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Verständlich oder befremdlich?: Blumen, Kerzen und Karten für Knut

 
Verständlich oder befremdlich?: Blumen, Kerzen und Karten für Knut

Ein wenig seltsam muten die Bilder aus dem Berliner Zoo schon an.

Menschen schreiben Trauerkarten für einen Eisbären.

Sie legen Blumen nieder.

Sie zünden Kerzen an.

Ist das angemessen?

Oder vielleicht ein bisschen verdreht?

Fest steht: Knut hat die Welt begeistert.

Vor allem als kleiner Bär.

Und sein inzwischen gestorbener Pfleger Thomas Dörflein prägte sich ebenfalls in das kollektive Gedächtnis ein.

Als Naturbursche, der nicht so gerne über sich redete. Der aber ein Händchen hatte für den Berliner Liebling.

Für verschiedene Tierschutzorganisationen ist sowohl das Leben Knuts als auch die vermenschlichte Trauer eine Perversion.

PETA etwa fordert das Ende der Eisbärenzucht in Zoos. Die artwidrige Haltung Knuts habe nicht gutgehen können, heißt es. Verhaltensstörungen seien programmiert gewesen.

"Die Natur hat sich nur gerächt und Knut die erheblichen Qualen der Gefangenschaft erspart. Man sollte sich eher für Knut freuen, anstatt der quälenden Gefangenschaft nachzutrauern", so Tierrechtler Frank Albrecht.

Der Berliner Zoo, der mit allerlei Tand rund um Knut viel Geld verdient hat, sieht das anders.

Und erklärt die Trauer der Besucher mit einer jahrelangen Beziehungsarbeit.

"Das Interesse flaute mit den Jahren nicht ab", sagt Bärenkurator Heiner Klös. Manche Fans seien täglich gekommen. "Es gab einen starken Freundeskreis."

Von Australien bis Nord-Kanada hätten Menschen sich auf den Weg gemacht, um Knut zu sehen.

Am Becken trafen sie sich, und Knut habe diese Aufmerksamkeit wahrgenommen. "Die Menschen haben soziale Netze aufgebaut in der kalten Welt", sagt er.

Die kalte Welt?

Die kalte Welt etwa, die hauptsächlich kommerzorientiert ist?

Zwischen den Blumen und Kerzen gibt es Diskussionen über die Gründe für Knuts Tod. Ein Video, das im Internet kursiert, zeigt dessen letzte Minuten. Nichts für Zartbesaitete.

Knut habe ständig unter Stress gestanden, sagt am Eisbären-Revier eine Frau, die ihren Namen nicht sagen will.

Und eine andere ältere Dame sagt, sie sei sehr traurig über Knuts Tod. Aber irgendwie auch ein bisschen erleichtert.

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