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China strotzt vor Milliardären: Tiefe Kluften zwischen Arm und Reich

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Die Zahl der Super-Reichen in China steigt rasant. Die Hauptquelle des Reichtums sind Immobiliengeschäfte, da die Grundstückspreise explodieren. Doch das ist nur die eine Seite: Die Schere zwischen Arm und Reich in dem (pseudo-)kommunistischen Land ist immens. (Foto: REUTERS)

Die Zahl der Super-Reichen in China steigt rasant. Die Hauptquelle des Reichtums sind Immobiliengeschäfte, da die Grundstückspreise explodieren. Doch das ist nur die eine Seite: Die Schere zwischen Arm und Reich in dem (pseudo-)kommunistischen Land ist immens.

Die Zahl der Super-Reichen in China steigt rasant. Die Hauptquelle des Reichtums sind Immobiliengeschäfte, da die Grundstückspreise explodieren. Doch das ist nur die eine Seite: Die Schere zwischen Arm und Reich in dem (pseudo-)kommunistischen Land ist immens.

Während die einfachen Arbeiterviertel Pekings immer mehr verfallen, werden im Zentrum der Hauptstadt riesige Wolkenkratzer errichtet, die Platz für Geschäfte, Büros sowie Luxusappartements bieten.

Rund 130 Millionen Arbeiter leben auf engstem Raum zusammen. Sie teilen sich Zimmer, die von ehemaligen Bauern vermietet werden. Ihre Dörfer existieren nicht mehr, da die Zersiedlung der Stadt sie verschluckt hat. Allein dieses neue Einkaufszentrum (r.) erstreckt sich über 50.000 Quadratmeter.

Im Inneren der Gebäude sieht es ähnlich aus. Während die Arbeiterfamilien zu viert auf fünf Quadratmetern leben, sind dem Wert und der Größe der Wohnungen der Oberschicht keine Grenzen gesetzt.

Auch im Alter verbessert sich die Situation der Arbeiter nicht. Mit einem Tageslohn von weniger als einem Euro bei zwölf Prozent der Gesellschaft kann von Altersvorsorge keine Rede sein. Doch auch für die Wohlhabenden könnten Engpässe in der Pflege entstehen: Für 2030 wird eine Anzahl von 230 Millionen Senioren prognostiziert.

Auch vor öffentlichen Toiletten macht der Unterschied nicht halt: Einfache Löcher im Boden stehen Hochglanztoiletten in einem Einkaufszentrum gegenüber. An Design und Sauberkeit sind diese kaum zu überbieten.

China hat jedoch Pläne, die sozialen Differenzen zu reduzieren. Innerhalb der nächsten zehn Jahre sollen die Einkünfte verdoppelt werden. Ob sich die einfachen Arbeiter dann auch bequeme Sessel an Stelle von Plastikstühlen leisten können?

Noch sind die Ansprüche niedrig. Auf dem Boden, am Rande der Straße sitzend, kann das Mittagessen genauso gut eingenommen werden wie in einem schicken Restaurant. Die Preisunterschiede sind jedoch immens.

Während ein einfaches Reis- oder Nudelgericht eines Straßenhändlers für rund 1,20 Euro zu haben ist, müssen für aufwendig zubereitete Speisen zwischen 45 und 60 Euro hingeblättert werden.

Die Freizeitgestaltung könnte nicht unterschiedlicher sein. Die Arbeiter vertreiben sich die Zeit mit Glücksspielen in einfachster Umgebung, die Oberschicht dagegen lässt sich mit Champagner bedienen.

Aktuelle Studien zeigen, dass Wirtschaft und Politik eng verbunden sind: 153 Namen auf der diesjährigen Liste des Hurun Report, der chinesischen Form der "Forbes-Liste", finden sich auch im Nationalen Volkskongress oder der Politischen Beratenden Konferenz wieder.

Die Ansprüche innerhalb der Bevölkerung variieren: Gibt sich die Arbeiterschicht mit einer klassischen Zirkusshow zufrieden, schwelgt die High Society im Modehimmel einer Fashion Show.

Natürlich bleiben manchen keine, anderen sehr moderne Outfits, ...

... deren Herkunftsorte deutlich verschieden sind. Schlichtheit und Niedrigpreise auf der einen, Prunk und Protz auf der anderen Seite.

Die Arbeiterviertel sind von Straßenmärkten geprägt, die Händler verkaufen regionale Ware. Im Zentrum Pekings dagegen werden die Schaufenster mit ausländischen Produkten der Luxusmarken bestückt.

Zwar zeigt der Hurun Report Vermögenseinbußen im Einzelhandel und im Bekleidungssektor, ...

... trotzdem sind die Supermärkte in den wohlhabenden Vierteln noch immer ordentlich sortiert und bieten Ware im Übermaß an. Der Straßenverkäufer beschränkt sich auf Ingwerhalme.

Die Überflussgesellschaft wird auch bei Produkten des täglichen Gebrauchs deutlich: Meterhoch türmen sich bunte Plastikartikel im Regal. Umweltfreundlich? Wohl kaum. Ein Verkäufer von einfachen Besen und Holzkörben setzt dagegen auf natürliche Materialien.

Die Sexspielzeug-Auswahl in einem einfachen Laden verblasst im Gegensatz zu der blendenden, bunt leuchtenden Neonschrift eines Sex-Shops in einem Nobelviertel.

Ausruhen - eines der Grundbedürfnisse des Menschen - kennt verschiedene Ausführungen. Entweder man macht es sich einfach auf der nackten Erde gemütlich oder man nutzt ein ausgiebiges Wellness- und Massageprogramm. Inklusive Badewanne ist das Vergnügen für rund 300 Euro zu haben.

Von solch einem Luxus kann die einfache Bevölkerung nur träumen. Die meisten ihrer Häuser haben keine Badezimmer und Toiletten, die Haare werden auf offener Straße in einer Schüssel gewaschen. Ganz anders im Herzen Pekings: Französische Friseure verwöhnen ihre Kunden ausgiebig.

Zwar dienen die traditionellen elektrischen Dreiräder noch vielen Menschen als Transportmittel, doch mittlerweile ist China auch ein äußerst wichtiger Markt für den Verkauf von Luxusautos. Experten rechnen damit, dass bis 2020 knapp 3 Millionen davon jährlich verkauft werden.

Selbst die Kleinsten sind von der Schere in der Gesellschaft betroffen. Arbeiterkinder, deren Eltern sie den gesamten Tag über alleine lassen müssen, können von den bunten Plastikball-Bädern in einem Indoor-Spielplatz eines Reichenviertels nur träumen.

Nicht zuletzt ist auch die Existenz der Haustiere von den Unterschieden geprägt. Straßenhunde durchstöbern Mülleimer auf der Suche nach dem kleinsten Rest Futter, während die Hunde der High Society kaum ein echtes Hundeleben führen, sondern eher vermenschlicht werden.

Wie die Hunde, so die Menschen: Ein Müllsammler versucht, verwertbare Abfälle zu finden, um einen kleinen Nebenverdienst zu haben. Ganz anders im reichen Teil Pekings: Hier werden selbst Mülltonnen geputzt, um der Stadt den letzten Feinschliff zu geben.

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