Wirtschaft
Gold ist in den vergangenen Wochen nicht mehr gefragt gewesen. Das könnte sich am Nachmittag bereits ändern.
Gold ist in den vergangenen Wochen nicht mehr gefragt gewesen. Das könnte sich am Nachmittag bereits ändern.(Foto: REUTERS)

Draghi schürt Ängste: Goldpreis lockt als "sicherer Hafen"

Die EZB demonstriert ihren Einfluss auf die Finanzmärkte: Die Devisenhändler schrecken auf, die Aktienanleger sind alarmiert. Deutlich nach oben geht an den Rohstoffmärkten vor allem bei Gold.

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt ein riesiges geldpolitisches Maßnahmenpaket auf die Märkte los. An den Aktienmärkten, auf dem Devisenmarkt und auch bei den Rohstoffen verfehlten sie ihre Wirkung nicht. Der Goldpreis sprang bis auf 1255,80 Dollar im Tageshoch an und pendelte dann um 1253,90 Dollar - ein Aufschlag von 0,8 Prozent zum Vorabend.

Damit erwies sich das Edelmetall erneut als "sicherer Hafen" in unsicheren Zeiten. Mit der Öffnung der geldpolitischen Schleusen betritt die Zentralbank Neuland, wie es am Markt hieß. "Ich habe noch kein richtiges Gefühl dafür, wie das weitergehen wird", sagte ein Händler. "Die EZB hat sehr weitreichende Maßnahmen auf allen Ebenen getroffen", sagte ein Händler. "Das ist schon etwas überraschend."

Die Einführung eines negativen Einlage-Zinses für die Banken von 0,10 Prozent sei zwar weitgehend erwartet worden, sagten Händler. Die Zusage, Tender bis mindestens Ende 2016 voll zuzuteilen, sei aber ebenso überraschend wie die beide neuen Geldspritzen im Volumen von 400 Milliarden Euro.

Stabile Ölpreise

Die Ölpreise bewegten sich dagegen kaum. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete am Abend 108,10 Dollar. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI lag bei 101,83 Dollar.

Ein stärker als erwartet ausgefallener Rückgang der US-Rohölbestände wirkte stützend auf die Preise. In der weltgrößten Volkswirtschaft, die zugleich der größte Ölkonsument ist, liegen die Reserven weiterhin in der Nähe ihres Rekordhochs. Der Markt scheine weiter überversorgt, hieß es von Analysten.

Quelle: n-tv.de

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