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Am Tag wird der Mond oft neben der Sonne nicht wirklich wahrgenommen.
Am Tag wird der Mond oft neben der Sonne nicht wirklich wahrgenommen.(Foto: REUTERS)

Frage & Antwort Nr. 260: Warum sieht man den Mond tagsüber?

Von Freya Reiß

Meine Tochter fragte mich vor Kurzem: "Papa, warum kann man den Mond manchmal schon am Tag sehen?" Ich konnte es ihr leider nicht erklären. Warum geht er manchmal so früh auf? (fragt Edgar F. aus Westendorf)

"Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar" heißt es in einem berühmten Kinderlied. Tatsächlich geht der Mond aber nicht nur auf, wenn nachts die Sterne zu sehen sind. Ob wir ihn sehen oder nicht, liegt nicht daran, ob es Tag oder Nacht ist. Es kommt auf die Umlaufbahn des Mondes an.

Der Erdtrabant umkreist in rund 28 Tagen ein Mal die Erde. Für den Beobachter sieht es jedoch so aus, als würde der Mond genauso wie die Sonne schon innerhalb von ungefähr 24 Stunden die Erde umwandern. Dieser Eindruck ist falsch. Er entsteht, weil sich die Erde um sich selbst dreht. Wegen der Eigenrotation ist der Mond immer dann sichtbar, wenn er gerade nicht unter dem Erdhorizont steht. Am Äquator kann man den Mond deshalb rund 12 Stunden, den halben Tag lang, beobachten - egal, ob es Tag oder Nacht ist.

Am Tag überstrahlt die Sonne den Mond

"Wenn man täglich zur gleichen Zeit den Mond beobachten würde, würde man sehen, dass er jeden Tag ein bisschen weiter am Himmel wandert, bis er irgendwann auf der anderen Seite des Horizonts erscheint", erklärt der Astrophysiker René Heller vom Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam. "Der Mond ist für uns nur ein paar Tage im Monat überhaupt nicht zu sehen, nämlich dann, wenn er der Sonne sehr nahe kommt - beim sogenannten Neumond." Dann steht der Mond zwischen Sonne und Erde. Die Sonne strahlt die Rückseite des Erdtrabanten an, was von der Erde aus nicht zu sehen ist.

Der Glaube, der Mond sei nur nachts zu sehen, rührt wahrscheinlich daher, dass der Himmelskörper tagsüber wesentlich unscheinbarer ist. Im Vergleich zur Sonne mit ihrer immensen Lichtkraft ist der Mond unscheinbar blass. Auch die Sterne stehen tagsüber am Himmel. Doch ihre Leuchtkraft ist zu gering, als dass das menschliche Auge sie auf dem hellen Himmel erkennen könnte.

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Quelle: n-tv.de

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