Panorama
Samstag, 11. Dezember 2010

"James Bond" des Ostens: Alfred Müller ist tot

Er hat es nicht gerne gehört. Aber wegen seiner Agentenrolle aus den 60er Jahren galt Alfred Müller als "James Bond des Ostens". Jetzt ist der populäre DDR-Schauspieler im Alter von 84 Jahren gestorben.

Alfred Müller war ein großer Star in der DDR, nach dem Mauerfall feierte er nur noch wenige Erfolge.
Alfred Müller war ein großer Star in der DDR, nach dem Mauerfall feierte er nur noch wenige Erfolge.

Der Schauspieler Alfred Müller ist tot. Er starb im Alter von 84 Jahren, wie seine Künstleragentur in Berlin bestätigte. Der gebürtige Berliner galt als James Bond des Ostens, weil er 1963 durch den DDR-Agententhriller "For eyes only" ("Streng geheim") bekanntgeworden war. Zu DDR-Zeiten spielte er mehr als 100 Film- und Fernsehrollen und trat darüber hinaus jahrelang am Maxim-Gorki-Theater auf.

Nach der Wende war er unter anderem in den TV-Serien "Unser Charly" und "Polizeiruf 110" zu sehen. An der Dresdner Komödie stand er noch im vergangenen Jahr in dem Lustspiel "Eine gute Partie" auf der Bühne. Zuletzt tourte er mit einem Tucholsky-Abend durch verschiedene deutsche Städte.

 "Das Kaninchen bin ich"

Dass er oft auf seine frühe Rolle als tollkühner Stasi-Spion reduziert wurde, brachte Müller auch im hohen Alter noch in Rage. "Als hätte ich nichts anderes gemacht", schimpfte er kurz vor seinem 80. Geburtstag. Nur zwei Jahre nach dem Erfolg von "For eyes only" spielte er in der DEFA-Produktion "Das Kaninchen bin ich" einen skrupellosen Richter. Das SED-Regime verbot damals den Film, der sich kritisch mit den Verhältnissen in der DDR auseinandersetzte.

Nach dem Mauerfall blieb Müller zwar im Geschäft, aber die Angebote wurden weniger. "Den Fuß habe ich nicht wieder richtig 'reingekriegt", bilanzierte er vor einigen Jahren. Seinen größten Bühnenerfolg im Westen feierte er in den 90er Jahren auf der Musicalbühne des Berliner Theater des Westens. Dort sang und tanzte er sich durch fünf Produktionen, und für das Musical "Blue Jeans" lernte er mit fast 70 Jahren noch Rock'n'Roll.

Wann und unter welchen Umständen der populäre Schauspieler starb, wollte seine Agentur auf Wunsch der Familie nicht mitteilen. Müllers Angehörige veröffentlichten am Samstag eine Traueranzeige in der "Berliner Zeitung". Darin heißt es, Müller werde auf eigenen Wunsch im engsten Familienkreis seebestattet.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen