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Schnitzel, Burger, Putenbrust: Unser täglich Fleisch gib uns heute

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Ob saftiger Rindfleisch-Burger, ... (Foto: REUTERS)

Ob saftiger Rindfleisch-Burger, ...

Ob saftiger Rindfleisch-Burger, ...

... leckerer Hot Dog ...

.. oder krosses Hähnchen-Nugget: ...

Die Deutschen lieben Fleisch. 85 Prozent geben an, täglich oder mehrmals die Woche Fleisch zu essen.

Im Schnitt essen wir 60 Kilogramm Fleisch pro Kopf und Jahr - pro Woche sind das rund 1,1 Kilogramm. Um es zu veranschaulichen: ...

... Jeder Deutsche verzehrt pro Jahr eine Fleischmenge, die rund 1100 Wiener Würstchen entspricht.

Fleisch ist lecker, Fleisch ist gesund - diese Einstellung scheint der Fleischkonsum widerzuspiegeln.

Doch was steckt dahinter - wie gesund ist Fleisch wirklich?

Tut die tägliche Portion unserem Körper gut?

Viele Ernährungsexperten, Mediziner und Gesundheitsverbände sind sich einig, dass wir viel zu viel Fleisch essen.

Eine neue Langzeitstudie aus den USA zeigt sogar: Wer regelmäßig rotes Fleisch isst, also Schwein, Rind oder Lamm, verkürzt seine Lebenserwartung.

Die Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und diverse Krebsleiden steigt.

Bei industriell verarbeitetem Fleisch wie Würstchen oder Aufschnitt erhöht sich das Sterberisiko bei täglichem Verzehr sogar um 20 Prozent.

Natürlich - solche Studien sind mit Vorsicht zu genießen, da sie nicht berücksichtigen, ...

... wie sehr die Probanden sonst auf ihre Ernährung und Gesundheit achten.

Dennoch, der Tenor der Ernährungsexperten und Verbraucherzentralen ist: "Esst weniger Fleisch!" Die Empfehlung lautet dabei, den Fleischkonsum zu halbieren.

Sinnvoll sei eine Rückkehr zum "Sonntagsbraten" - einmal die Woche Fleisch zu essen und statt auf Masse auf Qualität zu achten.

Auch wenn bewusste Ernährung immer wichtiger wird - nach wie vor verschließen viele die Augen, wenn es um die Herkunft ihres Fleisches geht.

"Das will ich gar nicht wissen" - keine seltene Antwort auf die Frage, wie das Schwein ...

... zum Schnitzel wird.

Denn immer wieder prangern Tierschützer und Umweltorganisationen unzumutbare Haltungsbedingungen in Mastbetrieben an.

Und diese gehen nicht zuletzt auf den enormen Preiskampf zurück, der in Deutschland herrscht. Die Devise heißt: ...

... Die Kunden wollen billiges Fleisch, also bekommen sie billiges Fleisch.

Am Ende ist ein Hühnerleben gerade einmal zwischen 6 und 9 Cent wert.

So viel Gewinn macht ein Mastbetrieb pro Huhn.

Um diesem Preisdruck standzuhalten, muss gespart werden, wo es geht. "Massentierhaltung" nennt man das - und in Deutschland gibt es kaum konventionelles Fleisch, das nicht aus großen Betrieben stammt.

Der englische Begriff dafür ist "Factory Farming". Und der trifft den Nagel auf den Kopf.

Denn große Mastbetriebe sind nichts anderes als ...

... Tierfabriken.

Die glückliche Kuh auf der Weide, die allenthalben die Hackfleisch-Packungen im Kühlregal ziert - Illusion.

Aufgrund der schlechten Haltungsbedingungen verbreiten sich Krankheiten unter den Tieren rasend schnell. Betriebe setzen Antibiotika ein, damit die Tiere nicht krank werden und vorzeitig sterben.

Die Folge: Antibiotikaresistente Keime bilden sich. Auf jedem zweiten Supermarkt-Hähnchen haben Tierschützer solche multiresistenten Keime nachgewiesen, die für den Menschen gefährlich sind - denn auch bei ihm wirken dann Antibiotika nicht mehr gegen diese Keime.

Tierschützer kritisieren zudem, dass der enorme Preis- und damit Zeitdruck in den Betrieben auch dazu führt, dass Schlachtungen häufig nicht korrekt durchgeführt werden.

Gunhild Lütge formuliert in einem Artikel der Wochenzeitung "Die Zeit" so: "Nicht selten sticht ein einzelner Mitarbeiter 750 Schweine ab - in der Stunde. ...

... Also bleiben ihm nur wenige Sekunden, um den Stich richtig zu platzieren."

Falls der nicht sitzt, oder der Stecher ein Schwein übersieht, lande es lebendig in der Brühanlage, heißt es dort weiter.

Automatische Kontrollsysteme, um dies zu verhindern, sind teuer - und senken somit die Wettbewerbsfähigkeit eines Betriebs.

Denn am Ende zählt nur eines: die Nachfrage des Konsumenten zu bedienen.

Und der will möglichst viel ...

... und zwar billig!

Womit wir wieder am Anfang wären. Ein Teufelskreis? Nicht ganz.

Jeder Einzelne entscheidet selbst, inwieweit er dieses System unterstützt. Was kann man also tun?

Das, was auch der eigenen Gesundheit am zuträglichsten ist: Weniger Fleisch essen und dabei lieber auf Qualität achten.

Denn jeder Griff zum Discount-Fleisch unterstützt den Preiskampf in der Branche.

Bio-Fleisch hat zwar bei Haltung und Fütterung der Tiere strengere Vorschriften.

In Transport und Schlachtung unterscheidet es sich aber nicht von der konventionellen Fleischproduktion. Der BUND empfiehlt deshalb, auf Produkte zurückzugreifen, die aus Anbauverbänden stammen.

Diese geben sich häufig deutlich strengere Kriterien, als das EU-Biosiegel sie fordert.

Bioland, Biopark, Bio Kreis e.V., Demeter, Ecoland, Gäa und Naturland sind nach den Angaben der Umweltorganisation "sehr empfehlenswert", da sie besonders hohe Standards haben.

Ist der Konsum von hochwertigem Fleisch dadurch eine Frage des Geldes? Nicht unbedingt.

Gutes Bio-Fleisch ist natürlich teurer, dafür greift man aber seltener zu. Am Ende bleibt es eine Frage des Willens.

Damit man mit einem guten Gewissen genießen kann - für sich selbst ...

... und die Umwelt. (Text: Fabian Maysenhölder)

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