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Dienstag, 28. Juli 2015

Frage & Antwort, Nr. 389: Warum sind Regenwolken dunkel?

Von Fabian Maysenhölder

Mit ist aufgefallen, dass Wolken, bevor aus ihnen der Niederschlag niedergeht, viel dunkler aussehen, als wenn es dann anfängt zu regnen. Warum ist das so? (fragt Albrecht B. aus Chemnitz)

Jeder kennt es: bedrohliche Gewitterwolken, die dunkel und schwer am Himmel hängen. Dann weiß man schon, dass Regen heraufzieht. Denn Regenwolken sind bekanntlich deutlich dunkler als andere Wolken. Aber ist das wirklich so? Setzen wir uns gedanklich kurz ins Flugzeug und blicken von oben auf eine dichte Wolkendecke. Darunter kann es stürmen, schneien oder regnen: Durch das kleine Fenster hoch oben am Himmel sind die Wolken - bei Tag, versteht sich - immer strahlend hell und weiß.

Dieses Gedankenspiel verdeutlicht schon einen wichtigen Faktor, den uns Martin Pscherer, Experte aus der n-tv Wetterredaktion, erklärt: "Es hängt natürlich auch vom Standpunkt des Beobachters ab, wie hell oder dunkel eine Wolke erscheint", sagt er. Wenn die Wolke zwischen Sonne und Betrachter liegt, deckt sie die Sonnenstrahlen ab. "Liegt die gleiche Regenwolke aber nicht direkt zwischen Sonne und Betrachter, sondern wird seitlich angestrahlt, erscheint sie auch nicht mehr dunkel, sondern hell", so Pscherer.

Je dichter, desto dunkler

Doch das ist nur ein Grund dafür, warum Wolken dunkel erscheinen. Es kommt nämlich auch darauf an, wie dicht die Wolken sind, also wie viele Wassertröpfchen oder Eiskristalle sie enthalten. Wolken können unglaublich mächtig sein, mehrere Kilometer in die Höhe ragen und Tausende Tonnen schwer werden.

Daraus ergibt sich der zweite Faktor: Angenommen, eine Wolke steht direkt zwischen Beobachter und Sonne. Eine leichte Schönwetterwolke, die verhältnismäßig wenig Wasser enthält, lässt recht viele Sonnenstrahlen zum Beobachter durch. Es braucht nicht viel Vorstellungskraft, um dieses Szenario auf eine Regenwolke zu übertragen: kilometerdick, viel Wasser - da werden die Lichtstrahlen so sehr gestreut, dass nicht mehr besonders viele davon den Boden erreichen. Wetterexperte Pscherer resümiert: "Je dichter die Wolke ist, das heißt je zahlreicher und je größer die Wassertropfen sind, aus denen Wolken bestehen, desto dunkler erscheint sie auch."

Übrigens: Die Tatsache, dass Wolken aus Wassertröpfchen bestehen, ist schon in der Herkunft des Wortes verankert. Das Wort selbst ist seit dem 8. Jahrhundert belegt und geht wahrscheinlich auf die indogermanische Wortwurzel "uelg"  zurück - was so viel wie "nass, feucht" bedeutet.

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Quelle: n-tv.de

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