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Nach dem Willen von GM könnten Opel und PSA Peugeot und Citroen in Zukunft in Europa eine Einheit bilden.

Nach dem Willen von GM könnten Opel und PSA Peugeot und Citroen in Zukunft in Europa eine Einheit bilden.

Donnerstag, 23. Februar 20122012-02-23 11:48:05

Per Saldo - Die Wirtschaftskolumne: Nächstes Opfer für GM

von Holger Preiss

GM geht es gut, sehr gut. Der US-amerikanische Autobauer fährt Milliardengewinne ein. Bei Opel türmen sich die Verluste. Allein sind die Rüsselsheimer nicht in der Lage, in Europa zu bestehen. Jetzt wird überlegt, ob es nicht eine Rettung gebe. Die könnte in Frankreich liegen und hieße dann wohl "Peugeopel".

Es ist schon erstaunlich. Der weltgrößte Autobauer General Motors macht 2011 einen Gewinn von 7,6 Milliarden Dollar. Angesichts dieser Summe scheinen die von Opel und Vauxhall eingefahrenen Verluste von 440 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen 2011 lächerlich. Dennoch werden wieder Stimmen in den USA laut, die fordern, Opel einzudampfen.

Logisch, denn seit seiner Gründung im Jahre 1908 basiert GM auf den ökonomischen Grundlagen des puren Kapitalismus: ausschließlich ausgerichtet auf kurzfristige Gewinne. Dafür sind Visionen und solide Partnerschaften eher hinderlich. Spätestens dann, wenn sie keinen Gewinn mehr abwerfen. Apropos Kapitalismus: Der zählt natürlich nur solange, bis man selber ins Schlingern gerät. Wir erinnern uns, dass sich GM in der Not nicht zu fein war, von der US-Regierung 50 Milliarden Dollar anzunehmen, um das eigene Aus abzuwenden. Seitdem ist der Staat der größte Anteilseigner, am nunmehr wieder größten Autobauer der Welt.

Ein Wohltäter war GM nie

Der Gründer von GM, William C "Carpo" Durant, hatte sich bereits vor 1908 als skrupelloser Spekulant hervorgetan. Mit rüden Methoden schmiedete er General Motors immer aus der Sicht eines Bankers, aber nie aus der eines Autobauers. Als GM 1929 Opel übernahmen, waren die US-Amerikaner die Retter. Durch die Wirtschaftskrise war der deutsche Autobauer angeschlagen und die Übernahme sicherte das Überleben.

Reine Wohltätigkeit war das aber nicht. Es ging GM um gutes Investment, Expansion und satte Gewinne. Schließlich wollten die Amerikaner neue Absatzmärkte für US-Autos erschließen. Ohne Opel wäre GM schon wegen Preis, Größe und Zoll an der Alten Welt gescheitert. An dem Profit, den Opel über Dekaden erwirtschaftete, gab es dann auch  nichts auszusetzen.

Im Gegenteil, der Erfolg weckte immer neue  Begehrlichkeiten. GM erlag der Verlockung, Opel nicht nur als  tüchtige Tochter zu behandeln, sondern deren Reize und Fähigkeiten konzernweit zu prostituieren. Um die deutschen Gewinne nicht versteuern zu müssen, drückte General Motors den Rüsselsheimern immer mehr Entwicklungsarbeiten auf. Den entsprechenden Aufwand schrieben die US-Amerikaner als Verlust in Rüsselsheim ab, die Vorteile, die  GM-Töchter in anderen Ländern daraus zogen, konnten dann in den USA als Gewinn verbucht werden.

PSA hat die gleichen Probleme wie Opel

Jetzt scheint GM ein neues Opfer gefunden zu haben. Der in Schwierigkeiten steckende Autobauer PSA Peugeot Citroen will eine "strategische" Partnerschaft mit dem Opel-Mutterkonzern eingehen, wird gemunkelt. Stellt sich die Frage: warum? Peugeot Citroen hat Probleme in seinem Kerngeschäft, dem Verkauf von Autos. In Europa, wo der Konzern 60 Prozent seiner Fahrzeuge absetzt, hat das Unternehmen unter der Wirtschaftsschwäche in den südlichen Ländern zu leiden und muss in einem harten Preiskrieg bei den Kleinfahrzeugen bestehen. Allein im vergangenen Jahr hat sich der Gewinn auf 588 Millionen Euro halbiert.

