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Bei Temperaturen weit unter null Grad sind die meisten Waschanlagen geschlossen.
Bei Temperaturen weit unter null Grad sind die meisten Waschanlagen geschlossen.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Frage & Antwort, Nr. 259: Autowaschen auch bei Frost?

Von Jana Zeh

Kann man sein Auto eigentlich auch bei Frost waschen? (fragt Thomas D. aus Stuttgart)

"Ja, tatsächlich sollte man sein Auto auch im Winter regelmäßig in die Autowaschanlage fahren", rät n-tv.de-Auto-Experte Holger Preiss. "Hauptsache, es wird auch wieder trockengeföhnt, damit sich kein Wasser in Ecken oder an Dichtungen sammelt und dort gefriert. Am besten, man trocknet alle Türdichtungen nach der Wäsche mit Küchenpapier ab, damit sie nicht gefrieren und dadurch spröde werden. Während langer Kälteperioden mit hohen Minusgraden dagegen stellen auch die Autowaschanlagen ihre Dienste ein, dann erübrigt sich die Frage", erklärt Preiss.

Gerade erst gewaschen: Im Winter sind Autos schnell wieder schmutzig.
Gerade erst gewaschen: Im Winter sind Autos schnell wieder schmutzig.(Foto: picture alliance / dpa)

Auch wenn viele Autohalter der Meinung sind, dass sich die Wäsche im Winter gar nicht lohnt, da der Wagen ja gleich wieder eindreckt, sollte der Winterschmutz regelmäßig  beseitigt werden. Schneematsch, Streugut und Salz können nämlich Lack und Unterboden schaden und die Bildung von Rost begünstigen.

Die bei Autonarren bevorzugte Wäsche von Hand sollte man dagegen aus mehreren Gründen vermeiden. Zum einen können sich winzige Steinchen und andere Schmutzpartikel im Schwamm festsetzen, die dann wie feinstes Sandpapier auf dem Lack herumkratzen. Zum anderen kann das abfließende Wasser auf dem Boden bei Frost schnell zur spiegelglatten Eisbahn werden, die dann nicht nur für den Pkw-Besitzer, sondern auch für andere eine Gefahr ist. Zum dritten ist das Autowaschen in den meisten Gemeinden und Städten aus Wasserschutzgründen sowieso nur in den dafür vorgesehen Waschanlagen erlaubt. Lediglich die Fenster können und sollten regelmäßig von Hand geputzt werden.

Geschichten und Mythen

"Geschichten von Spannungsschäden am Lack durch Wasserkontakt bei Minusgraden, eingefrorenen Türen und Schlössern gehören ins Reich der Mythen, solange die Autowaschanlage in Betrieb ist", betont Preiss. Auch der Hinweis, nach der Wäsche mit schleifender Handbremse ein paar Runden auf dem Parkplatz zu drehen, damit das Wasser an den Bremsen verdampft, ist ein Märchen aus vergangenen Zeiten. Richtig ist dagegen, nach jeder Wäsche, vor allem bei Minusgraden, das Gefährt nicht gleich abzustellen, sondern noch ein paar Kilometer zu fahren, um auf diese Weise überschüssiges Wasser loszuwerden.

Mit der Einhaltung ein paar einfacher Regeln kann man gut durch den Winter kommen. So sollte man schon vor der großen Kälte Türdichtungen mit Pflegemittel oder Hirschtalg behandeln, dann frieren die Türen nicht fest. Bei Schnee und Eis sollte die Windschutzscheibe des geparkten Autos mit einer Kältefolie abgedeckt werden. Das spart zum einen Zeit, denn die Scheibe muss vor der nächsten Fahrt nicht freigekratzt werden, und schont zum anderen die Blätter der Scheibenwischer. Der Behälter der Scheibenwaschanlage sollte stets mit einem Gemisch aus Wasser und ausreichend Frostschutzmittel gefüllt sein, denn gute Sicht durch alle Scheiben ist wichtig.

Übrigens: Das Problem eines vereisten Türschlosses kann nur bei älteren Modellen mit Schlössern ohne Funkfernbedienung auftreten. Mit einer Zentralverriegelung, die über Funk gesteuert wird, funktionieren die Schlösser auch noch bei sehr grimmigen Temperaturen.

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Quelle: n-tv.de

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