Kein anderer Künstler wird mit Pop Art so sehr identifiziert wie Andy Warhol. Die Medien nennen ihn den "Prinzen des Pop".Bild 1 von 53 Andy Warhol steigt aus einer Arbeiterfamilie aus Pittsburgh zur US-amerikanischen Legende auf. Seine Eltern stammen ursprünglich aus der slowakischen Stadt Medzilaborce.Bild 2 von 53 Die Anfänge seiner Biografie behält Warhol für sich. Die Angaben über sein Geburtsdatum reichen vom 6. August 1928 bis zum 8. August 1931. Geburtsort ist US-Medien zufolge mal die Bergarbeiterstadt Pittsburgh, mal das vornehmere Philadelphia. (Foto: November 1969)Bild 3 von 53 Aus Andrew Warhola wird Andy Warhol. Sein Vater, ein Bauarbeiter, stirbt bei einem Unfall, als Andy 13 Jahre alt ist. (Foto: Selbstporträt von Andy, Siebdruck)Bild 4 von 53 Im Alter von acht Jahren erleidet Warhol eine Art Nervenzusammenbruch, gepaart mit einer seltenen Pigmentstörung, so dass man ihn lange für einen Albino hält. (Foto: Selbstporträt von 1986)Bild 5 von 53 Das bettlägerige Kind entwickelt schnell eine Leidenschaft für Comics und Kinofilme, beginnt zu zeichnen und Papierfiguren auszuschneiden. (Foto: Warhol-Zeichnung von 1955, "My Shoe is Your Shoe")Bild 6 von 53 Nach der Highschool studiert Andy Gebrauchsgrafik in Pittsburgh, macht 1949 seinen Abschluss und geht anschließend nach New York, wo er als Illustrator für Zeitschriften wie Vogue und Harpar's Bazaar und in der Werbung arbeitet.Bild 7 von 53 Bald mausert er sich zu New Yorks gefragtestem und erfolgreichstem Illustrator. (Foto: mit Sängerin Nico)Bild 8 von 53 Für Kollegen wie Claes Oldenburg, Robert Rauschenberg und Roy Lichtenstein (von links) ist er "der kommerzielle Künstler". Einer, der mit Anzeigen seinen Unterhalt verdient und sogar noch Preise gewinnt.Bild 9 von 53 Inzwischen jedoch hat Warhol sie alle überholt. Sein surreales Werk "Green Car Crash" (Green Burning Car I) aus der Serie "Death and Disaster" erzielt im vergangenen Jahr den Rekordpreis von 71,7 Millionen Dollar.Bild 10 von 53 1952 hat Warhol seine erste Einzelausstellung in der Hugo Gallery in New York. 1956 kommt eine wichtige Ausstellung im berühmten Museum of Modern Art hinzu.Bild 11 von 53 Warhol ist es, der Alltägliches museumsreif macht. Das beginnt damit, dass ihn 1961 ein Kunsthändler auffordert, genau das zu malen, was ihm am meisten bedeutet.Bild 12 von 53 Warhol fertigt Schablonenbilder von Geldstücken und von Campbell-Büchsen, deren Inhalt er jahrelang als Lunch verspeist hatte.Bild 13 von 53 Doch erst jüngst werden seine Suppendosen, Dollarnoten, banalen Seifenkartons und Porträts von Promis wie Marilyn Monroe, Elvis und Mao zu Höchstpreisen versteigert.Bild 14 von 53 Noch vor wenigen Jahren ist mit Warhols kein großes Geschäft zu machen. (Foto: Warhol-Werke werden bei Sotheby's in New York versteigert)Bild 15 von 53 Da kann Sotheby's bei seiner Frühjahrsauktion 1994 zehn von zwölf seiner Bilder nicht verkaufen, da wird für einen "Double Elvis" (1963) nicht einmal die Hälfte des Schätzpreises geboten.Bild 16 von 53 Das Wesentliche an Warhols Kunst besteht darin, den Unterschied zwischen den "schönen Künsten" und der "kommerziellen Gebrauchskunst" aufzuheben. (Foto: Eine Zeichnung Andy Warhols auf einer Selbstporträt-Tapete)Bild 17 von 53 "Wenn man mal darüber nachdenkt, dann sind Kaufhäuser auch eine Art von Museum", bringt Warhol seine Philosophie zum Ausdruck. (Foto: Die Bianchini Gallery in New York sieht für die Show "The American Supermarket" wie ein Supermarkt aus.)Bild 18 von 53 Andy Warhol wählt Massenprodukte nicht nur als Gegenstand seiner Kunst, sondern er will seine Kunstwerke selbst wie Massenprodukte vervielfältigen.Bild 19 von 53 1962 gründet er die "Factory" - ein Kunststudio, in dem es ziemlich chaotisch zugeht und ...Bild 20 von 53 ... wo er sogenannte Kunstarbeiter vorwiegend Poster und Grafiken herstellen lässt - aber auch andere Dinge wie Schuhe. (Fotografie "Andy Warhol and members of the factory")Bild 21 von 53 Warhols bevorzugte Drucktechnik ist der Siebdruck. Es entspricht am ehesten seiner Vorstellung von Kunstproduktion.Bild 22 von 53 Außer als Druckerei dient die Factory auch als Filmstudio. Warhol macht über 300 experimentelle Untergrundfilme - zumeist recht bizarr und einige auch ziemlich pornographisch.Bild 23 von 53 Sein erster Film "Sleep" zeigt 6 Stunden nichts anderes als einen schlafenden Mann. (Foto: Warhol mit seinen Superstars Jane Forth und Joe Dallesandro)Bild 