Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Fangnetz hält: Dax sieht EZB unter Zugzwang

Der Ifo-Index sinkt stärker als erwartet. Doch am Markt führt dies nicht zu übergroßen Abgaben. Erste Unterstützung kommt von technischer Seite. Zudem erwarten Händler nun neue EZB-Hilfen - das sorgt für Gewinne.

Neue Spekulationen über weitere Hilfen der Europäischen Zentralbank (EZB) für die lahmende Eurozonen-Wirtschaft haben den Dax nach anfänglicher Schwächephase in die Gewinnzone geführt. Übergeordnet sei der maue Indexstand nach den schwachen Einkaufsmanagerindizes ein weiteres Warnsignal, sagte ein Händler. Eine Belebung der deutschen Wirtschaftsaktivität zeichnet sich in den kommenden Monaten nicht ab", sagt Ulrich Wortberg von der Helaba.

"Am Ende dürfte die EZB im großen Stil Staatsanleihen kaufen, um ihre Bilanz wie geplant um rund 1000 Milliarden Euro zu erhöhen", meinten etwa die Commerzbank-Analysten. Dem schließt sich auch das Analysehaus Capital Economics an. Einen weiteren Absturz verhinderte zudem die Charttechnik: Die 200-Tage-Linie bei 9555 Punkten hielt. Der Anstieg über die Linie hat nach Einschätzung eines Händlers zu Eindeckungskäufen geführt.

Wird Rocket zur Rakete?

Mit einem fulminanten Schlussspurt im Sog steigender US-Notierungen gewann der Dax letztlich sogar 0,7 Prozent auf 9662 Punkte. Der MDax schloss mit 15.974 Stellen nahe dem Schlusskurs des Vortages. Der TecDax erhöhte sich um 0,7 Prozent auf 1241 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 kletterte sogar um 1,2 Prozent auf 3244 Zähler.

Im Dax waren die Vorzeichen zum Handelsende mehrheitlich grün. Allen voran gewannen BMW 2,2 Prozent. Der Wert hatte zuletzt ordentlich eingebüßt. Telekom legten 2,0 Prozent zu. Eon verteuerten sich um 1,8 Prozent. Adidas stiegen um 1,7 Prozent. Merck setzten ihre Aufwärtsbewegung fort und gewannen 1,0 Prozent. Rückenwind kam von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank sowie einer Kurszielerhöhung.

Unter Druck standen dagegen K+S, die 2,7 Prozent nachgaben. Händler sprachen von Anschlussverkäufen, nachdem sich die Papiere wegen der Fusionsgespräche zwischen Yara und CF Industries am Vortag erst einmal gut gehalten hatten, im späten Geschäft aber unter Druck geraten waren. JP Morgan meint zudem, dass die vermutlich bald steigende Kaliumsulfat-Produktion des belgischen Rivalen Tessenderlo auf die Preise drücken dürfte. Dann seien auch die Marktanteile der Nordhessen in Gefahr. Dennoch bestätigten die Experten den Dax-Titel mit "Overweight".

Infineon kamen um 0,7 Prozent zurück. Deutsche Post gaben im Sog einer Gewinnwarnung des niederländischen Logistikers TNT 0,2 Prozent nach.

In der zweiten Reihe erhöhten sich Evonik um 3,0 Prozent. Symrise legten 1,4 Prozent zu. Kuka stiegen um 1,3 Prozent. Abwärts ging es am anderen Ende dagegen für Klöckner, die sich um 2,0 Prozent verbilligten. Salzgitter verloren 1,5 prozent.

Nach einer längeren Durststrecke geht es für die Aktie von Telefonica Deutschland um 2,2 Prozent auf 4,10 Euro nach oben. "Die Kapitalerhöhung hat für einen permanenten Druck in der Aktie gesorgt", sagt ein Marktteilnehmer. Diese zur Finanzierung der Übernahme von E-Plus sei nun erfolgreich abgeschlossen.

Im Kleinewerte-Index SDax litten SGL Carbon unter einem pessimistischen Ausblick der Konkurrenz. Der Grafitelektroden-Hersteller GrafTech aus den USA hatte am Vorabend sein Ziel für den operativen Gewinn 2014 gesenkt. Das Unternehmen begründete die Korrektur mit der gesunkenen Nachfrage nach Grafitelektroden, vor allem aus dem Ausland. SGL-Titel schlossen 8,6 Prozent niedriger. GrafTech brachen in New York um 26 Prozent ein.

Quelle: n-tv.de

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