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(Foto: Anne Krukewitt, pixelio)

Frage & Antwort, Nr. 148: Ratten in der Kloschüssel?

von Jana Zeh

Stimmt es, dass Ratten im Fallrohr auch in obere Stockwerke hochklettern können und schließlich in der Kloschüssel auftauchen? (fragt Michael K. aus Bayreuth)

Die Ratte galt als Überträger der gefürchteten Pest  (Tierpräparat).
Die Ratte galt als Überträger der gefürchteten Pest (Tierpräparat).(Foto: picture alliance / dpa)

"Ja, das ist möglich", bestätigt Dr. Michael Hermann, Schädlingsbekämpfer aus Berlin. "Die Tiere können hervorragend springen, tauchen, schwimmen und sogar über mehrere Stockwerke nach oben klettern. Zudem sind sie fähig, sich im Dunkeln zu orientieren."

Die neugierigen Nager sind ja meistens auf der Suche nach Futter. Menschen, die regelmäßig ihre Speisereste über die Toilette entsorgen, locken die Tiere damit an. "Wichtig ist, dass der Klodeckel nach jedem Toilettengang geschlossen wird und möglichst schwer ist, denn bei entsprechenden WC-Becken können sich die kräftigen Tiere abstützen und einen leichten WC-Deckel nach oben drücken", erklärt Hermann weiter. Dann hat man das ungeliebte Tier in der Wohnung und muss den Schädlingsbekämpfer rufen. Allerdings kommt es nicht so oft zu solchen Ereignissen.

Dr. Michael Hermann bei seiner Arbeit.
Dr. Michael Hermann bei seiner Arbeit.

Essensreste niemals ins Klo

Prinzipiell gehören Ratten zu den Schädlingen. Sie können Krankheiten auf Menschen übertragen und erhebliche Fraßschäden verursachen. Um einen Rattenbefall vorzubeugen, sollten alle Essensreste im Hausmüll entsorgt werden. Mülltonnen stets geschlossen gehalten und Häuser auf mögliche Schlupflöcher untersucht werden. Für Menschen, die eine Ratte in ihrer Toilette ausschließen wollen, bieten Sanitär-Installateure eine spezielle Vorrichtung für Fallrohre als Rattenstopp an.

Übrigens: In einer Großstadt wie Berlin gibt es pro Einwohner etwa drei bis vier Ratten. Die meisten Tiere davon sind in der Kanalisation zu finden, denn dort haben sie hervorragende Lebensbedingungen. Es ist ganzjährig warm, es gibt ausreichend Futter und Lebensraum. Die meisten davon jedoch bekommen wir niemals zu Gesicht.

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Quelle: n-tv.de

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