Wirtschaft
Echte Enttäuschung: Der ISM-Index bleibt unter 50 Punkten.
Echte Enttäuschung: Der ISM-Index bleibt unter 50 Punkten.(Foto: AP)

Schwacher ISM-Index bremst nur kurz: Autokonzerne treiben Wall Street

Der neue Börsenmonat beginnt für Anleger an der Wall Street mit einem Bündel an Konjunktursignalen: Der ISM-Index fällt schwächer aus als erwartet. Die Lage am Immobilienmarkt bleibt ebenfalls unter den Erwartungen. Dow und Co. schließen am Ende aber auf Tageshochs.

Trotz eines überraschend schwachen ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe hat die Wall Street zu Wochenbeginn mit einem Plus geschlossen. Der Index fiel nicht nur schlechter aus als erwartet, mit einem Stand von 49 im Mai blieb er sogar unter der Expansionsschwelle von 50. Der ISM-Index liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit Juni 2009. Ein Indexstand oberhalb von 50 deutet ein Wachstum an, Stände unterhalb dieser Marke eine Kontraktion der Wirtschaft.

"Sollte noch jemand daran geglaubt haben, dass die US-Notenbank im Juni ihr Anleihe-Kaufprogramm zurückfährt, dann haben die ISM-Daten wohl das endgültige Ende für diese Spekulationen eingeläutet", meinte Stratege Dan Greenhaus von BTIG. Enttäuschend waren zudem die Daten für die Bauausgaben im April. Sie stiegen weniger stark als erwartet und fielen damit aus dem Rahmen der zuletzt überwiegend guten Daten vom US-Immobilienmarkt.

Während der Dow-Jones-Index sich nahezu über die gesamte Sitzungsdauer im positiven Terrain behaupten konnte, schafften der S&P-500 und der Nasdaq-Composite erst gegen Ende der Sitzung den Sprung ins Plus. Der Dow-Jones-Index kletterte um 0,9 Prozent auf 15.254 Punkte. Der S&P-500 erhöhte sich um 0,6 Prozent auf 1640 Punkte und der Nasdaq-Composite legte um 0,3 Prozent auf 3465 Punkte zu. Alle Indizes schlossen auf ihren Tageshochs.

Der Anleihemarkt war ein Profiteur des schwachen ISM-Index. "Die Daten zeigen, dass eine Reduzierung des Anleihe-Kaufprogramms noch keine ausgemachte Sache ist", sagte Analyst Eric Green von TD Securities. Einen weiteren wichtigen Hinweis dürften die US-Arbeitsmarktdaten für Mai am Freitag liefern, hat doch die Fed ihr weiteres Vorgehen eng an die Entwicklung am Arbeitsmarkt gekoppelt. Die Rendite zehnjähriger Treasurys fiel um drei Basispunkte auf 2,13 Prozent.

Wenig Unternehmensnachrichten

Nachrichten zu einzelnen Unternehmen waren dagegen rar. Gestützt wurde der Dow-Jones-Index auch von den Aufschlägen bei der Aktie von Merck & Co, die mit einem Plus von 4 Prozent der größte Gewinner war. Hintergrund sind positive klinische Ergebnisse für ein Krebs-Medikament.

Gefragt waren auch die Intel-Titel mit einem Aufschlag von 3,7 Prozent. Die Analysten von FBR haben die Papiere zum Kauf empfohlen. Linkedin-Titel gaben dagegen um 1,4 Prozent nach, obwohl die Credit Suisse die Titel zum Kauf empfohlen hat.

Die Aktien von Ford profitierten von guten Absatzzahlen für den Monat Mai und legten um 1,3 Prozent zu. Es wurden insgesamt 14 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als im entsprechenden Vorjahresmonat. Bei General Motors fiel das Plus mit 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zwar deutlich niedriger aus, für die Titel ging es dennoch um 1,6 Prozent nach oben.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen