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Schwache AuftragsdatenEuro auf dem Rückzug

07.09.2010, 13:30 Uhr

Am Devisenmarkt steht auch am Dienstag der Euro unter Abgabedruck. Der Abwärtssog verstärkt sich nach überraschend schwachen Auftragsdaten der deutschen Industrie.

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(Foto: dpa)

Der Euro gibt bis zum Dienstagmittag

zu Dollar und Yen nochmals etwas nach, nachdem die Daten zu den deutschen Auftragseingängen

überraschend schwach ausgefallen sind. Am Mittag kostet ein Euro 1,2752 US-Dollar.

Die Auftragseingänge waren im Juli verglichen mit dem Vormonat um 2,2 Prozent zurückgegangen,

während Volkswirte im Schnitt einen Anstieg um 0,4 Prozent prognostiziert hatten.

Schon vor der Veröffentlichung

der Daten war die Gemeinschaftswährung unter Druck geraten, was Marktbeobachter

mit dem wieder gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der Anleger erklären. Hintergrund

sei ein Bericht des "Wall Street Journal", laut dem beim jüngsten Stresstest

für europäische Banken einige Institute ihre Bestände an potenziell risikoreichen

Staatsanleihen zu niedrig angesetzt haben.

Davon profitieren als sicher

geltende Währungen wie Schweizer Franken und Yen. Die japanische Währung wird zusätzlich

gestützt von Aussagen des Gouverneurs der Bank of Japan (BoJ), der Hoffnungen auf

eine Intervention Japans am Devisenmarkt gedämpft hatte. BoJ-Gouverneur Shirakawa

sagte, die BoJ werde nicht auf kurzfristige Wechselkursbewegungen reagieren.

Die positive Wirkung der

unerwartet guten US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag, die den Euro zeitweise über 1,2900

US-Dollar getrieben hatte, hat nicht lange gehalten, wie die HSH Nordbank anmerkt.

Ansonsten seien neue Impulse rar, heißt es. Nachdem die US-Märkte am Montag feiertagsbedingt

geschlossen waren, wird in den dortigen Handelssälen am Dienstag zwar wieder gearbeitet,

doch sind keine wichtigen US-Konjunkturdaten angekündigt. Von dieser Seite dürften

erst am Mittwoch mit dem Beige Book der US-Notenbank und Daten zu den Verbraucherkrediten

wieder Impulse kommen.

Quelle: DJ