt, hängt unter anderem davon ab, in welcher Region und in welcher Branche Sie arbeiten und welche Stelle Sie dort innehaben.

Natürlich ist es ungünstig fürs Ego, wenn Sie Ihre jahrzehntelange Karriere an der eines dreißigjährigen Marc Zuckerberg messen. Finden Sie stattdessen heraus, was andere Menschen mit Ihrer Qualifikation in vergleichbaren Positionen verdienen. Hilfreich ist hier beispielsweise der Gehaltsrechner von Experteer. Wenn Sie zu der Ansicht kommen, dass Sie für Ihre Arbeit mehr verlangen könnten, haben Sie eine gute Ausgangsbasis.

2. Setzen Sie Ziele

Auf den ersten Blick ist "Alice im Wunderland" ein Kinderbuch, doch die Weisheiten, die Lewis Carroll formuliert, werden auch von Karriereberatern gern zitiert. Die Grinsekatze liefert eins der tiefsinnigsten professionellen Statements: "Wenn du nicht, weißt wohin du möchtest, dann bringt dich jeder Weg dorthin".

Die erfolgreichsten Kandidaten haben unterschiedliche Hintergründe, aber eins eint sie: klar definierte Karriereziele. Sie wissen genau, in welchem Industriezweig sie arbeiten wollen, in welcher Funktion und auf welcher Führungsebene. Diesen Anspruch gilt es zu untermauern. Zwischen 5 und 20 Expertisen geben die Kandidaten in Bezug auf ihren Ziele an. Das klingt aufwendig, ist aber auch nötig, wenn Sie aus der Konkurrenz um die besten Positionen herausstechen wollen. Durchdenken Sie Ihre Ansprüche gut, Ihre Fähigkeiten sollten mit Ihren Zielen in Einklang stehen.

3. Investieren Sie in sich

Sie wollen auf Ihrem Gebiet zur Koryphäe werden? Oder wenigstens zum gefragten Experten? Dann arbeiten Sie daran! Um in einer Sache richtig gut zu werden, müsse man sich vorher etwa 10.000 Stunden mit ihr auseinandersetzen, schreibt Malcolm Galdwell in seinem Bestseller "Überflieger". Die These ist bei Erfolgsforschern umstritten, insbesondere weil sie Talent als Faktor vernachlässigt. Doch auf die Erkenntnis "von nichts kommt nichts" dürften sich alle einigen können.

Wenn Sie erfolgreich sein wollen, müssen Sie also investieren: Zeit und wahrscheinlich auch Geld. Gibt es kostenpflichtige Tools, die Ihnen die Arbeit erleichtern? Wenn Sie hilfreich sind, nutzen Sie sie. Gibt es Menschen, die Ihnen lästige Arbeiten abnehmen können? Bezahlen Sie sie. Gibt es teure Fortbildungen, die Sie weiterbringen? Gehen Sie hin, wenn Sie es sich leisten können. In Anbetracht dessen, was Sie langfristig verdienen können, ist das Geld gut angelegt.

4. Nutzen Sie die richtigen Netzwerke

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum manche Menschen eine steilere Karriere hinlegen als andere mit den gleichen Qualifikationen? Oft sind es Unterschiede in den professionellen Kontakten und Netzwerken. Hochbezahlte Positionen werden nicht unbedingt über Stellenausschreibungen vergeben. Firmen reduzieren die Einstellungsrisiken und den Bewerbungsaufwand, indem sie Menschen anstellen, die ihnen empfohlen wurden.

Müssen Sie sich jetzt beim Golfclub anmelden oder großzügig Visitenkarten verteilen? Nicht unbedingt. Viel entscheidender ist ein engagiertes Headhunter-Netzwerk. Die Elite-Personalvermittler haben stets einen aktuellen Überblick über die neuesten Spitzenpositionen und können diese mit Ihrem Profil abgleichen. Ein Headhunter, der Sie schon einmal interviewt hat und über Ihre Wünsche Bescheid weiß, wird sich bei Ihnen melden, wenn er eine Position aufspürt, die zu Ihnen passt.

Nun müssen Sie es noch schaffen, sich ins Blickfeld der Karrieremacher zu bringen. Ein erster Schritt sind Karrierenetzwerke wie Xing oder LinkedIn. Für die gezielte Suche nutzen Headhunter oft die Datenbank von Experteer, auch dort sollten Sie also mit einem professionellen Profil präsent sein.

5. Treffen Sie Standortentscheidungen

Zum Beispiel München: Im Bereich Strategie können Manager am meisten für sich herausholen.
Zum Beispiel München: Im Bereich Strategie können Manager am meisten für sich herausholen.

Etwa 23 Prozent aller hochbezahlten Stellen im Automobilsektor liegen im Dreieck München, Stuttgart, Ingolstadt. Das ist nicht verwunderlich, denn dort haben sich die größten Unternehmen dieser Industrie etabliert. Im Bereich Konsumgüter bilden Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf das goldene Trio mit 20 Prozent aller gutdotierten Stellen. Die Gründe für diese Verteilung liegen auf der Hand und es ist für Ihre Karriere ausschlaggebend, diese Art von Bewegungen zu erkennen und ihnen gegebenenfalls zu folgen.

Ein nicht ganz unwesentlicher Faktor bei der Standortentscheidung sind natürlich die Lebenshaltungskosten vor Ort. Was hilft ein Gehaltssprung von 15 Prozent, wenn Sie 30 Prozent mehr für die Miete kalkulieren müssen, Ihre Supermarktrechnung zehn Prozent höher ausfällt und sich die Kita-Gebühren verdoppeln? Definieren Sie für sich eine bestimmte Art von Geldfluss, die Sie erreichen wollen. Das kann Ihr gesamtes Nettoeinkommen sein, aber auch der Betrag, der Ihnen nach Abzug aller Kosten übrig bleiben soll. Dieses Ziel dient Ihnen nicht nur zur persönlichen Orientierung. Der Lebenshaltungskostenindex ist auch bei der Gehaltsverhandlung ein gutes Argument.   

 

Quelle: n-tv.de

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