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Die Jury will über Klaus Kinskis Stern beraten.
Die Jury will über Klaus Kinskis Stern beraten.(Foto: dapd)

Unterstützung für missbrauchte Tochter: Akademie zweifelt an Kinski

Als Nastassja Kinski das Buch ihrer offenbar missbrauchten Schwester Pola liest, muss sie weinen. "Nur weil sich jemand Vater nennt, bedeutet es nicht, dass er auch ein Vater ist", warnt sie. Der Geschäftsführer der Deutschen Filmakademie stellt die Ehrung Klaus Kinskis infrage. "Ich würde mich über dem Stern übergeben", sagt er.

Nastassja Kinski hat ihre Halbschwester Pola nach den Missbrauchsvorwürfen gegen ihren Vater Klaus Kinski als Heldin bezeichnet. "Denn sie hat ihr Herz, ihre Seele und damit auch ihre Zukunft von der Last des Geheimnisses befreit", schrieb die 51-Jährige in einem Beitrag für die "Bild"-Zeitung, in dem sie sich tief betroffen zeigte.

Die Vorwürfe drohen die Erinnerung an den Darsteller von weltweit erfolgreichen Filmen wie "Nosferatu: Phantom der Nacht", "Aguirre" und "Fitzcarraldo" zu überschatten. Der Geschäftsführer der Deutschen Filmakademie, Alfred Holighaus, stellt die Ehrung Kinskis auf dem "Boulevard der Stars" in Berlin infrage.

Pola, die älteste Tochter des Schauspielers Klaus Kinski.
Pola, die älteste Tochter des Schauspielers Klaus Kinski.(Foto: dpa)

Zu der Frage, ob Kinski seine Ehrung auf dem Boulevard am Potsdamer Platz behalten soll, erklärte Holighaus in der "B.Z.": "Die Jury wird sich schnell zusammensetzen und über das Thema sprechen." Er ergänzte: "Wenn ich die Berichte lese, wird mir schlecht. Und wenn die Berichte stimmen, dann würde ich mich über dem Stern übergeben. Und ich glaube nicht, dass sich die Tochter so etwas ausdenkt."

"Kein Schnellschuss"

Die Geschäftsführerin von "Boulevard der Stars", Georgia Tornow, warnte jedoch vor übereilten Entscheidungen. "So etwas braucht eine vertrauensvolle Debatte und keinen Schnellschuss", sagte sie. Der nächste reguläre Jury-Termin ist im April. Auch eine außerplanmäßige Sitzung sei möglich. Der "Boulevard der Stars" erinnert auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße zwischen dem Sitz der Berlinale und der Deutschen Kinemathek an mehr als 80 Größen aus Film und Fernsehen - von Mario Adorf bis Hans Zimmer.

In ihrem nun erscheinenden Buch "Kindermund" bezichtigt die älteste Kinski-Tochter Pola ihren 1991 gestorbenen Vater, sie jahrelang sexuell gepeinigt zu haben.

Nastassja weinte nach Lektüre

Nastassja Kinski stärkte ihrer Halbschwester Pola den Rücken bei ihrem öffentlichen Bekenntnis. "Ich bin stolz auf ihre Kraft, ein solches Buch zu schreiben. Ich kenne den Inhalt. Ich habe ihre Worte gelesen. Und ich habe lange geweint", so die 51-Jährige. "Ja, dies ist ein schwieriger Moment für mich. Ich stehe zu meiner Schwester, stehe hinter ihr", versicherte sie.

Ein Buch, wie es ihre Schwester geschrieben habe, helfe allen Kindern, Jugendlichen und Müttern, die Angst vor dem Vater hätten. "Nur, weil sich jemand Vater nennt, wie in diesem Fall, bedeutet es nicht, dass er auch ein Vater ist." Pola stammt aus der ersten Ehe Klaus Kinskis mit Gislint Kühlbeck, Nastassja aus der zweiten Ehe des Schauspielers mit Ruth Brigitte Tocki. Neben den beiden Töchtern hinterließ er auch einen Sohn, Nikolai Kinski.

Quelle: n-tv.de

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