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Arbeitsmoral sinkt während der WM : 1,4 Millionen Deutsche wollen blaumachen

Während der Fußball-Weltmeisterschaft wollen viele Deutsche wegen der spät beginnenden Spiele ihr ganz eigenes "Gleitzeitmodell" einführen. Der erwartbare Schaden ist immens, doch könnte die WM auch wirtschaftlichen Gewinn bringen.

Die deutsche Wirtschaft kann sich in den kommenden WM-Wochen auf Ausfälle gefasst machen. Einer Umfrage zufolge werden an die 1,4 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland während der Fußball-Weltmeisterschaft entweder krankfeiern oder verschlafen, wodurch Einbußen von rund einer halben Milliarde Euro entstehen.

Die Summe ergibt sich aus einer Hochrechnung des Online-Urlaubsportals ab-in-den-urlaub.de, das gut 1300 Beschäftigte zu ihrer geplanten Arbeitsmoral während des Turniers befragte.

Grund sei, dass wegen der Zeitverschiebung viele Partien nach hiesiger Zeit erst spät abends oder in der Nacht angepfiffen würden. Im Schnitt planten die Fans zwei Tage krank zu feiern, ohne dafür Urlaub einzureichen. Daraus ergebe sich ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund 446 Millionen Euro. Die Zahl des durchschnittlichen Verlustes pro Arbeitnehmer beruhe auf Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zum Verdienst im Produzierenden Gewerbe und bei den Dienstleistern, sagte ein Sprecher des Reiseportals.

Gewinne an anderer Stelle

Wegen der späten Fernsehübertragung planen laut Umfrage rund 2,1 Millionen Angestellte zu spät zur Arbeit zu kommen, zugleich aber pünktlich in den Feierabend zu gehen. "Allein diese Gruppe würde hochgerechnet einen volkswirtschaftlichen Schaden von rund 74 Millionen Euro verursachen." Durchschnittlich gingen die befragten Fans davon aus, knapp zwei Stunden zu spät zur Arbeit zu kommen.

Auf der anderen Seite erwartet die deutsche Wirtschaft aber auch zusätzliche Impulse durch die WM, weil etwa mehr Fernseher gekauft und mehr Getränke, Süßigkeiten und Grillwürste konsumiert werden.

Die Fußball-WM startet am Donnerstag mit dem Eröffnungsspiel Brasilien gegen Kroatien. Die deutsche Mannschaft trifft am Montag in der Vorrunde auf Portugal, anschließend auf Ghana und die USA.

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Quelle: n-tv.de

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