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Der Jeton ähnelt einem großen Knopf.
Der Jeton ähnelt einem großen Knopf.(Foto: Vladimir Naichin)

Fundsache, Nr. 1063: "Jeton" für Tempel gefunden

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem

Ausgrabungen nahe der Klagemauer in Jerusalem bringen Erstaunliches zutage: Einen kleinen "Jeton", mit dem offenbar Tempelbesucher vor 2000 Jahren ihre Reinheit bekundeten.

Archäologen der israelischen Antikenbehörde, Ronni Reich und Eli Schukron, haben im 2000 Jahre alten Schutt unter dem herodianischen Straßenbelag nahe der Klagemauer in Jerusalem einen knopfgroßen "Jeton" mit aramäischer Inschrift gefunden. "Daki JIH", auf Deutsch "Rein für Gott", ist da mit aramäischen Buchstaben in die Tonscherbe eingeprägt. Es ist ein erster archäologischer Beweis für einen "Jeton", den jüdische Tempelbesucher in der Periode des Königs Herodes und Jesus gegen Bezahlung erhielten.

Die Besucher mussten ihre mitgeführte Kleidung und Nahrungsmittel auf rituelle Reinheit überprüfen lassen, um den Tempelbereich betreten zu dürfen. Diese Sitte ist in zeitgenössischen Schriften beschrieben worden, jedoch ohne Erwähnung einer gestempelten Tonmarke, wie sie jetzt im Schutt unter dem Robinsonsbogen einige Dutzend Meter südlich der Klagemauer gefunden worden ist.

Das Erdreich wurde im ersten Jahrhundert vor der Zeitrechnung aufgeschüttet, um die wichtigste Straße Jerusalems entlang der Außenmauer des Tempelbereichs mit schweren Steinplatten zu verlegen. Etwa 3000 israelische Kinder wurden mit dem Durchsieben dieses Erdreichs beauftragt, um selbst winzige Funde zu machen, darunter Öllampen und Münzen.

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Unter der gleichen Straße wurden kürzlich eine goldene Glocke gefunden, die einst am Rock eines Priesters befestigt war und die er offenbar auf dem Weg in den Tempel verloren hatte. Ebenso fanden die Archäologen im Abwasserkanal unter jener Straße ein gut erhaltenes römisches Schwert mitsamt lederner Scheide.

Der Nahe Osten ist sein Metier. Ulrich W. Sahm berichtet seit Mitte der 1970er Jahre aus der Region. Er ist immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der Nachricht.

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Quelle: n-tv.de

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