Wirtschaft
Rekordstimmung sieht irgendwie anders aus.
Rekordstimmung sieht irgendwie anders aus.(Foto: REUTERS)

Mit kleinen Schritten nach ganz oben: US-Börsen schließen auf Allzeithoch

Chinas Einkaufsmanager lassen Europas Börsianer jubeln. Die Freude greift auch auf die US-Anleger über, wenn auch verhaltener. Dennoch reicht ein Mini-Plus für einen großen Rekord.

Der Dow-Jones-Index hat auf dem höchsten Stand seiner Geschichte geschlossen. Auch im Verlauf erreichte er ein neues Hoch. Dasselbe galt auch für den S&P-500-Index. Für den Dow-Jones-Index ging es um 0,2 Prozent aufwärts auf 16.744 Punkte. Der S&P-500 gewann 0,1 Prozent auf 1.925 Punkte. Der Nasdaq-Composite verlor 0,1 Prozent. Der Umsatz sank auf 0,55 (Freitag: 0,91) Milliarden Aktien. Dabei kamen auf 1.491 (1.584) Kursgewinner 1.619 (1.518) -verlierer, unverändert schlossen 127 (123).

Zunächst schien es ein eher gemächlicher Handelstag zu werden - doch dann gab es doch noch einen Aufreger: das Institute for Supply Management (ISM) hatte zunächst falsche Daten zum Verarbeitenden Gewerbe im Mai veröffentlicht. Zweimal wurden die Daten dann korrigiert. Die - hoffentlich - endgültigen Daten lasen sich dann zwar sehr viel freundlicher und lagen nur noch knapp unter der Prognose. Sie gaben dem Aktienmarkt immerhin einen kleinen Schub.

Als leicht stützend erwiesen sich auch die überraschend guten Konjunkturdaten aus China. Dort verbesserte sich der Einkaufsmanagerindex im Mai auf 50,8 Punkte und übertraf damit die Erwartungen der Volkswirte leicht. Beobachter werten dies als ein Zeichen dafür, dass sich die Wirtschaft in China stabilisiert. Überdies erwägt die chinesische Zentralbank, die Mindestreserveanforderungen für die Banken zu senken, um die Kreditvergabe zu erleichtern.

Mit der Sitzung der Europäischen Zentralbank und dem US-Arbeitsmarktbericht für Mai stehen die Höhepunkte der Woche erst noch an. "Vor der EZB-Sitzung am Donnerstag dürfte der Markt etwas an Schwung verlieren", so Analyst Chris Beauchamp von IG. "Der Knackpunkt für die jüngste Rally steht ganz kurz bevor und sollte Mario Draghi die Märkte enttäuschen, dann ist mit einer deutlichen Reaktion zu rechnen", fügte der Teilnehmer an.

Am Devisenmarkt war der Euro mit den besseren US-Daten wieder unter die Marke von 1,36 Dollar gefallen. Niedriger als erwartet ausgefallene Inflationsdaten für Deutschland hatten ihn bereits am Vormittag unter Druck gesetzt. Die Zunahme lag nur bei 0,9 Prozent. Im April hatte die Jahresteuerung noch 1,3 Prozent betragen, Ökonomen hatten für Mai mit einem Rückgang auf 1,1 Prozent gerechnet. Die Daten dürften die Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die EZB nähren. Der Euro ging zu 1,3599 Dollar um.

Am Rohstoffmarkt zeigte sich der Ölpreis zu Wochenbeginn schwächer. Der Preis für ein Barrel Leichtöl der US-Referenzsorte WTI fiel um 0,2 Prozent auf 102,47 Dollar. Die guten Daten aus China konnten den Preis nur kurzzeitig stützen, hieß es aus dem Handel. Am Markt geht weiter die Sorge vor einem Überangebot um.

Der Goldpreis begann den Juni so, wie er den Mai beendet hat - mit Abgaben. Der Preis für die Feinunze fiel auf 1.243 Dollar und lag damit acht Dollar unterhalb des Niveaus vom Freitag. Am US-Rentenmarkt gaben die Notierungen insbesondere nach der Aufwärtskorrektur der ISM-Daten nach. Die Rendite zehnjähriger Treasurys legte um sieben Basispunkte auf 2,53 Prozent zu. Im Vorfeld einer Reihe von wichtigen US-Konjunkturdaten in dieser Woche hielten sich die Investoren zurück, hieß es zur Begründung.

Auch auf Unternehmensseite war es sehr ruhig. Im Fokus standen hier vor allem Apple mit der Entwicklerkonferenz WWDC. Wer große Erwartungen an den Abend hatte, wurde enttäuscht - eine neue Produktkategorie war nicht dabei. Für die Apple-Aktie ging es 0,7 Prozent nach unten.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen