Wirtschaft
Sonntag, 12. Oktober 2008

Unterstützung für G7-Plan: IWF öffnet Geldschatulle

Die Weltgemeinschaft steht nach Angaben des IWF im Kampf gegen die dramatische Finanzkrise hinter dem Aktionsplan der sieben führenden Industrieländer (G7). Die 185 Mitgliedsstaaten des Internationalen Währungsfonds (IWF) hätten den Fünf-Punkte-Plan der G7 "entschieden gebilligt", erklärte der IWF-Lenkungsausschuss (IMFC) am Samstagabend (Ortszeit) in Washington. "Die erste Koordinierung zwischen Industrieländern und dem Rest der Welt ist auf die Schiene gebracht", sagte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn. Er sei zuversichtlich, dass bereits "in den nächsten Tagen" die Märkte positiv reagieren werden und der derzeit zum Stillstand gekommene Kreditmarkt wieder in Schwung komme.

Der Fonds zeigte zugleich Bereitschaft, allen seinen Mitgliedsländern, also auch Deutschland, "schnell und substanziell" zu helfen, um finanzielle Engpässe zu überwinden. "Wir stehen bereit, allen zu helfen, die Unterstützung anfragen", sagte Strauss-Kahn. "Wir haben eine Menge Ressourcen, die zur Verfügung stehen."

Die G20 erklärten in einer gemeinsamen Erklärung, die Probleme, vor denen man weltweit stehe, könnten nicht von einem einzelnen Land oder einem einzigen Kontinent gelöst werden. Der Chef des Internationale Bankenverbands, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, sagte, die Politik werde sich zunehmend bewusst, dass eine systemischen Krise auch einer systemischen Antwort bedürfe. Unterdessen arbeitet die deutsche Regierung an einem Hilfeplan von angeblich bis zu 400 Milliarden Euro, der am Sonntag bei einem Gipfel der Euro-Länder diskutiert werden soll.


F ührende Rolle bei der Analyse der Krise

Der IWF selbst will überdies eine führende Rolle bei der Analyse der Ursachen der Finanzkrise übernehmen und Empfehlungen zur Wiederherstellung von Vertrauen und Stabilität abgeben, hieß es in der IMFC-Erklärung weiter. Damit solle sofort begonnen werden.

"Die Unterstützung der gesamten Finanz-Weltgemeinschaft (für den G7-Plan) ist eine entscheidende Komponente, um Vertrauen wiederherzustellen", sagte der Vorsitzende des Lenkungsausschusses, Youssef Boutros-Ghali. "Das ist keine Kleinigkeit."

Finanzausstattung der Banken als Problem

Strauss-Kahn unterstrich, dass es jedem Land frei stehe, auf seine Weise und mit seinen Mitteln die Punkte des Aktionsplans umzusetzen. Der IWF-Chef zeigte sich überzeugt, dass die Märkte positiv auf das Bekenntnis der Weltgemeinschaft zu dem Plan reagieren. Wichtigstes Problem sei derzeit die Finanzausstattung der Banken.

In ihrem Aktionsplan hatten sich die G7-Länder USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Italien am Freitag vor der Jahrestagung von IWF und Weltbank unter anderem darauf verständigt, wichtige Finanzinstitutionen vor dem Zusammenbruch zu retten. Dazu wollen die führenden Industrienationen "alle notwendigen Schritte" unternehmen, um die zusammengebrochenen Kreditmärkte wiederzubeleben. Auch sollen Banken aus privater und staatlicher Quelle mit ausreichend Mitteln versorgt werden, um das Vertrauen in das Finanzsystem wiederherzustellen.

Quelle: n-tv.de