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Auch Männer sollten im Winter nicht nur Mütze und Schal tragen.
Auch Männer sollten im Winter nicht nur Mütze und Schal tragen.(Foto: picture alliance / dpa)

Alle Jahre wieder: Wen(n) Witwen küssen

Von Heidi Driesner

Treffen sich ein paar unternehmungslustige Witwen mit trinkfesten Schotten in der Heide. Was jetzt folgt, sind keine schmutzigen Witze. Ein bisschen aufräumen und saubermachen muss man hinterher schon, aber die Arbeit hält sich in Grenzen. Wenn auch der Whisky schmeckt: Zu viel davon macht die ganze glückselige Liaison wieder zunichte.

Langsam wird es eng vor Weihnachten, und Sie haben noch immer keine Plätzchen gebacken? Dann wird es aber Zeit, wenn Sie sich nicht auch noch am 2. Advent das Gemaule Ihrer Familie anhören wollen, weil im Kerzenschein und unter leuchtendem Herrnhuter wieder nur gekaufte Kekse auf dem Tisch stehen.

Kinder sind ganz wild auf die Plätzchenbäckerei.
Kinder sind ganz wild auf die Plätzchenbäckerei.(Foto: S. Hofschlaeger/pixelio.de)

Ich kenne das heimliche Grausen, denkt man an die Plätzchenbäckerei: Alle wuseln durcheinander und wollen "helfen", keiner hat mehr den Überblick, jeder will etwas anderes, im Endeffekt gibt‘s verschmierte Kinder mit Bauchgrimmen, weil sie zu viel vom Teig genascht haben, und eine völlig verdreckte Küche, in der man sich Mutterseelenallein wiederfindet, wenn erst mal alle Plätzchen aus dem Ofen sind. Dann sind nämlich auch meistens alle "helfenden" kleinen und großen Bäcker verschwunden. Suchtipp: Gehen Sie mal der Krümelspur der ersten gebackenen Plätzchen nach - sie endet vor dem Fernseher oder im Kinderzimmer.

Und das ist nur das Ende der ganzen Weihnachtsbäckerei, am Anfang steht meistens die Suche nach den sich übers Jahr aus dem Staub gemachten Ausstechformen.

Muss man das haben? Kann man, aber besser lieber nicht. Wenn Sie Gourmet-Plätzchen backen wollen mit allerlei gehäckselten, geraspelten oder geschnittenen Zutaten, haben Sie‘s schwer, denn das geht nicht ohne vollen Körper- und Kücheneinsatz. Ich verrate Ihnen heute drei Rezepte, nach denen Sie einfach und ohne viel Aufwand eine ganze Menge leckere Plätzchen backen können. Die Backerei ist sogar noch recht entspannend, weil mancher Teig eine Ruhepause benötigt, aber mitunter auch gefährlich, sollte sich der erwachsene Anteil der Bäckergesellen in diesen Pausen mit der Whiskyflasche zurückziehen. Der zweite Teil des Plätzchenbackens könnte dann ins Wasser respektive in den Whisky fallen.

Lustige Witwen haben nicht nur einen Platz in der Küche, sondern auch auf der Operettenbühne.
Lustige Witwen haben nicht nur einen Platz in der Küche, sondern auch auf der Operettenbühne.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Mitunter hat Gebäck auch recht lustige Namen; da gibt es Spitzbuben, Ochsenaugen oder auch Witwenküsse. Wie Sie die Eiweißhäufchen nennen wollen, bleibt Ihnen überlassen. Ich kenne sie eigentlich unter der Bezeichnung "Wespennester". Und diesen ähneln sie auch ein wenig, im Mini-Format versteht sich. In anderen Gegenden heißen die "Wespennester" aber "Witwenküsse"; vielleicht weil die Plätzchen süß und etwas klebrig sind? Keine Ahnung! Über mögliche ähnliche Eigenschaften von Wespennestern und Witwenküssen mag ich lieber nicht nachdenken. 

Schottische Butterkekse

Zutaten (ca. 3 Bleche voll)

400 g Mehl
300 g Butter
230 g brauner Zucker
4 cl Schottischer Malt Whisky
Backpapier

Zubereitung:

Alle Zutaten gut miteinander verkneten (der Whisky kann auch weggelassen werden). Den Teig zu Rollen von etwa 4 cm Durchmesser formen, in Klarsichtfolie einrollen und 2 bis 3 Stunden kühlen.

Dann in 5 mm dicke Scheiben schneiden und auf mit Backpapier ausgelegte Bleche legen. Auf genügend Abstand zwischen den Plätzchen achten; sie laufen etwas breit. Die Plätzchen im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad backen, bis die Ränder leicht gebräunt sind. Das dauert etwa 12 Minuten. Auskühlen lassen und in Keksdosen aufbewahren.

Witwenküsse (oder Wespennester)

Zutaten (ca. 30 Stück)

3 Eiweiß
200 g Zucker
1 Pä Vanillezucker
125 g Schokoladenflocken, zartbitter
250 gehackte helle Mandeln
Backpapier

Zubereitung:

Die Eiweiße recht steif schlagen, dabei nach und nach den Zucker und den Vanillezucker unterschlagen. Dann die Schoko-Flocken und die gehackten Mandeln vorsichtig unterheben. Dabei nicht rühren!

Mit zwei Teelöffeln Häufchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen. Im vorgeheizten Ofen bei 150 Grad 25 bis 30 Minuten backen. Die Häufchen sollen hell bleiben und nur ganz leicht gebräunt sein. Auf den Blechen auskühlen lassen.

Heideschnee

Zutaten (50 bis 60 Stück)

350 g Mehl
175 Butter
125 g Puderzucker
2 Pä Vanillezucker
2 Eigelb
Kristallzucker, Backpapier

Zubereitung:

Das Mehl sieben. Die zimmerwarme Butter, Puder- und Vanillezucker und 1 Eigelb mit dem Rührgerät cremig rühren. Dann das Mehl dazugeben und alles verkneten (geht am besten mit den Händen).

Den Teig zu einer Rolle (oder auch 2 Rollen) von etwa 5 cm Durchmesser formen und dann die Seiten flach drücken, so dass eine rechteckige Stange daraus entsteht. Die Stange in Klarsichtfolie wickeln und 4 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Besser ist sogar noch, man lässt den Teig über Nacht im Kühlschrank und bäckt die Plätzchen erst am nächsten Tag.

Zum Backen den Herd auf 180 Grad vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Das zweite Eigelb verquirlen und damit die Teigstange ringsum bestreichen. Auf einer großen Platte (oder einem weiteren Kuchenblech) mehrere Esslöffel Kristallzucker verteilen und die Stange darin von allen Seiten wälzen. In 5 mm dicke Scheiben schneiden, auf den Blechen verteilen und im heißen Ofen etwa 12 Minuten backen.

Die Plätzchen auf den Blechen auskühlen lassen und in gut schließenden Keksdosen aufbewahren.

Viel Spaß beim Backen, Kosten und Aufräumen wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: n-tv.de

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