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Ein Weihnachtsbaum gehört zum Fest einfach dazu.
Ein Weihnachtsbaum gehört zum Fest einfach dazu.(Foto: picture alliance / dpa)

Frage & Antwort, Nr. 202: Gibt es Zecken im Weihnachtsbaum?

von Jana Zeh

Ich habe gehört, dass man sich Zecken mit dem Weihnachtsbaum nach Hause holen kann. Stimmt das? (fragt Peter M. aus Bornholm)

Jedes Jahr im Frühling verbreiten sie Angst und Schrecken: Die Rede ist von Zecken, den blutsaugenden Spinnentieren, die gefürchtete Krankheiten übertragen können. Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gehören dazu. Nicht immer eindeutig diagnostizierbar, kann die Borreliose zu Lähmungen und chronischen Beschwerden führen, die FSME im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.

Bisher glaubten wir uns im Winter vor diesen fiesen Parasiten in Sicherheit. Nun warnt der Borreliose und FSME Bund Deutschland (BFBD) vor den gefährlichen Winzlingen, die am Weihnachtsbaum kleben und so als ungebetene Gäste mit nach Hause geschleppt werden könnten. Da die Zecken vor allem in den unteren Zweigen eines Baumes hängen, seien vor allem Kinder, die mit ihren Geschenken auf dem Boden spielen, gefährdet, so der BFBD.

Gefahr ist sehr gering

Im Weihnachtsbaum könnten sich Zecken verstecken.
Im Weihnachtsbaum könnten sich Zecken verstecken.(Foto: picture alliance / dpa)

"Tatsächlich könnte es sein, dass sich ein Tier in den Ästen eines Weihnachstbaumes verfangen hat. Prinzipiell bevorzugen Zecken jedoch Gräser und Sträucher als Lebensraum und keine Nadelgehölze. Das Risiko, sich bei einem Waldspaziergang eine Zecke einzufangen, ist wesentlich größer als durch einen Weihnachtsbaum." beruhigt NABU-Experte Julian Heiermann. Besonders bei milden Temperaturen wie in den letzten Wochen können die Tiere immer noch im Wald aktiv sein. Erst bei Temperaturen um die fünf Grad Celsius fallen sie in eine Art Winterstarre.

Dennoch können besorgte Menschen einige Regeln beachten, um ganz sicher zu gehen. Zecken können ab acht Grad Celsius aktiv werden. Das ist auch der Grund, weshalb sie sich im warmen Wohnzimmer wieder auf die Suche nach einem Opfer machen. Vor allem Weihnachtsbäume oder auch Brennholz, direkt aus dem Wald geholt, sollten deshalb mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt werden.

Zecken einfach austrocknen

Schöne Bescherung: Damit sich zu den Geschenken nicht eine Zecke gesellt, soll der Baum nicht gleich nach dem Kauf aufgestellt werden.
Schöne Bescherung: Damit sich zu den Geschenken nicht eine Zecke gesellt, soll der Baum nicht gleich nach dem Kauf aufgestellt werden.(Foto: BettinaF, pixelio)

Weihnachtsbäume sollten, bevor sie in die Wohnung gebracht werden, ein paar Tage lang im Keller oder einem anderen Ort außerhalb der Wohnung mit Temperaturen über acht Grad Celsius aufbewahrt werden. In dieser Zeit wachen die Zecken aus ihrer Winterstarre auf und machen sich auf die zwanghafte Suche nach einem Blutopfer. Bekommen sie jedoch nicht innerhalb weniger Tage eine Blutmahlzeit, dann machen Trockenheit und Temperaturen den Tieren so zu schaffen, dass sie schließlich vertrocknen.

Der Tannenbaum muss dann nur noch kräftig gerüttelt werden. So lassen sich die Zecken relativ einfach abschütteln. Der gute Nebeneffekt: Gleichzeitig fallen auch alle losen Nadeln ab und müssen nicht aus dem Teppich geklaubt werden.

Übrigens: Auch im Brennholz können sich Zecken verstecken. Aus diesem Grund das Holz nicht länger in der Wohnstube lagern, sondern zeitnah im Ofen oder Kamin verbrennen.

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Quelle: n-tv.de

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