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Der Storch auf einer ägyptischen Polizeistation. Ob er inzwischen freigelassen wurde, ist nicht bekannt.
Der Storch auf einer ägyptischen Polizeistation. Ob er inzwischen freigelassen wurde, ist nicht bekannt.(Foto: AP)

Ente, Schwan oder Storch: Ägypten fängt Vogel-Spion

Dass Geheimdienste mit allen Tricks arbeiten, ist bekannt. Ein Ägypter lässt sich jedenfalls nicht täuschen und bringt eine Ente zur Polizei, die er bei nachrichtendienstlicher Tätigkeit erwischt. Wie recht er mit seinem Verdacht hat, zeigt sich angesichts der Wandlungsfähigkeit des Tiers.

Ein französischer Schwan ist in Ägypten unter Spionageverdacht geraten. Dorfbewohner in der Provinz Kena hielten den Zugvogel für verdächtig, weil er mit einem kleinen elektronischen Gerät ausgestattet war. Das war allerdings nicht die einzige Fehleinschätzung, sondern das Tier wurde zudem von ägyptischen Medien fälschlicherweise als "Ente" tituliert.

Die Webseite "Masrawy.com" klärte schließlich auf, es handele sich um einen Schwan, der von Tierschützern in Frankreich mit einem GPS-Gerät ausgestattet worden war, um seinen Flug in den Süden zu verfolgen. Doch auch damit findet die Verwirrung noch kein Ende. Denn auf den Bildern, die vom Vogel-Spion übermittelt wurden, ist eindeutig ein Storch zu sehen. Möglicherweise handelt es sich aber auch um ein anderes Tier, das an einem anderen Ort durch seinen deutlich sichtbaren Sender aufgefallen ist.

Wie die Zeitung "Al-Ahram" berichtete, hatte ein Fischer die Polizei auf den Vogel aufmerksam gemacht, weil das Tier offenbar mit einem Mini-Sender ausgestattet war. Dabei handele sich aber weder um ein Spionagegerät noch um einen Sprengsatz, versicherte der Sicherheitschef der Stadt Kina nahe Luxor, Mohammed Kamal, nach Untersuchung des Schwans.

Geier in Gewahrsam

Verdachtsfälle gegen Tiere hat es in der Arabischen Welt schon mehrfach gegeben. So wurde Anfang 2011 in Saudi-Arabien ein Geier in Gewahrsam genommen. Medienberichten zufolge hatte der Vogel einen Ring mit der Aufschrift "Tel Aviv University" getragen sowie ein GPS-Gerät, das die Reisen des Vogels aufzeichnete. Vor einiger Zeit machte ein Sicherheitsbeamter außerdem Meldung über eine Taube. Von ihr hieß es, sie habe einen Mikrofilm bei sich getragen.

Ägypten ist für Zugvögel ein gefährliches Territorium. Tierschützer beklagen, Netze, die an der Nordküste für den illegalen Vogelfang aufgestellt würden, kosteten jedes Jahr Millionen von Tieren das Leben.

Quelle: n-tv.de

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