Wirtschaft
Blick über das Parkett in Frankfurt.
Blick über das Parkett in Frankfurt.(Foto: Reuters)

Respekt vor der magischen Marke: Dax behält die 10.000 im Visier

Seit dem Jahreswechsel hat der Dax schon wieder knapp zwei Prozent zugelegt, das müssen Anleger erst einmal verkraften. Das nächste große Ziel bleibt in Reichweite.

Die Kräfte mögen schwinden, die 10.000 Punkte bleiben aber in Reichweite.
Die Kräfte mögen schwinden, die 10.000 Punkte bleiben aber in Reichweite.

Der Höhenflug an den Börsen hält im neuen Jahr an. Aber nach dem jüngsten Kursplus, bei dem der deutsche Leitindex Dax erstmals in seiner Geschichte die 9700er-Marke geknackt hat, genehmigen sich einige Anleger doch eine Auszeit.

Der Dax schaffte es im Tagesverlauf zwar knapp an sein Rekordhoch von 9747,40 Zählern heran, landete am Schluss aber mit 0,1 Prozent im Minus bei 9717 Punkten. Damit blieb der Leitindex aber noch in Reichweite der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten.

Die Anleger genießen offenbar die Höhenluft, denn seit dem Jahreswechsel hat der deutsche Aktienindex schon wieder knapp zwei Prozent hinzugewonnen - nach satten plus 25 Prozent im Vorjahr.

Der EuroStoxx50 hat ebenfalls eine Pause eingelegt. Er  konnte sein Fünfeinhalb-Jahres-Hoch von 3170,03 Punkten nicht halten und verlor 0,5 Prozent auf 3150 Stellen.

Schub bekamen die Kurse weiterhin von den positiven globalen Konjunkturprognosen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Doch mischen sich unter die optimistischen auch kritische Stimmen, die vor einem baldigen Absturz warnen.

Die Luft wird dünner

"Eigentlich ein Katzensprung, aber reicht die Luft noch?", fragte Sarah Brylewski, Deutschland-Chefin des Brokerhauses Gekko Global Markets. Denn inzwischen mahnten einige Indikatoren doch zur Vorsicht.

Bis auf Lanxess notierten sämtliche Dax-Werte über ihrem Durchschnittskurs der vorangegangenen 200 Handelstage, betont die Expertin. Das entspreche einer Quote von 96 Prozent. "Erfahrungsgemäß setzt bereits ab einer Quote von 90 Prozent eine Konsolidierung in Form einer Kurskorrektur oder Seitwärtsbewegung ein."

Daniel Saurenz von Feingold Research bleibt derweil optimistisch: "Ordentliche Konjunkturdaten, ein guter Start in die Quartalssaison der USA sowie das frische Investorengeld vom Jahresanfang treiben den Dax Richtung 10.000 Punkte", so seine Prognose.

Auch Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black sagte eine Fortsetzung der aktuellen Rally voraus. "Der Markt preist derzeit eine Menge positiver Nachrichten ein." Hierzu gehörten ein beschleunigtes Wirtschaftswachstum, die steigenden Unternehmensgewinne und eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik. Um den Optimismus aufrecht zu erhalten, müssten diese Hoffnungen aber mit harten Fakten untermauert werden, betonte Huber.

Beiersdorf überzeugt

Bei den deutschen Unternehmen stand Beiersdorf im Rampenlicht. Die Aktien stiegen um bis zu 2,3 Prozent auf ein Rekordhoch von 77,05 Euro, nachdem der Kosmetikkonzern ein Umsatzplus bekanntgegeben hatte. Zudem wurde der Vertrag von Vorstandschef Stefan Heidenreich vorzeitig bis Ende 2019 verlängert. Am Ende blieb ein Plus von 1,7 Prozent höher.

Es gebe gute Chancen, dass Beiersdorf mit einem gestärkten Markenportfolio und einer gut gefüllten Produktpipeline in den Industrie- und Schwellenländern Marktanteile hinzugewinne, erklärte DZ-Bank-Analyst Thomas Maul, der die Aktien des Nivea-Produzenten zum Kauf empfiehlt. Im Schlepptau von Beiersdorf stiegen Henkel 1,0 Prozent.

Ebenfalls gesucht waren auch K+S, die um 1,6 Prozent stiegen. Händler verweisen auf den hohen Nachholbedarf des Dax-Schlusslichts von 2013.

Von Airbus bis KlöCo

Im MDax lag der Fokus unter anderem auf Airbus: Von einem guten Timing Frankreichs sprach ein Händler mit Blick auf den Verkauf eines Anteils von gut einem Prozent am Flugzeugbauer. Seit Ende November 2012 sei die Aktie ohne nennenswerte Rücksetzer um 130 Prozent gestiegen. Bei einem KGV von 30 sehe die Aktie jedoch "zunehmend teuer aus", sagte ein Händler und fügt hinzu: "Die Societe Generale soll den Zuschlag für die Platzierung erhalten haben, die seit gestern Abend läuft." Eine Bookbuilding-Spanne sei ihm noch nicht bekannt. Die Airbus-Aktie kletterte um 0,5 Prozent.

Bei KlöCo folgten Anleger einer Kaufempfehlung von Hauck & Aufhäuser. Die Aktien waren mit einem Plus von 3,6 Prozent größter MDax-Gewinner. Die mögliche Wiedereinführung einer Dividendenzahlung und M&A-Aktivitäten in diesem Jahr könnten ein positiver Treiber für die Aktien sein, schrieben die Analysten in einem Kommentar. Sie nahmen Klöckner& Co mit "Buy" in ihre Bewertung auf.

Im SDax klettern Air Berlin um 2,9 Prozent. Die Fluggesellschaft hat angekündigt, im April 2011 begebene Anleihe aufzustocken.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen