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Wer sich in jungen Jahren regelmäßig auf der Sonnenbank bräunt, der steigert das Risiko, vor dem 35. Lebensjahr an Schwarzem Hautkrebs zu erkranken, um 90 Prozent.
Wer sich in jungen Jahren regelmäßig auf der Sonnenbank bräunt, der steigert das Risiko, vor dem 35. Lebensjahr an Schwarzem Hautkrebs zu erkranken, um 90 Prozent.(Foto: imago/Peter Widmann)

Frage & Antwort, Nr. 424: Hilft Solarium gegen Vitamin-D-Mangel?

Von Jana Zeh

Hilft es, ins Solarium zu gehen, um Vitamin-D-Mangel vorzubeugen? (fragt Melanie S. aus Nordhorn)

Am Ende des Winters fühlen sich viele Menschen schlapp und ausgelaugt. Manche glauben, dass diese Symptome von einem Vitamin D-Mangel kommen und beginnen, entsprechende Präparate zu nehmen. Andere dagegen greifen auf die künstliche Sonne im Solarium zurück. Warum weder das eine noch das andere keine gute Idee ist, erklärt Professor Uwe Reinhold, Facharzt für Dermatologie am Dermatologischen Zentrum Bonn Friedensplatz.

"Prinzipiell lehnen wir Dermatologen den Besuch in Solarien wegen der Gefahren für die Haut ab", sagt Reinhold. Für die Vitamin-D-Bildung ist ein Besuch im Solarium auch eher ungeeignet, da die Röhren im Solarium in der Regel nur Licht im UV-A-Bereich zur Verfügung stellen. Dieses ultraviolette Licht im langwelligen Bereich (315 bis 380 Nanometer) lässt die Haut braun werden. Vitamin D bildet sich jedoch dabei im Körper nicht. Dieses entsteht nur, wenn ultraviolettes Licht im kurzwelligen Bereich (280 bis 315 Nanometer), auch UV-B genannt, auf die Haut trifft. Da diese Strahlung aber auch dazu führt, dass Sonnenbrand entsteht, verzichtet man bei den meisten Sonnenbänken darauf. Aus diesem Grund ist der Besuch im Solarium bei Vitamin-D-Mangel nicht zu empfehlen.

Was kann man denn stattdessen tun?

"Ob ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, merkt man als junger Mensch gar nicht, denn es gibt keine eindeutigen Symptome dafür", erklärt Reinhold. Erst nach vielen Jahren können schwerwiegende Erkrankungen wie Knochenweiche, auch als Osteomalzie bekannt, oder Knochenschwund (Osteoporose) entstehen. Ob es einen Zusammenhang zwischen Symptomen wie Erschöpfung, Müdigkeit, Wachstums- oder Nackenschmerzen und Wadenkrämpfen und einem Vitamin-D-Mangel gibt, ist bisher nicht eindeutig geklärt. "Wirklich Klarheit hat man erst, wenn man sein Blut auf den Vitamin-D-Gehalt beim behandelnden Arzt testen lässt", betont der Experte.

Begründet der Arzt die Notwendigkeit für den Test, dann wird er von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Ansonsten kostet er um die 30 Euro. Ein Mangel liegt vor, wenn der Wert unter 20 Nanogramm pro Mililiter (ng/ml) liegt. In solchen Fällen lässt sich mit Vitamin-D-Präparaten gut regulieren, zumindest im Winterhalbjahr. Die genaue Dosis sollte der Arzt vorgeben, denn Vitamin D kann auch überdosiert werden.

Speichermöglichkeiten vorhanden

Vitamin D kann vom Körper im Fett- oder Muskelgewebe gespeichert werden, geringere Mengen auch in der Leber. Die Speicherkapazität ist relativ hoch, so dass man durch regelmäßige, kurze Aufenthalte im Freien im Sommerhalbjahr die Speicher gut füllen kann. Allerdings nimmt die Fähigkeit der Haut, Vitamin D zu bilden, mit dem Alter ab. Sie wird im Vergleich zum jüngeren Lebensalter auf weniger als die Hälfte reduziert. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass auch bei älteren Menschen der Vitamin-D-Spiegel regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf durch Präparate reguliert wird.

Übrigens: Wie schnell und wie viel Vitamin D von der Haut gebildet werden kann, hängt vom Hauttyp ab. Besonders helle Haut kann schnell Vitamin D produzieren. Sie verbrennt allerdings auch schnell. Bei Menschen mit dunkler oder bereits gebräunter Haut dauert es um einiges länger, bis die Vitamin-D-Produktion in Gang gesetzt wird. Wer sich also im Solarium "vorbräunt", riskiert nicht nur die Gesundheit seiner Haut, sondern tut sich auch in Bezug auf Vitamin-D-Bildung durch natürliches Sonnenlicht keinen Gefallen.

Quelle: n-tv.de

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