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Die Krawalle begannen, kaum dass das Abstimmungsergebnis bekannt war.
Während im Parlament das Regierungslager noch den knappen Sieg des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi bei einem Misstrauensvotum feierte, …
… scherte eine gewalttätige Gruppe aus einer der zahlreichen Kundgebungen in der Innenstadt Roms aus und versuchte, zum Abgeordnetenhaus vorzudringen.
Das Parlamentsgelände war bereits am Morgen von der Polizei abgeriegelt worden. Mehrere Kundgebungen und eine Menschenkette wollten gegen die Politik der Regierung Berlusconi demonstrieren und den Sturz des Regierungschefs fordern.
Berlusconi hatte sich einem von der Opposition beantragten Misstrauensvotum stellen müssen. Er gewann die Abstimmung mit nur wenigen Stimmen Vorsprung. Kritiker sprachen von Stimmenkauf und Bestechung.
Vor allem Schüler und Studenten versammelten sich zu Protesten gegen die Regierung.
Neben Rom kam es auch in zahlreichen anderen Städten zu Demonstrationen: In Palermo auf Sizilien besetzten mehr als 500 Schüler und Studenten kurzzeitig die Landebahn des Flughafens. Andere Demonstranten blockierten Bahngleise, um so den Zugverkehr lahmzulegen. Im norditalienischen Mailand, der Heimatstadt Berlusconis, drangen etwa 50 Studenten in die Börse ein.
Nach Angaben von Organisatoren der Demonstrationen gingen allein in Rom rund 100.000 Menschen auf die Straße.
Sie warfen Farbbeutel und Feuerwerkskörper auf die Gebäude der beiden Parlamentskammern, Abgeordnetenhaus und Senat.
Dann eskalierte die Gewalt.
Über 1500 Polizisten wurden aufgeboten, doch sie konnten die Übergriffe nicht verhindern.
Die Demonstranten verwüsteten bei Straßenschlachten mit der Polizei Teile des historischen Zentrums der Stadt.
So setzten Randalierer unter anderem ein Fahrzeug der Stadtreinigung und ein Auto der Finanzpolizei in Brand.
Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein.
Demonstranten zündeten drei selbstgebaute Sprengsätze in einer Gasse in der Nähe des Parlaments.
Andere bewarfen die Beamten mit Eiern und Farbe. Auf der zentralen Via del Corso gingen viele Schaufenster zu Bruch.
Die Demonstranten und Autonomen verwüsteten Schaufenster und das Mobiliar zahlreicher Bars.
Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, …
… darunter mindestens 57 Polizisten.
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