Damit hat PSA aber die gleichen Probleme wie Opel. Das Kerngeschäft liegt in Europa. Die Expansion auf boomende Automärkte wie China oder gar den USA wird Opel durch GM verwehrt. Ganze 5000 Fahrzeuge durften die Rüsselsheimer im vergangenen Jahr in China verkaufen. Dafür drängt GM mit seiner Hausmarke Chevrolet immer weiter auf den deutschen Markt. Dabei ist vieles, was unter den Blechkleidern der amerikanischen Fahrzeuge beheimatet ist, Opel-Technik.

Natürlich gibt es Möglichkeiten, Opel im Konzernverband zu retten. Die Verlagerung von Teilen der GM-Produktion nach Deutschland wäre nur eine. Zum Beispiel könnte der Chevrolet Aveo in Bochum gebaut werden. Doch stattdessen wird über die Schließung des Werks verhandelt, und selbst Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke kann dieses Horrorszenario nicht mehr ausschließen. Und auch nach einem Zusammengehen von GM und PSA würde sich daran nichts ändern.

Überleben kostet Geld

Selbstverständlich können PSA und Opel Schulter an Schulter Überkapazitäten abbauen und damit eine deutliche Kostensenkung herbeiführen. Hinzu kommt, dass bei einer langfristigen Kooperation auch die Entwicklung gemeinsamer Plattformen denkbar wäre, auf denen unterschiedliche Fahrzeuge aufgebaut sind. Doch das kostet Zeit und Geld. Geld, das GM nicht bereit sein wird auszugeben.

Insofern bremsen die Franzosen die Euphorie und bemerken, dass die Verhandlungen zwar im Gange sind, aber dass es keinerlei Sicherheiten gibt, dass die auch zu einem Ergebnis führen. Sollten sich PSA und General Motors dennoch einigen, könnte die Zusammenarbeit bereits in der ersten März-Woche auf dem Automobilsalon in Genf bekannt gegeben werden, orakelt die französische Presse.

Und dann? Wird GM erneut Know-how abschöpfen, Geld in das Mutterhaus transferieren, um dann gewinnstrebend den Markt für sich zu erobern? Die Geschichte lehrt, dass dies für die US-Amerikaner ein gangbarer Weg ist.

Quelle: n-tv.de

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Kommentare
Opelaner schreibt:
23.02.2012 12:06

Es ist doch vollkommen klar, was da läuft!! Die ziehen das deutsche Knowhow ab und retten in den USA eigene Arbeitsplätze. Was schert es Detroit, wenn in Deutschland Jobs flöten gehen? Merkel hätte Opel damals mit deutschem Steuergeldretten sollen!!!

Hans-Joachim schreibt:
23.02.2012 12:19

Gemach, gemach. Wem gehört denn das Unternehmen? Was täten wir denn machen, wenn die Machtzentrale nicht in Detroit, sondern in sagenwirmal in Rüsselsheim läge? So läuft das nun mal

Helmut Galle schreibt:
23.02.2012 12:57

Hier wird m.E. unfair gehandelt. GM war so gut wie pleite und rettete sich unter Gläubigerschutz.Dann wurde auf Kosten der Anderen saniert. Man hat ge-merkt, daß das deutsche know how der Entwickler in Rüsselsheim auch für die USA unverzichtbar ist und bleibt. Aber warum kommen Opel und Vauxhall auf keinen grünen Zweig? Das liegt wohl daran, daß GM zwar so tut, als sei man auf die europäischen Töch-ter nicht angewiesen, einen Verkauf ausschließt und auf die in Europa erwirtschafteten guten Gewin-ne nicht verzichtet. Und nur deshalb arbeiten die Europäer mit Verlusten. Dazu kommt noch, daß man die Opel-Marken unter anderen Namen weltweit mit Gewinn anbietet, Opel und Vauxhall aber diese Märkte verbietet und auf Europa beschränkt! So kann man nur mitVerlust arbeiten.

