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Tennis-Sensation gegen Serena Williams: Lisicki rockt Wimbledons Centre Court

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Ein spitzer Schrei, ... (Foto: REUTERS)

Ein spitzer Schrei, ...

Ein spitzer Schrei, ...

... dann lag Sabine Lisicki auf dem Heiligen Rasen von Wimbledon.

Sekunden verharrte sie dort regungslos, ehe sie sich wieder aufrappelte.

Die Fäuste geballt, die Augen glasig, blickte sie anschließend fassungslos über den Centre Court.

Über jenen Platz, den sie ihren Lieblingscourt im Tennis-Zirkus nennt und auf dem die 23-Jährige aus Berlin soeben den größten Sieg ihrer Karriere gefeiert hatte.

Das Glück, aber auch die eigene Überraschung über den 6:2, 1:6, 6:4-Erfolg im Wimbledon-Achtelfinale über Titelverteidigerin Serena Williams spiegelte sich in ihrem Gesicht.

Die turmhohe Favoritin aus den USA und fünfmalige Wimbledon-Siegerin entthront im Achtelfinale, von der Nr. 24 der Weltrangliste – das ist eine Tennissensation.

Beim Sieger-Interview stammelte Lisicki: "Ich zittere immer noch." Dann fing sie hemmungslos an zu weinen und schluchzte immer wieder: "Das ist unglaublich."

Für jeden einzelnen Punkt habe sie gekämpft, immer unterstützt von den Zuschauern, die sie ebenfalls als "unglaublich" empfand.

"Vielen, vielen Dank für diese Unterstützung", sagte Lisicki, die im Viertelfinale am Dienstag auf Kerber-Bewzingerin Kaia Kanepi (Estland) trifft, im Moment des Triumphes aber bekannte: "Daran denke ich jetzt noch nicht."

Ihre Fed-Cup-Teamkollegin Andrea Petkovic dachte aber sogar schon an den ganz großen Triumph. "Unglaublich, Olle!!! Glüüüückwuuuunsch! Hol dir das Ding", twitterte Petkovic.

Auch wenn das Wort von der Sensation in diesen Tagen inflationär gebraucht wird, Lisickis Erfolg war nicht weniger als das.

Williams' Ausscheiden stellt sogar die frühen Niederlagen von Titelverteidiger Roger Federer und French-Open-Sieger Rafael Nadal in den Schatten.

"Für mich ist es die größte Überraschung im ganzen Turnier", sagte BBC-Experte John McEnroe.

Die Anzahl derer, die an eine Niederlage der Titelverteidigerin geglaubt hatten, lag im nicht mehr messbaren Bereich. Immerhin hatte die Amerikanerin seit 34 Spielen nicht mehr verloren und zuletzt die French Open souverän gewonnen.

Nur Lisicki selbst und mit ihr der Anhang um Vater Richard und Bundestrainerin Barbara Rittner ("Danke, dass ich dabei sein durfte") hatte immer an das kleine Tennis-Wunder und den großen Sturz von Williams geglaubt.

Auf dem Platz, das sagte Lisicki vor dem Match, habe sie keine Angst.

Das änderte sich auch nicht, als Lisicki im dritten Durchgang nach neun verlorenen Spielen in Serie rasch mit 0:3 in Rückstand lag und alles gegen die 23-Jährige sprach.

Williams hatte längst zu ihrem druckvollen und vor allem nahezu fehlerfreien Spiel gefunden.

Doch Lisicki hatte in Wimbledon schon mehrmals für Überraschungen gesorgt und 2009, 2011 und 2012 jeweils die amtierende French-Open geschlagen.

Das gelang ihr auch diesmal. Schon im ersten Durchgang hatte Lisicki der Weltranglistenersten den Schneid abgekauft ...

... und Williams in tiefe Zweifel gestürzt.

Vier Breakbälle wehrte Lisicki mutig ab und schlug zu, als die Amerikanerin ihre erste kleine Schwäche im Turnierverlauf zeigte.

Als Lisicki dann auch ihr erstes Aufschlagspiel im zweiten Durchgang zum 1:0 durchgebracht hatte, fingen die Zuschauer auf den Tribünen unruhig an zu tuscheln.

Auf ihrem Stuhl atmete Williams schwer durch, in ihr arbeitete es gewaltig. Finster blickte sie drein.

Sie drehte jedoch sofort auf, als Lisicki ein wenig ihre Linie verlor und drei Doppelfehler produzierte.

Williams unterlief dagegen im zweiten Durchgang kein einziger unerzwungener Fehler mehr.

Sie zog ihr Spiel bis Mitte des entscheidenden Satzes durch.

Und musste Lisicki am Ende doch gratulieren.

Nach 2:04 Stunden verwandelte die Berlinerin ihren zweiten Matchball mit einem Vorhand-Winner.

"Sie ist immer da, wenn es gegen große Spieler auf den großen Plätzen geht", sagte Williams gefasst.

"Die Niederlage ist für mich kein Schock, weil sie auf Rasen einfach gut ist. Sabine hatte nichts zu verlieren und hat unglaublich frei und aggressiv gespielt."

Nach dem packenden Match meldete sich sogar Steffi Graf zu Wort. Auf ihrer Facebook-Seite schrieb sie: "Die zweite Woche von Wimbledon beginnt mit einem weiteren Sturz. Gratulation an Sabine für den tollen Sieg".

Lediglich Comedian Oliver Pocher schien der Erfolg der Deutschen ein wenig verwirrt zu haben. "Wow!! Serena Williams verliert gegen Sabine #Lisicki in Wimbledon und steht damit verdient im 1/4 Finale!! Glückwunsch!!!."

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