Wirtschaft
US-Anleger lauschen Fed-Chefin Janet Yellen.
US-Anleger lauschen Fed-Chefin Janet Yellen.(Foto: REUTERS)

Amazon legt Smartphone vor: Wall Street klammert sich an Yellen

Nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank kommt der Handel in Schwung. Fed-Chefin Yellen drosselt wie erwartet die Anleihenkäufe, obwohl sie nun mit weniger Wachstum rechnet. Amazon sorgt für noch größere Überraschung.

Die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank haben dem Handel an der Wall Street am Mittwoch Schwung gegeben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,6 Prozent zu auf 16.906,62 Punkte, nachdem er vor dem Zinsentscheid stundenlang im Minus notiert hatte. Der breiter gefasste S&P-500 rückte 0,8 Prozent vor auf 1956,98  Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 4363,8361 Punkte.

Im Fokus der Anleger standen die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank. Die Federal Reserve drosselte ihre monatlichen Wertpapierkäufe wie erwartet nochmals um 10 Milliarden auf 35 Milliarden Dollar. Die Erholung der US-Wirtschaft sieht Fed-Chefin Janet Yellen zwar auf einem guten Weg. Doch die Wachstumsaussichten beurteilen die Notenbanker nun etwas weniger rosig: Die Fed kappte ihre Prognose und rechnet nun für 2014 nur noch mit einem Wachstum von maximal 2,3 Prozent statt drei Prozent wie bisher.

Der Leitzins wird noch für längere Zeit unverändert zwischen null und 0,25 Prozent bleiben, da eine sehr lockere Geldpolitik vor allem wegen der hohen Arbeitslosigkeit aus Sicht der Währungshüter unverändert angemessen ist. Auf diesem Rekordtief liegt der Zinssatz seit Ende 2008, als sich weltweit die schwere Finanzkrise ausgebreitet hatte. Eine deutliche Mehrheit der maßgeblichen Fed-Vertreter schätzt, dass er frühestens Mitte 2015 steigen wird.

Amazon stellt Fire-Smartphone vor

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Zu den Gewinnern gehörten die Papiere von FedEx. Der Grund sind die Quartalszahlen: Während das Unternehmen im vierten Quartal den Konsens übertroffen und mit der Gewinnprognose für das neue Geschäftsjahr die Erwartungen erfüllt hat, konnte der Logistikkonzern in den meisten Bereichen ordentliche Volumenzuwächse verbuchen. Der FedEx-Kurs kletterte um rund 6,2 Prozent. Adobe-Papiere gewannen 8,2 Prozent. Der Produzent von Software wie Photoshop und Acrobat überraschte mit einem kräftigen Gewinn- und Umsatzanstieg.

Die angekündigte Kooperation mit Amazon beflügelte Blackberry. Die Aktie kletterte um 3,0 Prozent. Das neue Smartphone-Betriebssystem 10.3 erhält eine Anbindung an den Amazon-Appstore. Außerdem hilft Amazon dabei, beliebte Programme wie "Pinterest" oder Spiele wie "Candy Crush" und "Minecraft" für das Blackberry-Betriebssystem zu adaptieren.

Und auch Amazon selbst wartete mit guten Neuigkeiten auf: Der weltgrößte Online-Händler steigt ins Smartphone-Geschäft ein. Konzernchef Jeff Bezos präsentierte das Computer-Telefon mit dem Namen "Fire Phone". Es hat einen 4,7 Zoll großen Bildschirm und eine 13-Megapixel-Kamera und dürfte zunächst in den USA auf den Markt kommen. Amazon wagt sich damit in einen harten Wettbewerb mit etablierten Rivalen wie Apple und Samsung, kann aber auf ein breites Angebot an Inhalten und Diensten bauen. Die Amazon-Aktie kletterte 2,7 Prozent.

Mega-Klage bedroht General Motors

Die Aktien von General Motors gaben 0,1 Prozent nach. GM-Chefin Mary Barra sah sich vor dem zuständigen Ausschuss des US-Repräsentantenhauses heftiger Kritik der Abgeordneten zum verspäteten Rückruf von Autos ausgesetzt, deren defekte Zündschlösser für mehrere tödliche Unfälle verantwortlich gemacht werden. Zudem bedroht nun auch noch eine Mega-Sammelklage den Autobauer. Durch die Millionen-Rückrufe habe sich der Wiederverkaufswert von GM-Autos reduziert, argumentieren die Kläger. Dafür müsse GM Schadenersatz zahlen.

Ein möglicher Alternativ-Plan für den Fall eines Scheiterns der Übernahme durch Sprint sorgte zunächst für kräftige Kursgewinne bei T-Mobile US. Die Aktien der US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom gaben am Ende aber um rund 1,1 Prozent nach. Der "New York Post" zufolge will T-Mobile US-Konkurrenten Mobilfunkfrequenzen abkaufen, die in Städten besseren Empfang versprechen, falls die geplante Übernahme scheitert.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte am Dienstag 0,2 Prozent fester bei 16.808 Punkten geschlossen. Der breiter gefasste S&P-500 war ebenfalls 0,2 Prozent auf 1942 Zähler vorgerückt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq war um 0,4 Prozent auf 4337 Punkte gestiegen.

Quelle: n-tv.de

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