Wirtschaft
Die Zeit läuft langsam ab - in wenigen Stunden sind die USA möglicherweise pleite.
Die Zeit läuft langsam ab - in wenigen Stunden sind die USA möglicherweise pleite.(Foto: picture-alliance/ dpa)

US-Senat einigt sich im Finanzstreit: Dax schießt nach oben

Anleger feiern Signale für eine Lösung im US-Schuldenstreit mit neuen Rekordständen. Der deutsche Leitindex schießt auf ein neuerliches Rekordhoch, in der Spitze schafft er 8861,28 Punkte. Das ist der höchste Stand in seiner 25-jährigen Geschichte.

Der US-Haushaltsstreit könnte doch noch kurz vor knapp beigelegt werden. Im US-Finanzstreit haben führende Demokraten und Republikaner im Senat eine Einigung erreicht. Das sagte der demokratische Fraktionschef im Senat, Harry Reid, in Washington.

Mit einem Kursplus von 0,47 Prozent auf 8846 Punkte schloss der Dax so hoch wie noch nie in seiner 25-jährigen Geschichte.

In der Spitze hatte das Börsenbarometer eine Bestmarke von 8861,28 Punkten erreicht. Erst am Vortag hatte der Dax die Marke von 8800 Zählern durchbrochen und bei 8820,98 Zählern einen Rekord gesetzt.

Der MDax rückte um 0,17 Prozent auf 15 449,23 Punkte vor, dies war ebenfalls der bisher höchste Schlussstand. Verhaltener reagierte der TecDax, er gab um 0,09 Prozent auf 1098,26 Punkte nach.

Die Einigung der politischen Lager in den USA sieht vor, dass das Schuldenlimit so angehoben wird, dass die USA mindestens bis zum 7. Februar 2014 liquide bleiben, sagte Reid im Senat. Außerdem solle ein Übergangshaushalt verabschiedet werden, damit die seit mehr als zwei Wochen lahmgelegte Verwaltung wieder geöffnet werden kann.

Allerdings müssen beide Kongresskammern zustimmen. Ob dies noch an diesem Mittwoch geschieht, war zunächst unklar.

Der Countdown im US-Schuldenstreit hatte viele Anleger im Handelsverlauf auf die bremse treten lassen. Trotz der Unwägbarkeiten wettete die Mehrzahl aber auf eine baldige Einigung im politischen Poker.

Analysten hatten zuletzt vor einem Kollaps des US-Finanzsektors und einer weltweiten Rezession als Folge einer Zahlungsunfähigkeit der USA gewarnt. Die Ratingagentur Fitch sprach am Dienstagabend von einem "politischen Spiel mit dem Feuer" und drohte den USA mit der Aberkennung der Topnoten für die Kreditwürdigkeit.

Autowerte geben nach

Im Dax zählten die Aktien der Commerzbank mit einem Plus von 2,8 Prozent zu den größten Gewinnern. Auch Deutsche Bank legten ein Prozent zu. Viele Anleger setzen darauf, dass die Geldinstitute weiter von den Notenbanken mit Liquidität versorgt werden. Zudem sorgte das Ergebnis der Bank of America für eine gute Branchenstimmung, sagte ein Händler.

Eine Kursziel-Anhebung durch JPMorgan bescherte den Aktien der Deutschen Telekom ein Plus von 1,7 Prozent auf 11,91 Euro, womit die Titel so viel wie zuletzt im Oktober 2008 kosteten.

Auf der Verliererseite standen die Aktien der Lufthansa mit einem Abschlag von rund einem Prozent. Auch Adidas und Infineon verloren je etwa ein Prozent und lagen damit am Dax-Ende. Wenig gefragt waren die Nebenwerte, obwohl der MDax sich im Schlussspurt noch ins Plus retten konnte. TecDax und SDax schlossen leicht im Minus.

An der Pariser Börse überwog nach enttäuschenden Unternehmensbilanzen der Pessimismus. Der CAC40 schloss als einziger der großen europäischen Indizes im Minus - er verlor 0,3 Prozent. Das Schlusslicht bildeten die Aktien von  LVMH mit einem Abschlag von 4,3 Prozent auf 138,70 Euro. Der Luxusgüterhersteller hatte ein überraschend schwaches Umsatzwachstum bekanntgegeben. Danone fielen um 2,3 Prozent auf 51,83 Euro. Wegen des Babymilch-Skandals in China kappte der Lebensmittelhersteller seine Ergebnisziele für das Gesamtjahr. Auch die Werbefirma Publicis enttäuschte die Anleger mit seinem Zwischenbericht: Die Aktien verloren zwei Prozent.

Quelle: n-tv.de

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