Wirtschaft
Janet Yellen ist auf Nominierungstour, der Auftritt vor dem US-Senat gehört dazu. Anfang kommenden Jahres wird es dann ernst.
Janet Yellen ist auf Nominierungstour, der Auftritt vor dem US-Senat gehört dazu. Anfang kommenden Jahres wird es dann ernst.(Foto: AP)

Yellen sorgt für Rekorde : Wall Street springt ins Plus

Sie hat noch nicht gesprochen, aber die Mutmaßungen darüber, was die designierte Fed-Chefin Janet Yellen bei ihrem nächsten Auftritt sagen könnte, beflügelt die Fantasie der Anleger und die Kurse an der Wall Street.

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Die künftige Fed-Präsidentin Janet Yellen hat schon vor ihrem Amtsantritt an der Wall Street für einen Umschwung gesorgt. Gestützt von Spekulationen, ihre für Donnerstag geplante Aussage vor dem US-Senat könnte schon am Mittwochabend nach Börsenschluss veröffentlich werden und dem Aktienmarkt positive Impulse liefern, drehten die US-Börsen in die Gewinnzone und erreichten sogar neue Höchststände.

Der S&P-500 kletterte um 0,8 Prozent auf 1.782 Punkte und erreichte im Verlauf einen neuen Rekord. Ebenso der Dow-Jones-Index. Er stellte im Handelsverlauf ein neues Allzeithoch auf und schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 15.822 Punkte, während der Nasdaq-Composite sogar um 1,2 Prozent auf 3.966 Punkte zulegte. Das Volumen stieg auf 0,69 (Dienstag: 0,65) Milliarden Aktien. Mit Kursgewinnen gingen 2.109 (1.130) Titel aus dem Handel, während 966 (1.945) Verlierer gesehen wurden und 95 (99) Titel unverändert schlossen.

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Am Devisenmarkt geriet der Euro zwischenzeitlich deutlich unter Druck, nachdem EZB-Chefvolkswirt Peter Praet Wertpapierkäufe der Zentralbank nicht ausgeschlossen hatte. Zwar hat EZB-Präsident Draghi im vergangenen Jahr schon ähnliches erwähnt, doch scheint es der Markt nun sehr viel ernster zu nehmen als damals. Denn mit der überraschenden Leitzinssenkung der EZB in der vergangenen Woche bleiben der Notenbank weniger Mittel, um die konjunkturelle Misere in der Eurozone zu bekämpfen. Nachdem der Euro zwischenzeitlich unter die Marke von 1,34 Dollar gerutscht war, erholte er sich anschließend wieder und kostete zuletzt 1,3457 Dollar. Anleger hätten den übertriebenen Kursrutsch ausgenutzt und sich günstig mit Euro eingedeckt, hieß es am Markt.

Im Fokus stand zudem das Britische Pfund. Neue Inflations- und Arbeitsmarktdaten von der Insel haben der Währung einen kräftigen Schub nach oben verliehen. Zuletzt kostete das Pfund 1,6021 Dollar, nachdem es am Morgen noch für weniger als 1,59 Dollar zu haben war.

Der Ölpreis erholte sich von den starken Verlusten der jüngsten Zeit. Zum Settlement erhöhte sich der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI um 0,9 Prozent auf 93,88 Dollar. Belastet von Sorgen über ein weltweites Überangebot, war er in den letzten Tagen stark unter Druck geraten. Der Goldpreis verlor zum Settlement 0,2 Prozent auf 1.268 Dollar.

Nach einer leicht überdurchschnittlichen Nachfrage bei einer Auktion zehnjähriger Anleihen im Volumen von 24 Milliarden Dollar - die Bieterquote lag mit 2,70 leicht über dem Durchschnitt der vergangenen sechs Auktionen - ging es am US-Anleihemarkt kräftig nach oben. Die Rendite der zehnjährigen Papiere sank um 4 Basispunkte auf 2,73 Prozent.

Bei den Einzelwerten standen die Aktien von General Motors im Fokus der Anleger. Sie legten um 4,9 Prozent zu, nachdem der Autobauer gemeldet hatte, dass er Teile des internationalen Managements von Schanghai nach Singapur verlegen will. Auch die Aktie von Macy's stieß auf erhebliches Kaufinteresse und gewann 9,4 Prozent. Grund für die Gewinne waren die überraschend starken Zahlen zum dritten Quartal. Ebenfalls gesucht waren die Aktien der Sandwichkette Potbelly. Gestützt von den besser als erwarteten Quartalszahlen zogen sie um 9,3 Prozent an.

Quelle: n-tv.de

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