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So sieht die gedruckte Pistole aus
So sieht die gedruckte Pistole aus(Foto: picture alliance / dpa)

BKA warnt vor Waffen aus dem Drucker: 3D-Druck bietet gefährliche Möglichkeiten

Die deutschen Sicherheitsbehörden sind offenbar besorgt wegen der möglichen Herstellung illegaler Waffen mithilfe moderner 3D-Drucker. Mitte Mai fanden sich die Spitzen der deutschen Geheimdienste und des BKA zu einem Geheimtreffen im Bundeskanzleramt zusammen.

Die Herstellung von Schusswaffen per 3D-Druck beschäftigt jetzt auch die deutschen Behörden. Das Bundeskriminalamt warnt laut "Bild"-Zeitung in einem vertraulichen Papier vor solchen Waffen. Die Wirkung von Waffen aus dem Drucker werde derzeit vom BKA in einer geheimen Versuchsreihe getestet. Mitte Mai hätten sich die Spitzen der deutschen Geheimdienste und des Bundeskriminalamtes im Kanzleramt zu einem Treffen hinter verschlossenen Türen zusammengesetzt.

Der Grund für die Unruhe: Ein texanischer Student hatte vor Kurzem im Internet Baupläne veröffentlicht, mit denen es möglich ist, eine scharfe Pistole mit einem handelsüblichen 3D-Drucker herzustellen. Da eine solche Pistole fast ausschließlich aus Kunststoff besteht, wäre sie durch Sicherheitstechniken nur schwer zu entdecken. Auch die Bedenken, dass Kriminelle und Terroristen die Baupläne nutzen, um Waffen mit geringem Aufwand selbst herzustellen, sind groß. Auf Druck der US-Regierung löschte der Student die Pläne nach wenigen Tagen.

Noch funktionieren die Waffen nur mäßig

Der 3D-Druck ist auf dem Vormarsch
Der 3D-Druck ist auf dem Vormarsch(Foto: picture alliance / dpa)

Bei dem Treffen sagte ein BKA-Experte dem Bericht zufolge: "Die Feuerwaffen sind grundsätzlich funktionsfähig, weisen aber noch Unsicherheiten auf." Schussfähige Waffen aus 3D-Druckern seien mit der frei erhältlichen Technik "machbar", aber nur für die Verwendung "leistungsschwacher Munition" geeignet.

Die Zündungsenergie stärkerer Kaliber könne Plastikwaffen beim Schuss vollständig zerstören, sagte der Experte den Angaben zufolge weiter. Zudem könnten die Waffen nur einmal verwendet werden, da das Plastik nach dem ersten Schuss spröde werde und bei einer weiteren Verwendung explodieren könne.

In der Industrie werden hochwertige 3D-Drucker schon lange zur Herstellung von Modellen verwendet. Inzwischen gibt es aber auch günstigere Modelle für den Verbraucher, die immer bessere Qualität liefern. Die Geräte sind etwa so groß wie eine Mikrowelle und schon ab etwa 1200 Euro zu haben. Mit ihnen können zum Beispiel verlorene oder kaputt gegangene Haushaltsartikel einfach rekonstruiert und ausgedruckt werden.

Quelle: n-tv.de

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