Donnerstag, 25. Juni 2009
Furcht vor Lieferengpass: Ölpreis klettert
Die Bestände an Rohöl sind kräftig zurückgegangen.
(Foto: REUTERS)
Ein weiterer Anschlag von nigerianischen Rebellen auf eine Ölpipeline hat am Rohstoffmarkt die Sorge vor Lieferengpässen wieder wachwerden lassen. Der Ölpreis stieg am Donnerstag in der Folge zeitweise über 69 Dollar je Fass. Nach jüngsten Unruhen im Niger-Delta ist nach Angaben von militanten Gruppen eine wichtige Export-Pipeline des Ölkonzerns Royal Dutch Shell lahmgelegt. Nigeria ist einer der größten Ölproduzenten Afrikas.
Die US-Leichtölsorte WTI kostete am Nachmittag 68,84 Dollar je Fass und damit rund 0,3 Prozent mehr. Die Nordseesorte Brent stieg um 0,5 Prozent auf 68,69 Dollar.
Rückenwind kam auch vom unerwartet kräftigen Rückgang der US-Rohöllagerbestände. Maßgeblich hierfür war Experten zufolge eine gestiegene Nachfrage der Raffinerien.
Ein verhaltener Konjunkturausblick der US-Notenbank Fed lastete auf den Preisen für Industriemetallen. Die Zentralbanker hatten zwar Verbesserungen festgestellt, die Wirtschaft aber als anhaltend schwach bezeichnet. "Ein Zeichen der Vorsicht - sie versuchen die Erwartungen zu dämpfen", sagte John Meyer von der Investmentbank Fairfax. Der Ausblick schürte auch die Sorge vor einer schwächeren Metallnachfrage. "Wir bleiben weiterhin skeptisch und rechnen mit einer baldigen Korrektur bei Metallpreisen", urteilte die Commerzbank. Für eine Tonne Kupfer wurden 5035 Dollar gezahlt nach 5055 Dollar am Mittwoch.
Die Unsicherheit an den Finanzmärkten wegen der schlechten Wirtschaftslage trieb Anleger in das als krisensicher geltende Gold. Der Preis für das Edelmetall stieg auf 935 Dollar je Feinunze und war damit rund vier Dollar teurer als am Vorabend. Der Commerzbank zufolge stützten auch Spekulationen auf weitere chinesische Goldkäufe. "Es ist davon auszugehen, dass China auch in den kommenden Monaten und Jahren Gold kaufen wird, welches im Vergleich zu den anderen Ländern noch immer einen sehr geringen Anteil an den gesamten Devisenreserven ausmacht", hieß es. Ende April hatte China bekanntgegeben, seine Goldreserven seit 2003 um drei Viertel aufgestockt zu haben.
rts
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