Wissen
Nach einem Countdown werden die Farbpulver in die Luft geworfen.
Nach einem Countdown werden die Farbpulver in die Luft geworfen.(Foto: picture alliance / dpa)

Frage & Antwort, Nr. 329: Wie ungesund ist Holi-Pulver?

Von Jana Zeh

Woraus besteht eigentlich das bunte Pulver auf dem Holi-Festival? Ist es schädlich, wenn ich es als Staub einatme oder in die Augen bekomme? (fragt Constanze B. aus Gießen)

Innerhalb von kurzer Zeit haben sogenannte Holi-Festivals Deutschland erobert. Mehr als 250.000 Besucher kommen jährlich in vielen Städten zusammen, um sich gegenseitig mit gefärbtem Pulver zu bewerfen und gemeinsam zu feiern. Dabei wird das bunte Pulver auf Kommando massenhaft in die Luft geworfen. Es klebt dann nicht nur an den Sachen, der Haut und den Haaren, sondern wird zwangsläufig auch eingeatmet. Ist das denn nicht ungesund? "Nein", sagt Friederike van der Laan vom Holi Festivals Of Colours in einem Gespräch mit n-tv.de. "Das farbenfrohe Pulver, das beim Holi Festival of Colours in die Luft geworfen wird, heißt Gulal. Es besteht aus Maisstärke, die mit Lebensmittelfarbstoffen eingefärbt wird. Das Pulver ist damit ein reines Naturprodukt und enthält keine gesundheitsgefährdenden Stoffe."

Nicht jedes Holi-Festival ist bunt. Spaß scheint es trotzdem zu machen.
Nicht jedes Holi-Festival ist bunt. Spaß scheint es trotzdem zu machen.(Foto: picture alliance / dpa)

Das dem tatsächlich so ist, wurde sogar von dem unabhängigen Sachverständigenbüro für Lebensmittel und Kosmetik, Dr. Martin Müller (Diplom-Chemiker) bestätigt. Auch Müller fand nur zugelassene Lebensmittel (Maisstärke als Trägerstoff) oder Lebensmittelzusatzstoffe wie Siliciumdioxid als Trennmittel (E551), Schwefeldioxid als Konservierungsmittel (E220), Speisesalz und Lebensmittelfarben in den unter holipulver.de angebotenen Pulvern, die auch als Mikrokonfetti bezeichnet werden können.

Doch obwohl man das Pulver im Internet bei mehreren Anbietern bestellen kann, ist es aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt, zum Holi-Festival Of Colours eigenes Farbpulver mitzubringen. Auch vor dem Selbstmischen raten die Veranstalter ab. Das erlaubte und nach hohen Sicherheitsstandards getestete Farbpulver gibt es direkt auf dem Festivalgelände in Tüten zu kaufen. "Es entspricht der EU-Kosmetikverordnung, ist biologisch abbaubar, nicht staubexplosionsfähig und … gut auswaschbar", verspricht der Hersteller auf seiner Homepage.

Augen und Lungen trotzdem schützen

Holi

Holi ist ein uraltes, indisches Frühlingsfest, das zwei bis zehn Tage lang gefeiert wird. Es ist das Fest der Farben und eines der wichtigsten Feierlichkeiten des Landes. Nach hinduistischem Glauben wird nicht nur das Ende des Winters, sondern auch der Sieg des Guten über das Böse gefeiert, indem sich die Menschen mit farbigem Pulver, dem sogenannten Gulal, bewerfen oder bemalen.

Das Pulver, das bis heute oftmals vor dem Einsatz auf dem Altar geweiht wird, bestand ursprünglich aus ausgesuchten Blüten, Wurzeln und Kräutern, die heilende Wirkungen besaßen. Heute werden zumeist synthetische Farben benutzt, die gesundheitsschädlich sein können.

An den Tagen des Holi-Fests verschwimmen die gesellschaftlichen Grenzen zwischen den sozialen Schichten in Indien. Egal, ob jung oder alt, arm oder reich: Alle Menschen sind gleich. Alte Streitigkeiten werden beigelegt. Respekt und Versöhnung stehen im Mittelpunkt.

Doch auch wenn die Inhaltsstoffe als unbedenklich eingestuft werden, ist es ratsam, Augen- und Mundschutz zu tragen. So kann man Reizungen der Schleimhäute, der Atemwege oder der Augen vorbeugen. Bei den Holi Festivals Of Colours werden nämlich nicht nur kleine Mengen Farbpulver in die Luft geworfen. Es kommt stündlich nach einem Countdown zu einer regelrechten Farbenexplosion durch die Teilnehmer. Vor allem Asthmatiker, Allergiker und besonders empfindliche Personen sollten sich mit Augen- und Mundschutz ausstatten, um auch nach dem Fest noch unbeschwert ihre bunten Eindrücke genießen zu können. Kontaktlinsenträger sollten diese beim Holi-Festival besser durch eine Brille ersetzen. Sollte es doch zu Reizungen der Augen kommen, genügt einfaches Ausspülen mit klarem Wasser.

Welche Kleidung man trägt, entscheidet jeder Teilnehmer selbst. Die Veranstalter raten zu weißer Kleidung, da die Farbe darauf besonders gut zur Geltung komme. Auf das Lieblingsshirt sollte man allerdings verzichten, da nicht jede Farbe völlig spurenlos herauswaschbar ist. Manche Teilnehmer setzen auf Einwegoveralls oder andere Ganzkörper-Schutzanzüge.

Übrigens: Blonde Frauen, die es bleiben wollen, sollten ihre Haare bedecken. In der Vergangenheit posteten viele Blondinen in sozialen Netzwerken das Ergebnis der farbenfrohen Party. Regenbogenbunt statt blond trotz mehrmaligen Waschens, waren einige Betroffene stinksauer und griffen entweder zur Schere oder zur Dunkeltönung, andere dagegen nahmen es mit Humor.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Haben auch Sie eine Frage und suchen nach der Antwort?

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Empfehlungen