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Urlaub am Mittelmeer: Die Kombination von Salz und Sonne tut der Haut oft gut.
Urlaub am Mittelmeer: Die Kombination von Salz und Sonne tut der Haut oft gut.(Foto: picture alliance / dpa)

Frage & Antwort, Nr. 294: Heilt Salzwasser Wunden?

Herbstferien! Viele nutzen sie, um nochmal Sonne zu tanken und im Meer zu baden. Mit einer Hautverletzung kann Letzteres allerdings schmerzhaft sein. Schließlich soll man kein Salz in Wunden streuen. Doch andererseits heißt es, Salzwasser könne heilen. Was stimmt?

Wer barfuß am Strand unterwegs ist oder im seichten Meerwasser planscht, kennt es: Schnell hat man sich den Fuß an einem Stein oder einer Muschel geschrammt. Der Kontakt mit dem salzhaltigen Wasser schmerzt dann so, dass man ihn eigentlich vermeiden möchte. Doch schließlich sagte Oma früher: "Geh einfach schwimmen! Salzwasser heilt." Also Zähne zusammenbeißen und rein ins Wasser, auch wenn's wehtut?

Torsten Zuberbier, Direktor der Klinik für Dermatologie an der Charité in Berlin, stimmt Omas Rat jedenfalls zu: "Sie hatte natürlich recht", sagt er. "Schürfwunden oder Ekzeme heilen gut beim Urlaub an der Ostsee oder Nordsee." Warum das so ist, ist noch nicht geklärt. Möglicherweise hat es etwas mit dem im Meerwasser enthaltenen Jod zu tun. Auch die Kombination von Salzwasser und Sonnenlicht hat eine heilende Wirkung: In der Bade-Photo-Therapie, die gegen Schuppenflechte oder Neurodermitis eingesetzt wird, lässt das Salzwasser die Haut leicht aufquellen, so dass das anschließend eingesetzte UV-Licht besser wirken kann.

Und das abschreckende Brennen? "Das macht überhaupt nichts", sagt Zuberbier. Er bleibt dabei: "Es ist ein Lichtblick für alle, die in den Urlaub fahren: Ekzeme oder Schürfwunden werden oft besser an der See."

Taucher und Surfer allerdings, bei denen Schürf- und Schnittwunden wiederholt und über Stunden dem Salzwasser ausgesetzt sind, haben auch Gegenteiliges zu berichten: Beim häufigen Kontakt mit Meerwasser heilten die an sich harmlosen Verletzungen schlechter, sie vertieften sich und entzündeten sich leichter. Die Sportler schwören deshalb auf Sprühpflaster.

Bei aller von Zuberbier angesprochenen Heilkraft gilt natürlich: Meerwasser ist nicht steril. Zahlreiche Mikroorganismen tummeln sich darin, und die können über offene Wunden durchaus zu Infektionen führen. Wer durch eine chronische Erkrankung geschwächt ist, sollte mit einer Hautverletzung daher besser auf das Bad im Meer verzichten.

Quelle: n-tv.de

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