Ric schreibt:
23.02.2012 13:07

Es interessiert doch keinen Amerikaner ob es Opel gut geht. Gewinne rausziehen, massive Einsparungen fordern und keine Reinvestition. Dazu kommt noch, dass sie die Patente, die Opelaner entwickelt haben für sich behalten und so eine Selbständigkeit verhindern. Zusätzlich die Exportverbote in Länder, wo GM die Absätze einheimsen möchte. Da wo Geld im Spiel ist hört jegliche Verantwortung und Menschlichkeit auf, somit glänzt GM auf dem Weltmarkt und Opel wird immer als Verlierer dastehen. Und ja, ich bin der Meinung, Opel könnte es ohne GM!

neue Märkte schreibt:
23.02.2012 14:46

Für PSA Peugeot/Citroenwäre der Zugang zu neuen Märkten außerhalb Europas, beispielweise über das US-Händlernetz. Wenn dies aber bereits Opel verwehrt wird, werden Sie dies von GM wohl kaum kriegen. Man denke auch an die Querschüsse bei der Saab - Rettung. Peugeot führe wohl mit einem Ausbau der Zusammenarbeit mit BMW/Mini besser, oder mit Fiat/Chrysler.

Godfather schreibt:
23.02.2012 16:05

Der weltgrößte Autobauer General Motors - seit wann ? habe ich etwas verpasst ? - Dachte immer es sein Toyota und Volkswagen.

Bochumer_Ex-Opelaner schreibt:
23.02.2012 22:57

Ich habe 2008 mit 38 Jahren bei Opel-Bochum gekündigt und habe mir einen neuen Job gesucht, weil ich damals schon wußte, dass das Bochumer Werk bald dicht macht. Die Gebäude-Struktur des Werkes war damals schon so marode, dass bestimmt hunderte Millionen Euros in die Gebäude gepumpt werden muss um überhaupt einer weitern Produktion Sicherheit zu gewährleisten. Die Amis haben Bochum seit 1962 nur ausgesaugt. Damals hiess es schon, das eine Produktion über mehrere Etagen viel zu teuer wär. Warum hat man es dann so gebaut?? Bis ca. zum Jahr 1989 hat Opel Bochum schon des öfteren für andere Werke den Karren aus dem dreck gezogen. Die Bochumer waren zeitweise die einzigsten, die bei schneller Arbeit gute Qualität hinlegten. Dann kam der von den Amis vorgeschriebene sparzwang Mitte der 90´er es wurde da eingespart und dort Billigteile eingekauft und das Image vom Klapper-Astra war geboren. Die Qualität heute hat sich wieder super gebessert aber leider wird man das Image nicht so schnell los. Für die Aktionäre von GM ist so vorerst kein Gewinn mehr von Opel zu erwarten, also läßt man Opel wegsterben. Mohr, du hast deine schuldigkeit getan, jetzt kannste gehn. Gruss an alle Bochumer Opelaner aus dem schönen Bayern, wo es noch arbeit gibt.

Gomme schreibt:
24.02.2012 01:21

Sehr sehr schwach das Ganze und damit meine ich diese billige Polemik von Herrn Preiss. Während einige unser heutigen Spekulanten weiterhin auf steigende Preise im Nahrungsmittelsektor wetten, diffamieren Sie William C Carpo Durant als skrupellosen Spekulanten und GM als Freierdie Opel prostituiert ohne es weiter auszuführen. Außerdem sind Verluste in der heutigen Zeit wo jeder Staat, Haushalt und Konzern auf der Welt verschuldet ist, kein Problem. Nichtmal für Opel, Investoren finden sich ja immer und erst recht in Zeiten der 0-Zins Politik. Hauptsache die Arbeitsplätze sind gesichert, Geld ist ja übrigens genug da, solange die Pressen konstant gekühlt werden. Noch als kleine Anmerkung zum Schluss: Wie hätte die Überschrift wohl Mitte des letzten Jahrhunderts bei einigen deutschen Motorenherstellern gelautet? ....nächste Opfer.... ganz sicherlich nicht. Da ist GM immernoch ein Engel.

sonnewirt schreibt:
24.02.2012 07:16

Opel kann bankrott, ich hab krasse 3ern BMW!!!!!!!!

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