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"Das tragen jetzt alle in Amerika": Erotik-Kapriolen der Micaela Schäfer

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Wissen ist gemeinhin ein wertvolles Gut. Wer davon viel besitzt, kann sich glücklich schätzen - und wird geschätzt. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Wissen ist gemeinhin ein wertvolles Gut. Wer davon viel besitzt, kann sich glücklich schätzen - und wird geschätzt.

Wissen ist gemeinhin ein wertvolles Gut. Wer davon viel besitzt, kann sich glücklich schätzen - und wird geschätzt.

Bei einer Sendung wie dem Dschungelcamp steht diese Grundwahrheit allerdings auf dem Kopf. Die größte Distinktion lässt sich hier nämlich mit folgender Aussage erreichen: "Ich kenne alle diese Kandidaten gar nicht!"

Immerhin beweist man damit, dass man sich nicht in den Niederungen von Trash- und Casting-TV herumtreibt. Besonders dem allzu informierten Wissen um die 28-jährige Kandidatin Micaela Schäfer dürfte ein Makel anhaften.

Dennoch, das Erotikmodel (ist das eigentlich ein Lehrberuf?) aus Leipzig hat sich dieser Tage sehr nachhaltig in die mediale Wahrnehmung gerückt.

RTL wusste dabei, was man von der jungen Dame zu erwarten hatte und so staunten die Zuschauer doch sehr, dass es die Dschungeleinheitskluft der Kandidaten ganz offenbar ...

... auch in einer schlüpfrigen Variante gibt.

Von Anfang an stolzierte Micaela in Tanktop und kurzer Hose umher, oder in dem roten Hemd – allerdings nicht zugeknöpft und mit Nichts darunter. Das blieb nicht unbemerkt.

Bereits im Vorfeld titelte die Zeitschrift Intouch ob der Teilnahme Micaelas eine Story zum Thema mit: "Das peinlichste Camp aller Zeiten!"

Allerdings greift es zu kurz, die kalkulierte Barbusigkeit als Schritt des Formats in Richtung "Big Brother" zu werten. Denn selbst der voyeuristischste Zuschauer erlebt den Overkill an den gemachten Brüsten auf dem zu dünnen Körper früher oder später wie Rocco Stark:

"Hat man sich auf Dauer auch dran sattgesehen."

Überhaupt, wenn es um intime Einblicke in Weiblichkeit geht, bieten Aussagen wie die von Jazzy über ihre Menstruation ("Ich blute wie ein Schwein") den viel größeren Tabubruch.

Micaela Schäfer indes beharrt seit nunmehr dem zwölften Tag in einem australischen TV-Camp mit kaum Essen und halbwahnsinnigen Halbpromis auf ihrer eigenen Marke.

Und die hat bis zur Schmerzgrenze nichts weiter zu vermitteln außer Körper, Körper, Körper. Ihr Aufenthalt scheint ein nicht enden wollendes Bewerbungsvideo zu sein.

Eigentlich eine große Leistung, unter diesen widrigen Umständen seine Haut so unbeirrbar zu Markte zu tragen. Doch letztlich stellt sich beim vom vielen Busenblitzen fast blind gewordenen Betrachter Melancholie ein.

Und Melancholie passt dabei besser, als man vielleicht meinen könnte. In der letztjährigen Pro7-Prime-Time-Sendung "Der große Glücksreport" gehörte auch Micaela zu den Porträtierten.

Und dem Titel der Show entgegengesetzt bekam man eine sehr unglückliche ehemalige Miss Ostdeutschland vorgeführt, die nicht nur einmal schluchzte, wie einsam sie sich fühlen würde.

Dieser Background scheint nur ein weiteres Indiz, dass Micaela vermutlich mehr Beschützerinstinkte anregt als die karge Libido, die uns Reality-TV-Connaisseuren noch geblieben ist.

In der sonntäglichen Sendung nun der vorläufige Höhepunkt der Micaela-Show, wirkte es doch fast schon comichaft, als sie zur Dschungelprüfung allen Ernstes in einem Badeanzug (Vorsicht, dieser Begriff ist irreführend) auftauchte.

Sie verteidigte das Stück Reststoff, das irgendwo zwischen Borat, Beate Uhse und Schnürsenkel anzusiedeln ist, tapfer mit: "Das tragen jetzt alle in Amerika".

Auch ohne zur Badekleidung jenseits des Atlantiks eine Erhebung durchgeführt zu haben, darf man diese Aussage getrost anzweifeln.

Als Zuschauer musste man es daher mit Terrorvater Vincent Raven halten, ...

... der ihre zur Nacktchallenge umfunktionierte Dschungelprüfung ehrlich entgeistert unterbinden wollte:

"So gehst du aber nicht!"

Roter Alarm. Wenn der misogyne, cholerische Magier schon die Stimme der Vernunft ist, dann stimmt wirklich was nicht. Nur wer vermittelt das der armen Micaela? Die wird nach dem Ende des Camps sicher auch in ihrem anderen skurrilen Job (Nackt-DJ!) eine große Buchungsauslastung erzielen.

Aber ob sie das einen Funken glücklicher machen wird, das bleibt ernsthaft zu bezweifeln.

Dabei besitzt sie einiges an Potenzial. Und fällt im Camp, wenn man mal an diesen Brüsten vorbeischaut, vor allem dadurch auf, dass sie als Einzige nicht mit ständigem Klagen beschäftigt ist.

Und zudem ist sie durch die Kaskade an unbeholfenen Erotik-Kapriolen bereits auf dem Weg zum Kultstar der Staffel.

Also, Micaela, du siehst, es ginge vielleicht doch alles auch anders. Geschlossen sei daher mit nicht weniger als einem Zitat von Judith Holofernes und ihrer Band Wir Sind Helden:

"Was glaubst du, was das bringt, außer dreckigen Zoten / Außer dem kleinen bisschen bessere Quoten / Außer den paar Werbeangeboten / Und einem Erfolg, der stinkt wie Hundepfoten? Zieh dir was an, Mädchen!" (Text: Linus Volkmann)

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