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Die Autoren der Bibel haben die Erzählung von Adam und Eva nicht aus der Luft gegriffen.
Die Autoren der Bibel haben die Erzählung von Adam und Eva nicht aus der Luft gegriffen.(Foto: picture alliance / dpa)

Fundsache, Nr. 1259: Eva war unschuldig, Adam ein Gott

In der Bibel ist die Sachlage eindeutig: Adam und Eva essen vom Baum der Erkenntnis. Daraufhin verbannt Gott die beiden aus dem Paradies. Ugaritische Tontafeln, älter als der biblische Text, erzählen auch von Adam und Eva. Aber anders.

Die böse Schlange verführt Eva, diese wiederum gibt die Frucht an ihren Mann Adam weiter. Und das Schicksal nimmt seinen Lauf: Gott verbannt die beiden aus dem Garten Eden. So steht die "Paradieserzählung" in den ersten Kapiteln des Alten Testaments. Schon lange vermuten Bibelwissenschaftler, dass dieser Erzählung noch ältere Überlieferungen zugrunde liegen. Schriftliche Beweise dafür gab es aber bislang keine.

Bibelforscher gehen davon aus, dass die Erzählung im Alten Testament um 400 vor Christus verschriftlicht wurde. Niederländische Wissenschaftler haben nun eine Urversion der Geschichte von Adam und Eva entdeckt, die rund 800 Jahre älter sein soll als der biblische Text. Auf Tontafeln aus dem 13. Jahrhundert vor Christus sei die Geschichte der Vertreibung aus dem Paradies bereits aufgeschrieben worden, berichten die Forscher in ihrem neu veröffentlichten Buch "Adam, Eve and the Devil".

Die sogenannten Ugaritischen Tontafeln waren bereits 1929 in Syrien gefunden und in den 1970er Jahren teilweise entziffert worden. Die beiden Wissenschaftler der Protestantischen Theologischen Universität von Amsterdam haben die Texte aus der semitischen Sprache Ugaritisch neu übersetzt und erstmals im Zusammenhang interpretiert.

Die Schlange vergiftet den Baum

In dem in Keilschrift aufgeschriebenen Text auf den Tafeln wird Adam als Gott dargestellt, der mit einem "bösen Gott" kämpft. Dieser vermummt sich als Schlange, vergiftet den "Baum des Lebens" und macht Adam mit einem Biss zu einem sterblichen Wesen. Die Sonnengöttin tröstet Adam und die Menschheit jedoch mit Eva, einer "guten Frau". Durch natürliche Fortpflanzung erhalte die Menschheit, so die Forscher, doch eine Art Unsterblichkeit.

Anders als in der biblischen Version werde in diesem Mythos Adam als Gott dargestellt, erklärte die Autorin und Professorin für das Alte Testament in Amsterdam, Marjo Korpel, in der Tageszeitung "Trouw". "In dieser Urversion trägt auch Eva keinerlei Schuld."

Quelle: n-tv.de

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