24 von 53 Im Juni 1968 stürmt Valerie Solanas in die Factory und schießt Andy Warhol zwei- oder dreimal in die Brust. Er wird schwer verletzt und entkommt nur knapp dem Tod. Valerie Solanas gehört zuvor zur erlauchten Warhol-Gefolgschaft.Bild 25 von 53 Solanas hatte eine Gruppe namens SCUM (Society for Cutting Up Men) gegründet und war selbst ihr einziges Mitglied. Als Valerie Solanas am Tag danach verhaftet wird, sagt sie: "Er hatte zuviel Kontrolle über mein Leben."Bild 26 von 53 Warhol erholt sich niemals völlig von seinen Wunden und muss für den Rest seines Lebens ein Korsett um die Hüfte tragen.Bild 27 von 53 Nach dem Anschlag macht er in seinem Kunstschaffen eine radikale Wendung. Der Philosoph der Massenproduktion von Kunst verbringt jetzt die meiste Zeit damit, Portraits der Reichen und Schönen seiner Zeit anzufertigen, wie etwa von Brigitte Bardot ...Bild 28 von 53 ... Mick Jagger, ...Bild 29 von 53 ... Marilyn Monroe oder...Bild 30 von 53 "Liz".Bild 31 von 53 Warhol entwickelt sich mehr und mehr zum Unternehmer. Er gründet die Zeitschrift "Interview" und sogar einen Nacht-Club.Bild 32 von 53 1974 zieht die Factory auf den Broadway um. Ein Jahr später veröffentlicht Warhol "Die Philosophie von Andy Warhol". In dem Buch beschreibt er, was für ihn Kunst ist: "Geldverdienen ist Kunst, und Arbeiten ist Kunst, und ein gutes Geschäft ist die beste Kunst."Bild 33 von 53 Andy Warhol ist eine introvertierte, scheue und undurchsichtige Persönlichkeit. Er lebt seine Homosexualität nicht öffentlich aus, obwohl er sie, darauf angesprochen, nicht abstreitet.Bild 34 von 53 Gleichwohl sind seine Verdienste für die Gleichberechtigung der Schwulen in unserer Gesellschaft nicht hoch genug einzuschätzen:Bild 35 von 53 Indem er zeitlebens die (männliche) Homosexualität zu einem der zentralen Fixpunkte seines Schaffens erhebt, fördert er die Auseinandersetzung mit dem Thema.Bild 36 von 53 In den 1950er Jahren färbt er sein Haar strohblond.Bild 37 von 53 Später ersetzt er sein eigenes Haar mit blonden und silbergrauen Perücken.Bild 38 von 53 Warhol gibt nur wenig von sich preis, ist meistens wortkarg und stilisiert sich selbst zur Sphinx und Ikone der New Yorker Kunstszene.Bild 39 von 53 In Interviews und Gesprächen entzieht er sich geschickt den Erwartungen zu seiner Person und übt sich konsequent darin, den Mythos Andy Warhol aufzubauen.Bild 40 von 53 Er liebt Katzen. Katzenbilder finden sich in etlichen seiner Kunstwerke. Einer seiner Freunde beschreibt ihn als totalen workaholic.Bild 41 von 53 Warhol ist von dem Ehrgeiz besessen, berühmt und wohlhabend zu werden. Von Anfang an ist klar, dass er den "Amerikanischen Traum" nur durch harte Arbeit verwirklichen kann. (Foto mit Ultra Violet, links, und Viva)Bild 42 von 53 In seinem Buch "Popism" beschreibt Warhol sehr anschaulich, wie er in den sechziger Jahren mühsam und mit bescheidenen Schritten die Leiter zum Erfolg erklomm. Die Autobiografie liegt schon seit Jahren in den USA vor, erscheint aber erst jetzt in einer deutschen Ausgabe.Bild 43 von 53 In ihr beichtet der Pop-Art-Papst, dass er sich von Freunden und Bekannten Ideen für seine Arbeit erbettelte und am Boden zerstört war, wenn Kollegen über das Ergebnis lachten.Bild 44 von 53 Recht spannend liest sich auch, was Warhol über die private Seite seiner prominenten Wegbegleiter zu sagen hatte:Bild 45 von 53 Robert Rauschenberg sei "generell so enthusiastisch" ...Bild 46 von 53 ... und Jasper Johns ein "launischer Mensch" gewesen, ...Bild 47 von 53 ... Jackson Pollock ein Schlägertyp, der "einfach bei einem Autounfall ums Leben kommen musste".Bild 48 von 53 Schlecht kommt auch der "schwer intellektuelle" Mark Rothko davon. Er brüskierte sich auf einer der unzähligen Partys jener Tage über Warhols Anwesenheit.Bild 49 von 53 Nicht so sein Kollege Dennis Hopper: "Dennis kaufte auf der Stelle eine meiner Mona Lisas" und nahm Warhol sowie den Briten David Hockney dann zur Aufzeichnung einer seiner Fernsehshows mit nach Harlem.Bild 50 von 53 Warhol erlag am 22. Februar 1987 im Alter von 57 Jahren einem Herzversagen nach einer unkomplizierten Operation an der Gallenblase.Bild 51 von 53 Über 2000 Leute erwiesen ihm beim Gedenkgottesdienst in der St. Patricks Kathedrale die letzte Ehre.Bild 52 von 53 Im Mai 1994 eröffnete das Andy Warhol Museum in seiner Heimatstadt Pittsburgh in Pennsylvania seine Pforten. (Alle Bilder: dpa, AP, Reuters)Bild 53 von 53